Stadt Augsburg gewinnt den Zukunftspreis KULTURGESTALTEN

09.07.2021 08:56 | Kultur Umwelt & Soziales

Die Stadt Augsburg hat für die Kulturdimension ihres Nachhaltigkeitsleitbildes den bundesweiten Zukunftspreis KULTURGESTALTEN gewonnen. Der neu entwickelte Preis würdigt herausragende Projekte sowie Praxisbeispiele zukunftsweisender Kulturpolitik und wird in diesem Jahr erstmals durch die Kulturpolitische Gesellschaft e.V. vergeben.

Bei der digitalen Verleihung (von oben links im Uhrzeigersinn): Deutschlandfunk Kultur-Moderatorin Christine Watty, Dr. Tobias Knoblich (Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.), Christian Z. Müller (Architekt und Vertreter Forum Mitgestalten der Lokalen Agenda 21) sowie Kulturreferent Jürgen Enninger. Screenshot: Stadt Augsburg

„Die Auszeichnung bestätigt unser Augsburger Verständnis von Nachhaltigkeit: Ökologie als Grundlage, menschliches Tun und Wirtschaften als Teil davon – und Kultur als der Rahmen für nachhaltige Entwicklung, Kreativität, Vielfalt, Engagement, gemeinsame Werte und Kunst. Nur wenn wir so ganzheitlich denken, können wir als Gesellschaft die notwendigen Veränderungen mitgestalten und vorantreiben“, so Umweltreferent Reiner Erben. 

Auszeichnung für innovative Herangehensweise

Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zeichnet der Zukunftspreis KULTURGESTALTEN vorbildliche Initiativen einer zukunftsorientierten kulturpolitischen Praxis aus. Die Initiatoren möchten so die notwendige Anpassung aller kulturellen Arbeitsbereiche an die notwendigen Veränderungsprozesse wie Digitalisierung, Diversität und Klimaschutz unterstützen. 

Zudem soll das Engagement hervorgehoben und Aufmerksamkeit für die kulturpolitische Praxis, Visionen und Leitbilder geschaffen werden. Die Stadt Augsburg konnte in der Rubrik „(Modell-)Projekte kommunaler Selbstverwaltung“ mit der Etablierung von Kultur als vierte Nachhaltigkeitsdimension überzeugen. 

Vorreiterrolle für Kultur als Nachhaltigkeitsdimension

Damit ist ein breiter Kulturbegriff gemeint, der ein Selbstverständnis über Werte, Vielfalt, Beteiligung und Engagement bis hin zu den Künsten umfasst. Kultur als Nachhaltigkeitsdimension ist entscheidend, um die große Herausforderung, nachhaltiger zu leben, zu bewältigen. Ängste, Zweifel und Konflikte, aber auch Hoffnungen und Sehnsüchte werden in der vierten Nachhaltigkeitsdimension Kultur angegangen. Gerade erst haben sich die Augsburgerinnen und Augsburger in einer Umfrage zu über 80 Prozent für dieses Denken einer vierteiligen starken Nachhaltigkeit mit Kultur als Rahmen ausgesprochen. Keine andere deutsche Stadt hat bisher Kultur als eigene Nachhaltigkeitsdimension neben Umwelt, Sozialem und Wirtschaft. Das wird sich vermutlich in Zukunft ändern.

Kulturreferent Jürgen K. Enninger: „Paradigmenwechsel“

Augsburgs Kulturreferent Jürgen K. Enninger dankt der kulturpolitischen Gesellschaft für die Auszeichnung: „Augsburg hat den einmaligen Schritt gewagt und Kultur zu einer Nachhaltigkeitsdimension erklärt. Dies bedeutet einen Paradigmenwechsel. Endlich wird Kultur als Innovationstreiber auch in Nachhaltigkeitsfragen anerkannt und damit als Lösungsszenario der aktuellen Herausforderungen ernst genommen. Wir freuen uns, diese in Augsburg zum ersten Mal gesamtstädtisch neu beschriebene Verantwortung der Kultur annehmen zu können“, so Enninger.

Kulturinstitutionen in der Zukunft

Die Preisverleihung fand am Donnerstag, 8. Juli, im Rahmen des Zukunftsforums für Kulturpolitik statt und wurde digital veranstaltet. Neben den Auszeichnungen in drei Kategorien wurde in den Redebeiträgen über die Kulturinstitutionen in der Zukunft und die Veränderung der Kultur entlang sich verändernder gesellschaftlicher Bedürfnisse diskutiert. Für die Stadt Augsburg und die Lokale Agenda 21 Augsburg haben Kulturreferent Jürgen Enninger und Christian Z. Müller vom Agendaforum Mitgestalten den Preis entgegengenommen.

Über die Verwendung des Preisgelds in Höhe von 5.000 Euro werden die Akteure des Augsburger Nachhaltigkeitsprozesses im Agendateam entscheiden. (pm)