Maximilianmuseum: Der Kaiser zieht ein

14.06.2019 12:39 | Kultur Bürgerservice & Rathaus

Am Samstag, 15. Juni, startet die dreimonatige Sonderausstellung zum 500. Todestag von Kaiser Maximilian I. Die Schau "Maximilian I. (1459-1519) Kaiser. Ritter. Bürger zu Augsburg" blickt auf das Leben des Habsburgers und sein Schaffen in Augsburg. Auf die Besucher warten Kunstwerke berühmter Meister und ein Virtual Reality-Highlight.

Viel zu erleben! Mit Virtual Reality in vergangene Zeiten eintauchen, Frage-Rätsel für Kinder und natürlich zahlreiche Exponate, die mit Kaiser Maximilian I. in Verbindung stehen. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg

Maximilian I. gehört zu den schillerndsten Herrscherfiguren der Renaissance, den die Nachwelt bis heute als „letzten Ritter“, „Schuldenkaiser“ oder Dürers Mäzen in Erinnerung behalten hat. Er selbst nannte sich schon zu Lebzeiten „Bürger zu Augsburg“. Das zeigt die einzigartige Nähe zwischen dem Kaiser und „seiner“ Reichsstadt.
500 Jahre nach Maximilians Tod beleuchtet das Maximilianmuseum das besondere Verhältnis in einer kulturgeschichtlichen Ausstellung. Neben Ausstellungen in Österreich und New York ist die Schau in Augsburg die einzige zu Maximilian I. in Deutschland im Jubiläumsjahr.

Maximilian und Augsburg: eine besondere Beziehung

Bekanntlich war es vor allem das Geld der Augsburger Kaufleute, welches Maximilian regelmäßig benötigte. Im Gegenzug zu den Darlehen erhielten die Gläubiger vom Kaiser Privilegien, Adelstitel und Ländereien.
Aber es gab noch weit mehr als das Finanzielle, das die Stadt und „ihren“ Kaiser aneinanderband: Augsburg zählte um 1500 zu den pulsierendsten Zentren Europas. Weltumspannende Handelsbeziehungen lieferten Luxus und ermöglichten eine ausgeprägte Festkultur, die Maximilian pflegte. In Augsburg bündelten sich zudem Gelehrtennetzwerke, die der Kaiser für seine Projekte einzubinden wusste: Augsburger Künstler und Drucker wurden mit der Erstellung von Kunstwerken, Riesendrucken zur Familiengeschichte, Autobiografien und liturgischen Drucken beauftragt. Maximilian wusste seine Beziehung zu Augsburg zu nutzen, aber auch zu fördern. Umgekehrt umwarb die Reichsstadt „ihren“ Kaiser, obwohl er sie oft teuer zu stehen kam.
Den Spuren dieser außergewöhnlichen Verbindung aus wechselseitiger Einflussnahme und schöpferischem Austausch geht die Ausstellung nach und beleuchtet auch Augsburgs Anteil an Maximilians Nachruhm.

Hochkarätige Ausstellungsstücke und Virtual Reality

Kunstwerke berühmter Meister wie Albrecht Dürer, Hans Holbein d. Ä., Hans Daucher und Daniel Hopfer treten in der Sonderausstellung neben weitere hochkarätige Leihgaben bedeutender europäischer Sammlungen und Museen. Bis vor kurzem noch als verschollen gedacht und gerade erst wiederentdeckt wird der „Heilige Oswald“ von Jacopo deʼ Barbari das erste Mal überhaupt in einer Maximilianausstellung zu sehen sein. Spannende Neuentdeckungen, wie die einer kaiserlichen Teppichknüpferei oder eines Tranchierbestecks, das der Kaiser verschenkte, illustrieren zusammen mit Schatzstücken der Kunstsammlungen, des Stadtarchivs sowie der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg eine neue Facette des Herrscherbildes Kaiser Maximilians I. Ein besonderes Highlight ist die virtuelle Rekonstruktion des Alten Einlasses. Das Nachttor wurde 1514 für Maximilian I. erbaut und ist wegen seiner geheimen Mechanik legendär. Mittels einer VR-Brille können die Besucherinnen und Besucher das längst abgerissene Wunderwerk erkunden. Archivalien, historische Pläne und Beschreibungen ermöglichten die wissenschaftlich fundierte, virtuelle Rekonstruktion.

Umfangreiches Führungsangebot

Zahlreiche Führungsangebote laden die Besucherinnen und Besucher ein, die Sonderausstellung zu Maximilian I. vielfältig zu erkunden. Neben besonderen Highlights, wie einem History-Slam, einem Konzert, dem Programm zur Langen Nacht der Kunst, einem Kalligraphie-Kurs für Erwachsene, einer Gehörlosenführung mit Gebärdendolmetscherin und einer Führung für Menschen mit Demenz, gibt es ein engmaschiges Führungsprogramm durch die Sonderausstellung für Erwachsene sowie ein buntes Ferienprogramm für Kinder. Das vollständige Programm finden Sie hier. (pm/as)