Mehr Grundstücke für geförderten Wohnungsbau

10.10.2019 11:15 | Bürgerservice & Rathaus Offensive Wohnraum Offensive Wohnraum Augsburg

Mehr bezahlbaren Wohnraum für die Bevölkerung schaffen, dies hat die städtische „Offensive Wohnraum Augsburg“ zum Ziel. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Wohnbaugruppe Augsburg (WBG). Bis 2026 will das städtische Tochterunternehmen ihren Wohnungsbestand um rund 1000 neue geförderte Wohnungen erhöhen, vier Grundstücke dafür stellt die Stadt zur Verfügung.

Es ist die bislang größte Maßnahme der WBG: Am Reesepark I im Stadtteil Kriegshaber entstehen aktuell 141 geförderte Wohnungen. Visualisierung: Titus Bernhard Architekten

Breite Schichten der Augsburger Bevölkerung mit dauerhaft bezahlbarem Wohnraum zu versorgen, ist ein vorrangiges Ziel der Stadt Augsburg. Eine wichtige Aufgabe kommt dabei der Wohnbaugruppe Augsburg (WBG) zu. Während das städtische Tochterunternehmen seinen Wohnungsbestand zwischen 2008 und 2014 vor allem modernisiert hat, lag der Schwerpunkt ab 2014 vor allem auf dem Bau neuer geförderter Wohnungen. Als Zielvorgabe sollten ursprünglich 100 Wohnungen pro Jahr, oder 600 Wohnungen bis 2020, gebaut oder erworben werden. „Das ist nicht realisierbar, weil diese Dinge einen entsprechenden Planungsvorlauf haben. Ab 2022 wird dieses Ziel allerdings überkompensiert sein“, so Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl. Insgesamt will die WBG ihren Wohnungsbestand bis 2026 um etwa 1000 auf rund 11.000 Wohnungen erhöhen. Neu gebaut wird ausschließlich geförderter Wohnraum.

Grundstücksvergabe nach sozialen Gesichtspunkten

Unterstützt wird die WBG dabei erstmals von der Stadt mit der Einlage von vier geeigneten Grundstücken in ihr Stammkapital. „Wir vergeben unsere Grundstücke nach sozialen Gesichtspunkten, nicht nach Höchstgeboten“, so Liegenschaftsreferentin Eva Weber. Dies geschehe im Rahmen eines aufgelegten Familienförderprogramms genauso, wie durch die Vergabe an Genossenschaften oder eben die WBG.

Geplante Wohnbauprojekte der WBG

Folgende neue Wohnbauprojekte sind geplant:

•    Reesepark I, Kriegshaber, 141 Wohnungen, in Bau
•    Nordfriedhofstraße, Oberhausen, 35 Wohnungen, Baubeginn 2019
•    Sheridanpark I, Pfersee, 109 Wohnungen, Baubeginn 2020
•    St.-Servatius-Stift, Hochfeld, 58 Wohnungen, Baubeginn 2020
•    Reesepark II, Kriegshaber, 135 Wohnungen, Baubeginn 2020
•    Spicherer Straße, Pfersee, 74 Wohnungen, Baubeginn 2020
•    Brunnenlechgässchen, Innenstadt, 6 Wohnungen, Baubeginn 2021
•    Sheridanpark II, Pfersee, 63 Wohnungen, Baubeginn 2021
•    Wernhüterstraße, Lechhausen, 48 Wohnungen, Baubeginn 2021
•    Wohanka-Gelände, Oberhausen, 65 Wohnungen, Baubeginn 2021
•    Prinz-Karl-Viertel, Hochfeld, 48 Wohnungen, Baubeginn 2022
•    Inningen, 57 Wohnungen, Baubeginn 2023
•    Schillstraße, Lechhausen 118 Wohnungen, Baubeginn 2024
•    Rosenaustraße, Pfersee, 10 Wohnungen, Baubeginn 2024

Zu den langfristigen Wohnbauflächenpotenzialen auch für günstigen Wohnraum zählt einmal „Haunstetten Südwest“, wo die WBG Grundstücke für rund 600 Wohnungen erworben hat. Auch auf dem Areal um die Weltwiese in Kriegshaber, südwestlich der Reese-Kaserne, sind Flächen für etwa 150 WBG-Wohnungen vorgesehen.

Mietsteigerung aufgrund von Baukosten wahrscheinlich

2018 lag die durchschnittliche Miete in den Wohnungen der Wohnbaugruppe bei 5,73 Euro pro Quadratmeter. „Aufgrund der gestiegenen Baukosten wird der Mietpreis bei den Neubauprojekten auf etwa zwölf Euro steigen, wobei der Staat - je nach Einkommenshöhe - bis zu 5,50 Euro ausgleicht. In unserer zuletzt bezogenen Wohnanlage in der Dr.-Dürrwanger-Straße lag er noch bei zehn Euro“, so WBG-Chef Dr. Mark Dominik Hoppe.

Wichtiger Partner für Menschen in besonderen Lebenslagen

In diesem Zusammenhang betonte Sozialreferent Dr. Stefan Kiefer, dass die Wohnraumversorgung in Augsburg ohne sozial geförderten Wohnungsbau nicht zu bewältigen wäre. Zur Unterbringung von Menschen in besonderen Lebenslagen – etwa bei Behinderung, psychischer Erkrankung oder Obdachlosigkeit – sei die WBG ein unverzichtbarer Partner. Um den Bestand an Sozialwohnungen in Augsburg wieder anzuheben, sind künftig bei Neubauvorhaben generell 30 Prozent dem geförderten Wohnungsbau vorbehalten. (erz)

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