Zum 80. Geburtstag von Ehrenbürger Walther Seinsch

Mit Walther Seinsch kam ein Unternehmer mit der Vision nach Augsburg, irgendwann einmal Bundesliga-Fußball in dieser Stadt zu sehen. In dem seinerzeit vom Lizenzentzug für die Regionalliga bedrohten FC Augsburg überarbeitete Herr Seinsch die Strukturen, baute ein professionelles Management auf und brachte mit viel persönlichem Einsatz den Verein wieder auf einen guten Weg. Nach dem Aufstieg in die Regionalliga folgte schon wenige Jahre später 2006 der Sprung in die 2. Bundesliga und 2011 der in der Vereinsgeschichte erstmalige Aufstieg des FCA in die 1. Fußball-Bundesliga.

In die Amtszeit von Walther Seinsch als Präsident des FCA fiel auch der Bau eines neuen Stadions, das 2009 fertiggestellt wurde. Damit legte Walther Seinsch den Grundstein für die weiteren sportlichen und wirtschaftlichen Erfolge des Clubs, von denen auch die Nachwuchs- und Jugendarbeit profitierte. 2013/2014 entstand auf dem Gelände der Paul-Renz-Sportanlage ein Neubau des Nachwuchsleistungs- zentrums.

Die Auswirkungen dieser Erfolgsgeschichte auf die Stadt und Ihre Gesellschaft, auf ihr Image und das Wir-Gefühl sind in vielen Bereichen positiv spürbar.

Schon vor seinem Einsatz um den Fußball-Spitzensport in Augsburg galt das Engagement von Walther Seinsch der bundesweiten Förderung politischer Bildung, Aktivitäten gegen Rechtsradikalismus, Antirassismus und Antisemitismus. Er gründete zusammen mit seiner Frau 1996 die Stiftung „Erinnerung Lindau“. Die Stiftung unterstützt Institutionen und Personen, die sich gegen Vergessen, Verdrängen und Relativierungen der von Deutschen in der Zeit des Nationalsozialismus begangenen Verbrechen wenden und/oder die wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Verbrechen voranbringen. Unter anderem verleiht die Stiftung jährlich den Marion-Samuel-Preis in Augsburg.

Für diese Verdienste um die Stadt Augsburg wurde Walther Seinsch 2015 die Ehrenbürgerwürde verliehen.