Verdienstmedaille „FÜR AUGSBURG“ verliehen

12.01.2018 09:26 | Umwelt & Soziales

Sie haben sich um Augsburg verdient gemacht: neun Bürgerinnen und Bürger, die am Donnerstag mit der Verdienstmedaille „FÜR AUGSBURG“ ausgezeichnet wurden. Der Festakt zur Verleihung der Medaille samt Anstecknadel und Urkunde durch Bürgermeisterin Eva Weber fand standesgemäß im Goldenen Saal des Rathauses statt.

Die Ausgezeichneten von links: Prof. Klaus Peter, Anton Bischof, Daniyel Akgüc, Ulrike Langner, Bürgermeisterin Eva Weber, Gerda Rutsche, Jürgen Frantz, Dr. Hermann Weber, Franz Kleiber und Dr. Heinz Münzenrieder. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg

Die schönsten Bilder der Verleihung sehen Sie auf unserer Sonderseite Verdienstmedaille „FÜR AUGSBURG“.

Geschaffen wurde die Medaille von dem Augsburger Künstler Hans Heinfeldner, der sich in einem Wettbewerb um den schönsten Medaillenentwurf durchsetzen konnte. Als Motiv für die Auszeichnung ist das Rathaus im Verbund mit der Prägung „FÜR AUGSBURG“ gewählt worden. Die versilberte Medaille mit 4,5 Zentimetern Durchmesser hat einen glänzenden Grund, von dem sich – matt geprägt – das Rathaus mit dem Schriftzug „in Anerkennung für besondere Verdienste“ abhebt. Auf der Rückseite der Medaille ist das Stadtwappen mit der Zirbelnuss eingeprägt.

Seit 1993 verleiht die Stadt Augsburg jedes Jahr die Verdienstmedaille „Für Augsburg“, um Bürgern zu danken, die sich in uneigennütziger Weise und vornehmlich ehrenamtlich um die Stadt, insbesondere „um das Wohl der örtlichen Gemeinschaft des Augsburger Kommunalwesens verdient gemacht haben“.  

Die Medaille wurde bisher 240 mal vergeben. In diesem Jahr wurden diese neun Persönlichkeiten geehrt:  
 

Daniyel Akgüc 

Daniyel Akgüc, gebürtiger Aramäer, lebt seit Februar 1969 in Augsburg und gehört der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien an. Er setzt sich seit 1971 ehrenamtlich für die Angelegenheiten der Syrisch-Orthodoxen Kirchengemeinde in Augsburg ein. Seit 1991 ist Herr Akgüc Vorsitzender dieser großen Glaubensgemeinschaft in Augsburg. Daneben war er von 2000 bis 2007 Delegierter und Vorstandsmitglied des Diözesanrates der Syrisch-Orthodoxen Kirche und hat dort die Aufgaben des Kassiers übernommen. Herr Akgüc hat es in herausragender Weise verstanden, seine sehr erfolgreiche Arbeit für die Kirchengemeinde jederzeit konstruktiv mit der Integrationsarbeit in der Augsburger Stadtgesellschaft zu verbinden. Die sehr gute Entwicklung und das besondere integrative Engagement der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde in Augsburg dürfen als beispielgebend bezeichnet werden. Sie wären ohne den persönlichen und uneigennützigen Einsatz von Herrn Akgüc nicht denkbar.  
 

Anton Bischof

Anton Bischof war bis Mai 2017 ehrenamtlicher Betreuer des Wertachbrucker-Tor-Turms. Völlig uneigennützig sorgte er für die Instandsetzung und den Unterhalt des Turms. Als engagierter Führer erklärte er interessierten Besuchern die Stadtge-schichte, insbesondere die des Turms. Er fühlte sich mit diesem Turm sehr verbunden und kümmerte sich auch um dessen Vermietung. Auch wirkte Herr Bischof bei der Durchführung der „Thor-Feste“ mit. Ohne den Einsatz durch die Schreinerinnung, insbesondere Herrn Bischof, könnte dieser Turm heute nicht so genutzt werden. 
  

 Jürgen Frantz

Jürgen Frantz ist seit über 30 Jahren ehrenamtlich im Philharmonischen Chor Augsburg engagiert. Er lernte sein Handwerk als 2. Vorsitzender unter dem 2009 verstorbenen Ehrenpräsidenten des Philharmonischen Chors, Herrn Walter Weidmann. Danach war Herr Frantz fast 26 Jahre 1. Vorsitzender, von 2014 bis 2018 ist er 2. Vorsitzender. Im Jahr 2016 ist Jürgen Frantz vom erweiterten Vorstand des Chores bereits zum Mitglied des Ehrenpräsidiums gewählt worden. Dieses Ehrenamt besteht auf Lebenszeit und ist Ausdruck der großen Dankbarkeit der Mitglieder für die herausragenden Dienste an der Chorgemeinschaft. Herrn Frantz ist es gelungen, die große Tradition eines Augsburger Konzertchores aufrechtzuerhalten und die Kooperation mit dem Theater Augsburg und dessen Augsburger Philharmonischen Orchesters mit Leben zu füllen. Bei gemeinsamen Aufführungen wird so der musikalische „Ruf“ der Stadt repräsentiert, der Philharmonische Chor ist fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Augsburg. Seit 2003 ist der Kunstliebhaber Jürgen Frantz gewähltes Mitglied des Vereinsvor-stands des Kunstvereins Augsburg. Bis heute bringt er seine Sachkenntnis und sein Engagement immer wieder in die rein ehrenamtliche Arbeit des Vereins ein.         
 

Franz Kleiber 

Franz Kleiber ist mit dem Stadtteil Hammerschmiede sehr eng verbunden. Geprägt haben ihn sein jahrzehntelanges AWO- und Gewerkschaftsengagement sowie die Seniorenarbeit. Seit über 30 Jahren ist er Vorstandsmitglied beim AWO-Ortsverein Hammerschmiede. Große Verdienste hat er am Bau einer neuen Begegnungsstätte. Auch ist Herr Kleiber seit 26 Jahren Vorsitzender des Gartenbauvereins Hammerschmiede. Es ist ihm ein besonderes Anliegen, in diesem Stadtteil grüne Oasen zu schaffen und vorhandene Grünanlagen sauber zu halten.    
  

Ulrike Langner 

Ulrike Langner ist seit 01.06.1960 Mitglied beim Turn- und Sportverein (TSV) Haunstetten 1892 e. V. Sie war 1965 Gründungsmitglied einer Frauenhandball-Abteilung beim TSV. 1973 gründete sie die erste Handball-Jugend-Mädchenmannschaft und wurde mit der weiblichen C-Jugend 1983 Bayerischer Meister. Frau Langner hat im Jahr 1980 den Übungsleiterschein erworben. Ulrike Langner war 33 Jahre lang für die Ausbildung der 6 – 8-Jährigen (Minis) verantwortlich und hat mittlerweile fast vier Generationen bis ins Aktivenalter begleitet. Seit vielen Jahren ist sie mit der Organisation in der Handballabteilung betraut. Diese Handballabteilung ist eine der erfolgreichsten Abteilungen in Bayern. Darüber hinaus ist Frau Langner als koordinierende und versorgende „Mutter und gute Seele der Handballkompanie“ im TSV nicht mehr wegzudenken. Bei jedem Heimspiel kümmert sie sich nicht nur um die Verpflegung der Spieler/innen, sondern auch um die der Zuschauer. Das vorbildliche Engagement von Ulrike Langner motiviert auch immer wieder andere Mitglieder des TSV Haunstetten, Frau Langner zu unterstützen.   
  

Dr. Heinz Münzenrieder

Dr. Heinz Münzenrieder hat sich seit Jahrzehnten herausragende Verdienste um die Arbeiterwohlfahrt in Bayern, Schwaben und Augsburg erworben. Seit 1986 ist er Bezirksvorsitzender des AWO Bezirksverbandes Schwaben. Nach Einführung eines Präsidiumsmodells beim Bezirksverband Schwaben im Jahr 2007 ist Dr. Münzenrieder Vorsitzender des Präsidiums und Verwaltungsrat. Herr Dr. Münzenrieder ist mit Leib und Seele ein echter Gögginger und hat einen großen Bezug zu vielen Gögginger Vereinen und Arbeitsgemeinschaften. Besonders eingesetzt hat er sich für die Verknüpfungen und Zusammenarbeit der verschiedenen AWO-Einrichtungen untereinander. Es ist ihm auch gelungen, die Renovierung des Clemens-Högg-Hauses in Augsburg-Göggingen voranzutreiben und es zu dem zu machen, was es heute ist: Eine Wohneinrichtung für psychisch-kranke Erwachsene, in dem ein selbstständiger Alltag mit viel Lebensqualität ermöglicht wird. Herr Dr. Münzenrieder war Gründungsvorsitzender des Gögginger Geschichtskreises im Jahr 2001 und ist bis heute noch engagiertes Mitglied, weiter ist er Mitautor des Foto-Archivbandes „Göggingen“.      
    

Prof. Klaus Peter 

Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Peter übernahm den Vorsitz der Projektgruppe zum Aufbau eines Universitätsklinikums in Augsburg. Er hatte immer das Ziel vor Augen, eine Medizinische Fakultät an der Universität Augsburg zu gründen und das Klinikum Augsburg zu einem Universitätsklinikum weiter zu entwickeln. Als persönlicher Berater des Ministerpräsidenten Horst Seehofer leitet und steuert Herr Prof. Peter den staatsinternen Prozess und die Abstimmungen mit den weiteren Beteiligten. Durch sein enormes Engagement wurde im Juli 2016 die zentrale Weichenstellung für den Aufbau einer Universitätsmedizin in Augsburg gestellt. Auch an dem im Oktober 2016 gefassten Beschluss des Ministerrats zur Überführung des Klinikums Augsburg in ein Universitätsklinikum in Trägerschaft des Freistaats Bayern war Herr Prof. Peter maßgebend beteiligt. Dieser Beschluss eröffnete den Weg zur Gründung einer Medizinischen Fakultät an der Universität Augsburg. Die Uniklinik ist für die Stadt Augsburg und für die gesamte Region eine große Bereicherung. Für den Wirtschaftsstandort werden Entwicklungsschübe und innovative Impulse erwartet, die sich auf die gesamte Stadtentwicklung in Augsburg auswirken werden.    
 

Gerda Rutsche

Gerda Rutsche hat sich über Jahrzehnte in zahlreichen Verbänden außerordentlich für den Tourismus in Augsburg engagiert. Sie war die Vorgängerin von Götz Beck beim damaligen sog. Tourismusverein, heute Regio Augsburg Tourismus GmbH. Frau Rutsche hat das Thema Tourismus in vielen internationalen Vereinigungen, wie z. B. die Deutsch-Japanische Gesellschaft, gelebt und unterstützt. Die Gesellschaft wurde im Jahr 1997 gegründet und Frau Rutsche ist deren Gründungsmitglied. Weiterhin war sie Delegationsleiterin der Jugenddelegation und hat an einer Touristikmesse in Tokio teilgenommen. Auch für die Besucher aus Japan übernahm sie stets die Stadtführungen.    
 

Dr. Hermann Weber 

Dr. Hermann Weber war vom 30.09.2011 bis 30.09.2017 ehrenamtlicher Patientenfürsprecher des Klinikums Augsburg. Von 1982 bis zu seinem Ruhestand 2009 war er als leitender Oberarzt in der Gefäßchirurgie am Klinikum Augsburg tätig. In seinem Ruhestand war Dr. Weber weiterhin als Arzt bis 2010 aktiv. Er stand für medizinische Qualität. Sein Arztberuf war eine besondere Note und große Hilfe für die Wahrnehmung der Aufgaben als Patientenfürsprecher. Der Patientenfürsprecher ist Vermittler zwischen Patient und Krankenhaus, seine Aufgaben sind vielfältig: als Ratgeber Lösungen bei medizinischen Behandlungen finden, Verständnis zeigen für die schwierigen Situationen, Beantwortung von Fachfragen, Trauerbewältigung und einfach den Patienten nur zuhören. (pm/pif/rs)