Hilfe, wenn’s radikal wird

M.O.D.E.R.A.T.I.O.N. ist das Beratungstelefon für Angehörige und Freunde von Betroffenen.

Menschen und Meinungen sind unterschiedlich. Das ist auch gut so. Gefährlich wird es, wenn sich Personen von der gesellschaftlichen Mitte abwenden und nach rechts bewegen – so wie teilweise im Rahmen der Corona-Pandemie zu beobachten. Mit Corona sind zusätzliche rechtspopulistische Verschwörungsideologien entstanden, die sich mit vermeintlich bürgerlichen Positionen vermischen. Das Ergebnis sind neue menschenfeindliche Ideologien, die für einen weiteren Personenkreis attraktiv erscheinen.

Wenn Sie Menschen in Ihrem näheren Umfeld bemerken, die im Begriff sind, sich zu radikalisieren oder bereits gewaltbereite Verhaltensweisen zeigen, dann nehmen Sie telefonisch Kontakt auf. Die Beratung ist kostenfrei und erfolgt auf Wunsch anonym.

Hilfe in Bezug auf Linksradikalisierung und religiös motivierte Radikalisierung finden Sie hier.

Beratungstelefon: 0821 324-3366

  • Auf Wunsch anonym
  • Montag bis Freitag von 10:00 bis 16:00 Uhr
  • Jeder Anruf außerhalb der Zeit wird zurückgerufen

Für wen ist die Beratung?

Wer solche Veränderungen an einer Person aus seinem Umfeld beobachtet, hat viele Fragen.

Ratsuchende Angehörige von (mutmaßlich) rechtsextremistisch radikalisierten Personen können über das Beratungstelefon konkrete Hilfestellungen sowie eine Einschätzung der eventuell vorliegenden Radikalisierung erhalten.

Die Beratung ist kostenfrei und allen Menschen in Augsburg zugänglich.

Was ist M.O.D.E.R.A.T.I.O.N.?

M.O.D.E.R.A.T.I.O.N. steht für Modulare Organisation der Deradikalisierung Extrem Rechter Ansichten – Task Force der Interventions-Orientierten Netzwerkarbeit Augsburg. Es ist ein Interventions- und Beratungsprojekt zur Radikalisierungsvermeidung bzw. Deradikalisierung von Menschen mit rechtsextremer Orientierung. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Büro für Kommunale Prävention Augsburg und Violence Prevention Network gGmbH (VPN).

In der Pilotphase zielt M.O.D.E.R.A.T.I.O.N. zunächst auf die Beratung der Angehörigen sowie des erweiterten Umfelds (Freundinnen und Freunde, Lehrkräfte, Vereine) von Betroffenen.

Was sind die Ziele des Projekts?

Ziel des Projekts ist es, bei Menschen, die gefährdet sind, sich zu radikalisieren oder die bereits einem Radikalisierungsprozess unterliegen, Veränderungsprozesse anzustoßen und mögliche Ausstiege zu begleiten.

Dazu gehört auch der Aufbau einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen sicherheitsbehördlichen Stellen, kommunalen Trägern und einer zivilgesellschaftlich getragenen Beratungsstruktur.

Das Projekt setzt auf einen Dreiklang aus Vorbeugen, Unterstützen und Eingreifen.

Was sind die Grundprinzipien der Arbeit?

Wer mit Rechtsextremistinnen und –extremisten arbeitet, stößt erfahrungsgemäß auf Widerstand. Violence Prevention Network hat ein niedrigschwelliges Konzept für den Zugang zu den Betroffenen und die Auflösung radikalisierter Haltungen entwickelt. Es beruht auf folgenden Bausteinen:

  • Lebensweltlicher Zugang
  • Vertrauensaufbau
  • Aufbau von Ambiguitätstoleranz, d.h. das Aushalten unterschiedlicher Standpunkte
  • Förderung der intrinsischen Motivation
  • Hinterfragender Ansatz
  • Langfristigkeit
  • Demütigungsfreie und wertschätzende Methoden

Was ist Violence Prevention Network?

Die Fachkräfte der gemeinnützigen NGO haben sich in den vergangenen 20 Jahren eine anerkannte Fachkompetenz in der Deradikalisierung rechtsextremistisch motivierter Gewalttäterinnen und -täter sowie der Rechtsextremismusprävention aufgebaut. Menschen, die sich antidemokratischen Strukturen angeschlossen haben oder sich ohne Gruppenbezug radikalisieren, werden demütigungsfrei angesprochen. Das ermöglicht die Rückkehr in das demokratische Gemeinwesen.

Zu den Aufgabenfeldern zählen die Prävention, die Intervention, die Deradikalisierung sowie die Ausstiegs- und Distanzierungsbegleitung.





Weitere Beratungsangebote

  • Politisch motivierter Radikalismus (Linksradikalismus, Rechtsradikalismus): www.bige.bayern.de
    Bayerische Informationsstelle gegen Extremismus
  • Religiös motivierter Radikalismus (Islamismus, Salafismus): www.ufuq.de 
    Politische Bildung und Prävention von religiös begründeter Radikalisierung