Stützmauer "Vorderer Lech" – Sanierung bis Herbst 2018

Die Tragfähigkeit der denkmalgeschützten Mauer beim Vorderen Lech ist nicht mehr gewährleistet. Bis voraussichtlich Ende Oktober 2018 wird die Mauer wieder in Stand gesetzt.

Die Stützmauer gehörte früher zur Klosteranlage der Dominikanerkirche; Fragmente der Wand werden auf 1726 datiert. Am Montag, 11. Juni, wurde die Mauer erneut vermessen. Das Ergebnis: Die Mauer ist nicht mehr standsicher. Deshalb sind Sicherungsmaßnahmen und eine Instandsetzung nötig.

An die Stützmauer grenzen der Kanal des Vorderen Lechs und der öffentliche Bereich mit Fußgängerweg und Straße „Vorderer Lech“ an. Bei  einem Einsturz könnten Wasser in die Altstadt fließen und Mauerteile auf Fußweg und Straße fallen. Deshalb besteht dringend Handlungsbedarf.

Warum muss jetzt saniert werden?

Die Stützmauer wurde 2017 wegen aufgetretenen Bodenabsenkungen untersucht. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Mauer aus zwei getrennten Schalen besteht, die untereinander keinen Verbund haben. Der Zwischenraum wurde mit Steinresten und Erdreich verfüllt.

Die Mauer wurde anschließend regelmäßig vermessen, das letzte Mal am Montag, 11. Juni. Das beauftragte, in Denkmalbelangen äußerst erfahrene Statikbüro konnte keine Tragfähigkeit mehr nachweisen. In vier Wochen hatte sich die Mauerkrone um 3 Millimeter bewegt. Der Zustand der Mauer ist sehr schlecht. Ein plötzlicher Einsturz ist nicht auszuschließen.

Bei einem Einsturz der Mauer könnte der Lech-Kanal betroffen sein, der etwa 2 Kubikmeter Wasser pro Sekunde führt. Bei einer Aufstauung durch Mauerteile wäre es möglich, dass Wasser in die Altstadt fließt – trotz unmittelbar erfolgender Kanalabsperrung. Zudem könnten Mauerteile auf den angrenzenden öffentlichen Bereich fallen. 

Als erste Sicherungsmaßnahme wurden Stahlplatten auf dem Kanal verlegt.

Sofortmaßnahmen und Rückverankerung

  • Als erste Sicherungsmaßnahme wird die Straßenbreite am Vorderen Lech auf 3,5 Meter zuzüglich Gehweg begrenzt. Damit entfallen in diesem Bereich etwa sieben Parkplätze.
  • Der Kanal wird auf einer Länge von circa 34 Meter mit Stahlplatten abgedeckt. Die Stahlplatten werden durch tragende Kanthölzer ersetzt; sie bilden die Arbeitsplattform für die Sanierung.
  • Bei der Rückverankerung der Mauer wird die Wand durchbohrt und einzelne Bodenverankerungen in mehreren Reihen gesetzt. (Das gleiche Sicherungssystem wurde auch schon am Lueginsland erfolgreich eingesetzt)
  • Um das ursprüngliche Erscheinungsbild wiederherzustellen, wird die Maueroberfläche denkmalgerecht überarbeitet. Fehlstellen werden vermauert, defekte Steine ausgetauscht und fehlende Fugen nachgearbeitet.

Ein Ende der Arbeiten ist bis Ende Oktober 2018 vorgesehen. Die Stadt Augsburg bittet alle Anlieger um Verständnis für die dringend erforderlichen Arbeiten und Maßnahmen.

Zeitplan

  • ab 18.06.2018: Reduzierung der nutzbaren Fahrbahnbreite und Einrichtung der Baustelle für die Sofortmaßnahmen; nachfolgend Abdeckung des Kanals 
  • 21.06.2018: Vorberatung der Beschussvorlage zur Mauersanierung im Hochbauausschuss
  • 28.06.2018: Beschluss des Stadtrates zur Mauersanierung und Mittelbereitstellung
  • voraussichtlich ab Mitte Juli 2018: Beginn der Vernadelungsarbeiten an der Stützmauer
  • voraussichtlich ab Mitte September 2018: Sanierung der Fugen und Ansichtsflächen, Reduzierung der Baustelleneinrichtung und Einengung der Fahrbahn, Abschluss dieser Arbeiten voraussichtlich Ende Oktober 2018
  • nach Abschluss der Baumeisterarbeiten: Rückbau der Kanalüberdeckung, Erneuerung der Absturzsicherung und Wiederherstellung der Geländefläche oberhalb der Mauer

Kosten

Die Notabdeckung des Vorderen Lechs kostet rund 30.000 Euro. Die Kosten für die Instandsetzung der Mauer, die voraussichtlich förderfähig sind, betragen etwa 460.000 Euro.