Gedenkstunde zum Völkermord an den Sinti und Roma


02. August 2022 | 17:00 Uhr | Nordfriedhof, vor der Aussegnungshalle, Talweg 2, 86154 Augsburg | Eintritt: frei
 

2015 regte das Europäische Parlament an, den 2. August als Gedenktag für die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma einzuführen. Seither wird an diesem Tag an die Opfer des „Porajmos“ („Verschlingen“) erinnert, wie dieser Völkermord in der Sprache der Roma bezeichnet wird.

Das konkrete Datum bezieht sich auf die Ermordung einer letzten im sogenannten „Zigeunerlager“ des KZ Auschwitz-Birkenau verbliebenen Gruppe von etwa 4.200 Sinti und Roma im August 1944. Insgesamt brachten die Nationalsozialisten im Deutschen Reich und den von der Wehrmacht besetzten Gebieten Osteuropas bis zu 500.000 als „Zigeuner“ verfolgte Männer, Frauen und Kinder um. Trotzdem ist der Porajmos in der Öffentlichkeit noch immer nur wenig bekannt. Die Überlebenden mussten lange dafür kämpfen, überhaupt als Opfer der NS-Verfolgung anerkannt zu werden.

Die Stadt Augsburg und der Regionalverband der Sinti und Roma Schwaben laden zu einer Gedenkstunde auf dem Nordfriedhof ein und möchte damit zugleich ein Zeichen gegen neue Formen von Rassismus und Antiziganismus setzen. Neben Marcella Reinhardt (Vorsitzende des Regionalverbands) wird die Bürgerrechtsaktivistin und Bundesverdienstkreuz-Trägerin Uta Horstmann bei der Veranstaltung mitwirken.