Wir sind „Blue Community“

25.03.2019 13:22 | Bürgerservice & Rathaus

Nun ist es offiziell: Augsburg ist „Blue Community“. Die vier Forderungen der Initiative – und was die Stadt Augsburg dafür tut.

Übergabe des Zertifikats im Rahmen des swa Wassertags am 24. März 2019 durch Christa Hecht (rechts, ehemalige Geschäftsführerin der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft e.V., in Vertretung von Dr. Maude Barlow, Gründerin der Initiative „Blue Community") an Bürgermeisterin Eva Weber. Außerdem anwesend waren (v.l. Bernd Rode (Vorsitzender Wasser-Allianz Augsburg), Ulrich Müllegger (Koordinator UNESCO Welterbe-Bewerbung), Dr. Franz Otillinger (Geschäftsführer Stadtwerke Augsburg Wasser GmbH), Holger Thoms (Vorsitzender Wasser-Allianz Augsburg) und Reiner Erben, Umweltreferent. Foto: Thomas Hosemann/Stadtwerke Augsburg

Am vergangenen Sonntag hat Bürgermeisterin Eva Weber das Zertifikat als „Blue Community“ für die Stadt Augsburg überreicht bekommen. Die Initiative tritt für Trinkwasser als öffentliches Gut weltweit ein. „Blue Community“ ist ein Projekt des Council of Canadians, einer kanadischen Organisation, die sich für soziale und ökologische Gerechtigkeit einsetzt. Um das Zertifikat der „Blue Community“ zu erlangen, müssen vier zentrale Punkte erfüllt sein.

Die vier Forderungen von „Blue Community“ – und was die Stadt Augsburg dafür tut:

1. Wasser muss als Menschenrecht anerkannt werden.

Augsburg sichert „Menschenrecht Wasser“

In den Augsburger Zukunftsleitlinien ist festgeschrieben, die natürlichen Lebensgrundlagen - darunter Boden und Wasser – zu bewahren und ein gesundes Leben zu ermöglichen. Mit dem Beitritt Augsburgs zur Initiative „Blue Community“ wird nicht zuletzt auch der freie Zugang zu Wasser, das heißt das „Menschenrecht Wasser“ als eines der Weltnachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) unterstützt und gesichert.

2. Wasserdienstleistungen müssen in der öffentlichen Hand bleiben.

OB Dr. Kurt Gribl: „Keine Privatisierung der Trinkwasserversorgung“

Zur praktischen Bedeutung einer „Blue Community“ sagt Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl: „Zusammen mit den Stadtwerken Augsburg hüten wir unsere Trinkwasserschutzgebiete wie einen Augapfel. Daher steht etwa eine Privatisierung der Trinkwasserversorgung keinesfalls zur Diskussion! Unser Leitungswasser ist gesund, sauber und sicher. Es ist verpackungsfrei und verursacht keinen Plastikmüll. Trinken wir Leitungswasser, leisten wird einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz.“

3. Leitungswasser muss, überall wo möglich und sinnvoll, Flaschenwasser vorgezogen werden.

Augsburg baut Zugang zu kostenlosem öffentlichen Trinkwasser aus

  • Wasserspender: Das Zertifikat ist für die Stadt ein weiterer Impuls, sich als „Blue Community“ zu engagieren. Dazu gehört etwa, den Zugang zu kostenlosem öffentlichem Trinkwasser auszubauen und zu verbessern. In allen städtischen Bürgerbüros stehen bereits Wasserspender bereit. Hier kann kostenlos Trinkwasser gezapft werden. Weitere Spender sollen installiert werden.
  • Wasserkaraffen: In Zusammenarbeit mit der Lokalen Agenda 21 und ihrem Forum Plastikfreies Augsburg wurde auch in Augsburg die Initiative Refill umgesetzt: In Cafés und Geschäften mit einem entsprechenden Aufkleber am Fenster kann kostenfrei Leitungswasser in das mitgebrachte Gefäß gefüllt werden. Auch das Leitungswasser in den Ämtern der Stadt wurde getestet. Das Ergebnis: beste Trinkwasserqualität. Nun wollen die städtischen Mitarbeiter in den Verwaltungsgebäuden sowie im Rathaus das Flaschenwasser nach und nach ablösen.

4. Internationale Partnerschaften sollen zum Wissensaustausch gepflegt werden.

Prägende Kraft der Stadtgeschichte und internationaler Austausch im Rahmen der UNESCO Welterbe-Bewerbung

Das Thema Wasser ist bei der Stadt Augsburg langfristig und ressortübergreifend verankert, denn es prägt die Stadt. Mit seinem einzigartigem Brunnen-, Kanal- und Wasserwirtschaftssystem bewirbt sich Augsburg als UNESCO Welterbestätte. Die Entscheidung fällt im Juli im aserbaidschanischen Baku und wird mit Spannung erwartet. (pm/grr)