Generalsanierung der Schulen am Alten Postweg geplant

09.03.2018 14:04 | Bildung & Wirtschaft, Bildungsförderprogramm

Das 1976 eröffnete Schulzentrum am Alten Postweg mit Fachober- und Berufsoberschule (FOS/BOS) sowie Reischlescher Wirtschaftsschule ist in die Jahre gekommen. Nachdem die Stadt Augsburg im Jahr 2013 von den brandschutztechnischen Defiziten Kenntnis erlangte, wurden umgehend Abhilfemaßnahmen geplant und die Ausführung vorbereitet. In den letzten Jahren der Umsetzung der Maßnahme zeigte sich jedoch, dass aufgrund wachsender Mängel in der Bausubstanz eine Sanierung in größerem Umfang zwingend erforderlich wird.

Nach aktuellen Planungen wird die Generalsanierung des Schulzentrums am Alten Postweg mit rund 75 Millionen Euro veranschlagt. Foto: Peter Fastl

In der ursprünglichen Sanierungs-Planung von 2013 hatte der Brandschutz Priorität. Weitere Sanierungsabschnitte sollten folgen. Im Rahmen der damaligen Planungen und Nach-besserungen im Sinne der Sicherheit der insgesamt rund 2800 Schülerinnen und Schüler stellte sich jedoch heraus, dass zum Erhalt der Bausubstanz sowie für einen geordneten Schulbetrieb größere bauliche Eingriffe nötig sein würden. Von 2014 bis 2016 wurde in einem ersten Bauabschnitt die Aula grundhaft saniert und den heutigen Brandschutzanforderungen angepasst. 6 Millionen Euro wurden in diesen ersten Abschnitt investiert.
 

Förderantrag im September 2017 eingereicht

Anfang 2016 verschlechterte sich der allgemeine Bauzustand der FOS/BOS erheblich. Es traten insbesondere eine Vielzahl undichter Stellen der Dachhaut im Bereich der Altbau-Substanz auf. Bereits im Sommer 2016 gab es deshalb ein Gespräch zwischen der Schul- und Bauverwaltung mit dem Ergebnis, dass die Generalsanierung des gesamten Schulkomplexes eine sinnvolle Maßnahme sei. In den folgenden Monaten wurden die Planungen für die Generalsanierung erarbeitet und Besprechungen mit den Fördergebern, der Regierung von Schwaben, geführt. Im September 2017 wurde der Förderantrag eingereicht.
 

Raumprogramm für zeitgemäßen Unterricht

Bei einem Termin vor Ort im November 2017 machte sich auch Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl ein Bild von den Zuständen. Bereits fünf Tage später gab es ein Spitzengespräch mit Bürgermeisterin Eva Weber, Bildungsreferent Hermann Köhler, Baureferent Gerd Merkle und dem Regierungspräsident von Schwaben, Karl Michael Scheufele, wo Festlegungen zur Förderung einer Gesamtsanierung erfolgten. In einem Workshop mit Lehrern wurde im Anschluss ein Raumprogramm entwickelt, das den Anforderungen an einen zeitgemäßen Unterricht entspricht. Dieses neue Raumkonzept wird in Kürze bei der Regierung von Schwaben zur Prüfung eingereicht.
 

Baustart für Generalsanierung könnte 2020 erfolgen

„Nach dem bisherigen Vorentwurf liegen die Gesamtkosten bei mindestens 75 Millionen Euro (ohne Turnhalle und Außenanlagen). Dies bedingt jedoch, dass die erforderlichen Haushaltsmittel bereitgestellt werden können", so Baureferent Gerd Merkle. Ein Baustart für die Generalsanierung könnte im Jahr 2020 erfolgen. Bis dahin werden die Brandschutzmaßnahmen fortgesetzt. Der aktuelle planerische Stand wird dem Stadtrat in der April-Sitzung zum Beschluss vorgelegt.
 

Sofortmaßnahmen in die Wege geleitet

Parallel wurden Sofortmaßnahmen in die Wege geleitet. Undichte Stellen auf dem Dach, vor allem im Bereich der Lichtkuppeln, werden provisorisch abgedichtet. Seit mehreren Monaten arbeitet die Bauverwaltung an der technischen Lösung für Notdächer und ermittelt die Kosten. Mit über 20 Metern Spannweite werden diese an drei Stellen auf die bestehenden Dächer aufgebaut, um weiteren Wassereintritt zu verhindern. Eine weitere Maßnahme ist der Aufbau eines Interim-Klassentraktes mit zwölf Räumen, der in Modulbauweise auf dem Schulgrundstück errichtet werden soll. Während der Baumaßnahme wird er Ausweichmöglichkeiten für den Schulunterricht gewährleisten. Die Baugenehmigung dafür liegt bereits vor. (pm)