Planungen für das Umweltbildungszentrum Augsburg gehen weiter

07.08.2018 17:32 | Umwelt & Soziales

Das am Botanischen Garten, an der Schnittstelle zwischen Stadt und Stadtwald geplante neue Umweltbildungszentrum (UBZ) hat einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht: der Augsburger Stadtrat hat Ende Juli einstimmig die Weiterführung des Projekts beschlossen.

Auch Verbände und Initiativen sollen den außerschulischen Lernort nutzen können. Die kalkulierten Gesamtkosten für das Bauprojekt liegen bei 6,48 Mio. Euro. Die Fertigstellung ist für Ende 2020 vorgesehen. Bildnachweis: Hess/Talhof/Kusmierz Architekten und Stadtplaner

Bis Ende 2018 wird unter Federführung des städtischen Hochbauamts die Genehmigungs-Planung und der Bauantrag erarbeitet werden. Die Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit dem Amt für Grünordnung, das die Fläche zur Verfügung stellt, und dem Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg e.V., der als Träger der Umweltstation Augsburg als zukünftiger Nutzer das Gebäude beziehen und mit Leben füllen wird.

„Der einstimmige Beschluss zur Weiterführung des Bauprojekts zeigt, dass die Bedeutung von Umweltbildung und die Notwendigkeit, hierfür in Augsburg ein entsprechendes Zentrum zu schaffen, als parteiübergreifendes Ziel erkannt ist“, freut sich Umweltreferent Reiner Erben.

Das UBZ wird nach seiner für Ende 2020 geplanten Fertigstellung ein außerschulischer Lernort rund um die Themen Ökologie und Nachhaltigkeit. “Mir ist wichtig, dass das UBZ auch für andere Verbände und Initiativen, die zu den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit aktiv sind, nutzbar sein wird“, so Erben weiter, der auch als Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes fungiert. Mit den Nachbarn Botanischer Garten, Zoo und Handwerkskammer werden gemeinsame Veranstaltungsangebote geplant.

Natürliche Baumaterialien

Zentrales Gestaltungselement des vom Münchner Architekturbüro Hess/Talhof/Kusmierz geplanten Gebäudes ist die Verwendung von natürlichen Baumaterialien. Im Zentrum des Gebäudes liegt ein von Stampflehmwänden umschlossenes Foyer, das als Treffpunkt und als Ausstellungsfläche dienen wird. Um das Y-förmige Foyer orientieren sich drei Gebäudebereiche: Seminarräume, Büros sowie Lager- und Technikräume.

Neue Maßstäbe energiesparenden Bauens

Nachhaltigkeit wird aber nicht nur ein Thema der zukünftigen Veranstaltungsangebote im UBZ – auch das Gebäude selber wird für Augsburg neue Maßstäbe setzen, denn es unterschreitet die gesetzlich vorgegebenen Mindestanforderungen für energiesparendes Bauen um 45 Prozent. Reiner Erben: „Wir zeigen damit, wie in Zukunft gebaut werden muss, um einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.“

Außenanlage als ortstypische Heidelandschaft

Die von Burger Landschaftsarchitekten aus München geplanten Außenanlagen werden sich an für Augsburg typischen Lebensräumen orientieren – es entsteht eine Heidelandschaft mit ortstypischer Bepflanzung, beispielsweise aus Kiefern und Wacholder. Die Außenanlagen dienen einerseits zur Durchführung von Umweltbildungs-veranstaltungen, andererseits laden sie aber auch aufgrund verschiedener edukativer Elemente zum Entdecken auf eigene Faust ein. Die Außenanlagen werden sowohl die heimische Natur als auch verschiedene Möglichkeiten ökologischer Gartengestaltung vorstellen.

Bisher ist die im Jahr 2007 gegründete Umweltstation Augsburg die einzige der 53 staatlich anerkannten Umweltbildungseinrichtungen in Bayern ohne eigenes Gebäude. Die Umweltstation führt pro Jahr rund 400 Veranstaltungen durch. Nicolas Liebig, Geschäftsführer von Landschaftspflegeverband und Umweltstation, sieht die einstimmige Entscheidung des Stadtrats auch als Bestätigung für die gute bisherige Arbeit der Projektgruppe aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Stadtverwaltung, Landschaftspflegeverband und den Architekten. (pm/gr)