Sibylle Berg mit Bertolt-Brecht-Preis geehrt

19.02.2020 10:48 | Kultur

Der Augsburger Literaturpreis feierte sein 25-jähriges Jubiläum. Kulturreferent Thomas Weitzel und Bürgermeisterin Eva Weber übergaben den Preis bei der feierlichen Verleihung im Goldenen Saal des Rathauses an die Schriftstellerin und Dramatikerin Sibylle Berg.

Sibylle Berg (Mitte) erhält den Augsburger Literaturpreis von Bürgermeisterin Eva Weber und Kulturreferent Thomas Weitzel. Foto: Michael Eichhammer/Stadt Augsburg

Dr. Julia Encke, die Literaturchefin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, hielt die Laudatio: „Sibylle Berg scheint mit einer dieser Sonnenbrillen durch die Welt zu gehen, mit denen man den Sonnenbrand der anderen schon wahrnimmt, bevor ihn diejenigen, die ihn gerade kriegen, zu spüren begonnen haben.

„Was am Ende Großes werden kann“

In ihrer Rede sprach die Preisträgerin Sibylle Berg von einem nicht mehr aufhaltbaren Drang der Menschheit zur Selbstausrottung, betonte aber dennoch die Notwendigkeit, sich stark zu machen: „Was wir haben, ist die unglamouröse Möglichkeit, Dinge in unserem Umfeld zu verändern. Im Kleinen. Was am Ende etwas Großes werden kann.“ Auch das nach wie vor vorherrschende Geschlechterungleichgewicht in der Literatur kritisierte sie: „Die Kanons werden nach wie vor von Männern mit männlichen Autoren befüllt.“

Begleitet wurde der Abend von der Düsseldorfer Band „Kreidler“ sowie dem Staatstheater Augsburg mit einem Auszug aus dem Stück der Preisträgerin „Und jetzt: die Welt!“

Der Augsburger Bertolt-Brecht-Preis

Es ist das zehnte Mal, dass der mit 15.000 Euro dotierte Literaturpreis verliehen wird. Mit ihm ehrt die Stadt Augsburg Persönlichkeiten, die sich in ihrem literarischen Schaffen kritisch mit der Gegenwart auseinandersetzen. Der Bertolt-Brecht-Preis feiert in diesem Jahr außerdem sein 25-jähriges Bestehen. Bisherige Preisträger*innen sind Franz Xaver Kroetz, Robert Gernhardt, Urs Widmer, Christoph Ransmayr, Dea Loher, Albert Ostermaier, Ingo Schulze, Silke Scheuermann und Nino Haratischwili. (pm/roja)