Smart Air Quality Nework: Ist die Luft rein?

21.09.2020 12:34 | Umwelt & Soziales Bildung & Wirtschaft

Am Mittwoch, 23. September 2020, endet das dreieinhalbjährige Augsburger Pilotprojekt „Smart Air Quality Network“ mit einer virtuellen Abschlussveranstaltung im Augsburger Umweltamt. Die Vorträge können auf augsburg.de/saqn abgerufen werden.

SAQN. Foto: Thomas Gratza/ Stadt Augsburg

Das Projekt Smart Air Quality Network“ (SAQN) will neue Methoden finden, Luftschadstoffe in Echtzeit zu messen. Foto: Thomas Gratza/Stadt Augsburg

Im Projekt arbeiten Forschung und Wirtschaft zusammen mit der Stadt Augsburg an der Entwicklung eines Netzes zur Messung der Luftqualität. Das Besondere: Der Fokus liegt auf einer intelligenten Messung von Luftschadstoffen in Echtzeit. Bei diesem in Deutschland und Europa einzigartigen Ansatz werden Immissionen durch eine Vielzahl von kombinierten Sensoren und Messgeräten für alle Bürgerinnen und Bürger online einsehbar erfasst. Dies geschieht in Form von Echtzeitdaten und nicht – wie bisher üblich – als nachträglich berechnete Tagesmittelwerte zur Luftreinheit von einigen Messstationen.

Umweltreferent Erben: „Punktuelle Höchstbelastungen werden sichtbar“

„Damit werden punktuelle Höchstbelastungen an Luftschadstoffen im Tagesverlauf samt Ursachen und Auswirkungen sichtbar, die bisher nicht oder nur in geringer zeitlicher und räumlicher Auflösung präsentiert werden können“, so Reiner Erben, Referent für Nachhaltigkeit, Umwelt, Klima und Gesundheit. Für die Zukunft sind Ad-hoc-Warnhinweise ebenso denkbar wie eine Kopplung mit Verkehrsleitsystemen.

Die Abschlussveranstaltung des Projekts wird am Mittwoch, 23., und Donnerstag, 24. September, virtuell in den Räumen des Umweltamtes der Stadt Augsburg durchgeführt. Die Vorträge können auf unserer Seite augsburg.de/saqn aufgerufen werden. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger können per E-Mail unter messnetz.workshop@augsburg.de bis zum Vormittag des 23. September Fragen zu den Vorträgen stellen. Diese werden in der virtuellen Abschlussveranstaltung beantwortet und anschließend in einem Film auf der Homepage präsentiert.

Mix aus verfügbaren Emissionsdaten

Das Innovative am Smart-Air-Quality-Network-Ansatz ist der Mix aus verfügbaren Emissionsdaten (z.B. Verkehrszählschleifen), Ansätzen der Simulation der Luftqualität und der Zusammenführung von zahlreichen kostengünstigen und hochpräzisen Messgeräten. Zu letzteren zählen an Gebäuden oder verkehrsnah befestigte Sensoren ebenso, wie unbemannte Flugobjekte für Ad-hoc-Messungen und Fernerkundungs-Messsysteme bis hin zu einer mobilen Messstrategie, bei der sich Fahrrad und Trolleys durch die Stadt bewegen.

Millionen an Datensätzen gesammelt

So konnten die insgesamt über 100 Sensoren und Messgeräte unterschiedlichster Güte seit 2017 im Stadtgebiet Augsburg auf einer Fläche von etwa zehn Quadratkilometern im Sinne der Schwarmintelligenz bereits mehrere Millionen Datensätze sammeln. Sie ergeben ein exakteres Messbild als einige wenige, sehr fein justierte Messgeräte dies je erreicht hätten. In einer zentralen Online-Datenbank auf der Projektwebsite www.smartaq.net werden die Echtzeit-Feinstaubmessungen aus bodennahen und höheren Luftschichten sowie die meteorologischen Daten zusammengestellt und für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich erfasst. Damit ist dieses Messnetzwerk nicht nur transparenter, sondern auch räumlich hoch aufgelöst und vergleichsweise preiswert. (pm/rs)