Mehr Bürgerfreundlichkeit beim Wohngeld

22.07.2020 11:46 | Umwelt & Soziales Bürgerservice & Rathaus

2100 Haushalte in Augsburg beziehen Wohngeld. Nun soll der Antrag einfacher werden. Das – und ein soziales Wohnprojekt mit 25 Einheiten in Oberhausen – waren Themen beim Besuch von Staatssekretär Klaus Holetschek (Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bauen und Verkehr) in Augsburg.

Das Wohngeld und ein vom Freistaat gefördertes soziales Wohnprojekt in Oberhausen waren Themen einer Gesprächsrunde mit (v.l.) Mark Dominik Hoppe (GF Wohnbaugruppe Augsburg), Klaus Winter (Abteilungsleiter Wohngeld, ASL), Oberbürgermeisterin Eva Weber, Reiner Erben (kommissarischer Sozialreferent), Staatssekretär Klaus Holetschek (Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr), und Martin Schenkelberg (designierter Sozialreferent Stadt Augsburg). Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg

Das so genannte Wohngeld ist ein wichtiger Beitrag, um die monatlichen Wohnkosten zu schultern. Es ist ein von Bund und Freistaat finanzierter staatlicher Zuschuss für Haushalte mit geringem Einkommen.  Diese Unterstützung gewinnt gerade in Zeiten steigender Mieten an Bedeutung - auch in einer Stadt wie Augsburg mit einem angespannten Wohnungsmarkt.

Momentan beziehen in Augsburg 2100 Haushalte das Wohngeld. Seit der zum Jahresbeginn in Kraft getretenen Wohngeldreform sind die Wohngeldzahlungen deutlich gestiegen. In diesem Jahr werden sie in Augsburg voraussichtlich rund sechs Millionen Euro umfassen.

Wohngeldantrag vereinfachen

Klaus Holetschek, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bauen und Verkehr möchte die Beantragung von Wohngeld noch bürgerfreundlicher gestalten. Dazu fand am heutigen Mittwoch, 22. Juli, auf seinen Wunsch hin ein Fachgespräch mit der Wohngeldstelle der Stadt Augsburg statt, die für die Beantragung und Auszahlung des Wohngeldes zuständig ist. Der Staatssekretär wollte aus Sicht der Verwaltungspraxis erfahren, wie die Beantragung von Wohngeld für Bürgerinnen und Bürger vereinfacht werden kann. Insbesondere ging es um Möglichkeiten der Digitalisierung, etwa durch die Einführung eines „Online-Wohngeldantrags“.

„Gutes Signal der Wohngeldbehörde Augsburg“

Staatssekretär Klaus Holetschek: „Die Corona-Krise hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, die Digitalisierung in allen Bereichen voranzutreiben. Wir arbeiten deshalb mit Hochdruck an der Einführung eines Online-Wohngeldantrags für unsere Bürgerinnen und Bürger, um ihnen eine schnelle und sichere Antragstellung von zu Hause aus zu ermöglichen. Es ist ein gutes Signal, dass uns die Wohngeldbehörde Augsburg hierbei unterstützt.“

OB Eva Weber: „Bessere Chance für Familien“

Oberbürgermeisterin Eva Weber, die an dem Fachgespräch teilnahm, freut sich über die Initiative des Staatssekretärs: „Durch die Erhöhung der Wohngeldsätze zu Jahresbeginn haben viele Augsburger Familien eine deutlich bessere Chance, in angemessenem Wohnraum zu leben und ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Künftig wird die Höhe alle zwei Jahre angepasst. Das ist ein Fortschritt. Es wäre wünschenswert, dass den Bürgerinnen und Bürgern der Zugang zu der ihnen zustehenden Leistung noch weiter erleichtert wird.“

Klaus Holetschek: „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum“

Ein weiteres Thema des Besuchs von Staatssekretär Klaus Holetschek bei der Sozialverwaltung der Stadt Augsburg waren die aktuell laufenden Planungen zur Bebauung des Areals Westendorfer Weg im Stadtteil Oberhausen. Das Projekt, in dessen Rahmen die Stadt vier Gebäude mit zusammen rund 35 Wohneinheiten verschiedener Größe errichtet, wird vom Freistaat Bayern im Rahmen seiner Wohnungsbauoffensive gefördert. „Ich freue mich sehr, dass sich die Stadt Augsburg mit einem neuen Projekt auf dem Gelände „Westendorfer Weg“ im Kommunalen Wohnraumförderungsprogramm engagiert. Hier entsteht moderner und zugleich bezahlbarer Wohnraum, den wir dringend brauchen“, so Staatssekretär Klaus Holetschek. Der Freistaat hatte das Kommunale Wohnraumförderungsprogramm 2015 im Rahmen des Wohnungspakts Bayern aufgelegt. Der erfolgreiche Wohnungspakt wird mit der Wohnungsbauoffensive fortgeführt.

Wohnraumangebot unter sozialen Aspekten

Das stadteigene Gelände am Westendorfer Weg war bisher mit einfachsten Wohnungen aus den siebziger Jahren zur Unterbringung obdachloser Menschen bebaut. Diese Gebäude sind mittlerweile abgerissen. Die Mietwohnungen, die dort stattdessen ab 2021 entstehen sollen, verfügen über zeitgemäße Standards. Sie sollen nach dem Willen des Freistaats und der Stadt Augsburg Menschen zur Verfügung stehen, die sich auf dem Augsburger Wohnungsmarkt nicht mit angemessenem Wohnraum versorgen können.

OB Eva Weber: „Engagement des Freistaats ist Gold wert“

Vorgesehen sind auch ein Gemeinschaftsraum für die Bewohner sowie ein Büro für eine sozialpädagogische Betreuung als Ansprechpartner und zur Beratung der Menschen. Oberbürgermeisterin Eva Weber sieht in dem Projekt eine Möglichkeit, dass Augsburgerinnen und Augsburger, die es auf dem Wohnungsmarkt nicht leicht haben, eine Chance bekommen. „Zugleich kann eine seit Jahren bestehende unbefriedigende städtebauliche Situation gelöst werden, wovon auch die Anwohnerinnen und Anwohner sowie der ganze Stadtteil Oberhausen profitieren. Ermöglicht wird das durch das Kommunale Wohnraumförderungsprogramm. In Zeiten, in denen die Städte finanziell große Herausforderungen stemmen, ist dieses Engagement des Freistaates für uns buchstäblich Gold wert.“ (pm/grr)