Liveticker vom 25. Dezember

25.12.2016 06:22 | Evakuierung, Stadt Augsburg

Augsburg hat heute die größte Evakuierung seit dem 2. Weltkrieg nach einem Bombenfund erlebt. 54.000 Menschen mussten bis 10 Uhr die Schutzzone in einem Radius von 1,5 Kilometern um den Fundort der Fliegerbombe verlassen. Um 18:52 war es dann offiziell: Die Bombe wurde erfolgreich entschärft.

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Fotos: Ruth Plössel/Text: Reinhard Strobl

 

+++ 19:00 Uhr +++

Die Evakuierung ist nun offiziell aufgehoben. Die Menschen kehren in die Innenstadt zurück. Die Rettungskräfte wollen alle gehunfähigen Leute noch heute zurücktransportieren.

+++ 18:52 Uhr +++

Es ist geschafft: Alle drei Zünder wurden entfernt und unschädlich gemacht. Die Bombe ist entschärft, die Menschen können langsam in ihre Häuser zurückkehren.

+++ 17:55 Uhr +++

Die Entschärfung läuft noch immer. Mittlerweile haben mehr als 4000 Menschen unseren WhatsApp-Kanal abonniert. Da unser Webserver ausgelastet ist, bitten wir Sie, unsere Infos über www.facebook.com/augsburgbuergerinfo, www.twitter.com/AugsburgCity und WhatsApp (Anmeldung auf www.augsburg.de/whatsapp) zu verfolgen. 

+++ 16:42 Uhr +++

Die Entschärfung läuft. Im Pressezentrum warten Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und sein Team auf hoffentlich positive Nachrichten.

+++ 16:28 Uhr +++

Selten zuvor waren die Blicke der bundesweiten Presse so intensiv auf Augsburg gerichtet wie heute. Kamerateams und Online-Reporter versorgen auch die internationalen Medien mit Live-Berichten.

+++ 16:08 Uhr +++

Der städtische Server ist nach wie vor stark überlastet. Wir arbeiten daran, www.augsburg.de stabil zu halten und bitten Sie um Geduld und Nachsicht. Aktuelle Nachrichten erhalten Sie auch über unseren WhatsApp-Service. Unter www.augsburg.de/whatsapp können Sie sich registrieren.

+++ 15:42 Uhr +++

Jetzt richten sich alle Gedanken auf die zwei Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes, die in diesem Augenblick ihr Leben für uns riskieren.

+++ 15:18 Uhr +++

Die Schutzzone ist evakuiert, die Entschärfung der Fliegerbombe hat begonnen. 

+++ 15:00 Uhr +++

Der Zeitplan hat sich etwas verzögert, weil deutlich mehr nicht gehfähige Personen transportiert werden mussten, als ursprünglich angenommen. In den Vortagen wurden 300 Personen von den Hilfsdiensten transportiert, für heute waren 400 geplant. Aufgrund zahlreicher Nachmeldungen waren es alleine am heutigen Sonntag jedoch 560 Krankentransporte aus der Schutzzone heraus.

+++ 14:26 Uhr +++

Für alle Touristen, die am Bahnhof ankommen und Zeit überbrücken müssen: Die Bahnhofsmission ist geöffnet. Es gibt kostenlos Kaffee und Tee. 

+++ 14:18 Uhr +++

Im Wittelsbacher Park, knapp außerhalb der Schutzzone, ist derweil nichts von alldem zu spüren. Menschen führen ihre Hunde Gassi, Kinder spielen auf der Wiese Fußball. Nur eine Frau mit Rucksack, die vor unserem Fenster auf und ab läuft, holt uns zurück in die Realität.

+++ 13:35 Uhr +++

Im Nebenraum gibt es Eintopf für die freiwilligen Hilfskräfte. "Ich bin seit 18 Jahren beim Roten Kreuz, aber so etwas habe ich noch nie erlebt", sagt ein sichtlich bewegter Sanitäter.

+++ 13:25 Uhr +++

In der Schwabenhalle fragen zwei offensichtlich erschöpfte Damen nach einer Ruhemöglichkeit. Helfer des Roten Kreuzes führen sie in die Erste-Hilfe-Station, wo sie sich eine Weile liegend erholen können. Am Eingang zur Schwabenhalle sitzen übrigens freiwillige Hilfskräfte aus Fürth - sie sind um 3 Uhr morgens aufgebrochen, um die Kräfte in Augsburg zu unterstützen. Unseren größten Respekt.

+++ 13:34 Uhr +++

Das Bürgertelefon 0821 324-4444 ist noch bis etwa 14 Uhr für individuelle Rückfragen persönlich besetzt. Danach wird durch aktuelle Bandansagen informiert. 

+++ 13:19 Uhr +++

Es fällt auf, dass die Menschen mit Ruhe und Gelassenheit die Zeit bis zum Ende der Evakuierung erwarten. Hier und da wird gelacht. Ein Mann mittleren Alters sagt in sein Handy: "Das ist schon ein ganz besonderer Weihnachtstag." Augsburg hat seinen Humor und seine Zuversicht nicht verloren.

+++ 13:16 Uhr +++

Eben ist Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl in der Messe eingetroffen. Er sitzt an einem Tisch mit Helmut Haug, dem Pfarrer von St. Moritz, sowie einigen Bewohnern der Innenstadt. St. Moritz gehört zu den Pfarreien, in denen aufgrund der Evakuierung heute keine Weihnachtsgottesdienste stattfinden konnten.

+++ 13:14 Uhr +++

In der Schwabenhalle sitzen etwa 200 Menschen an den bereitgestellten Tischen. Auf einer improvisierten Theke kann man sich Getränke nehmen. Es werden Salami- und Schinkensemmeln gereicht. Manche lesen Bücher oder spielen auf dem Handy. Vielleicht lesen auch einige unseren Live-Ticker. An dieser Stelle einen herzlichen Gruß an alle Betroffenen, die derzeit in den Notunterkünften ausharren, bis sie in ihre Wohnungen zurück dürfen.

+++ 13:00 Uhr +++

Vor der Schwabenhalle finden sich die Rettungswagen ein, die ihre Einsätze abgeschlossen haben. Dieser Anblick macht einmal mehr deutlich, welche gigantische Logistik und Planung hinter der gesamten Evakuierung steckt. Wahrscheinlich wird uns das alles erst morgen so richtig bewusst.

+++ 12:33 Uhr +++

Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl besucht die Notunterkunft im VIP-Bereich der WWK Arena. Es gibt Gulaschsuppe und Gemüseeintopf, das Rote Kreuz verleiht Spiele und Kinderbücher. Babys schlafen friedlich im Maxicosi, auf einem Tisch steht ein Vogelkäfig mit zwei Wellensittichen. Der OB mischt sich unter die rund 200 Leute, die hier Unterkunft gefunden haben. Er geht von Tisch zu Tisch und führt Gespräche.

+++ 11:52 Uhr +++

In den Notunterkünften bleibt die Lage entspannt. Offenbar haben sich viele Bewohner im Vorfeld selbst um eine Unterkunft bemüht. Hier die aktuellen Zahlen:

WWK Arena ca. 100 Personen
Messe Augsburg ca. 200 Personen
TSG Augsburg ca. 100 Personen
Hans-Adlhoch-Schule ca. 40 Personen
Rudolf-Diesel-Gymnasium ca. 80 Personen
Berufsschule VI ca. 100 Personen
Ulrichswerkstätten ca. 20 Personen

+++ 11:50 Uhr +++

In diesen Minuten läuft noch die Nachkontrolle der Sicherheitskräfte. An allen Haustüren wird geklingelt, es fahren Einsatzfahrzeuge durch die Straßen, die noch immer per Lautsprecher zum Verlassen der Schutzzone auffordern. Die Evakuierung scheint aber erfolgreich gelaufen zu sein. OB Dr. Kurt Gribl führt das auch auf die detaillierten Planungen im Vorfeld zurück: "Es gab keine einzige Situation, die unseren Planungen nicht berücksichtigt war."

+++ 11:46 Uhr +++

Wichtigste Nachricht aus der Pressekonferenz: Alles läuft nach Plan. Polizeisprecher Manfred Gottschalk betont, man sei voll im Zeitplan. Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl bedankte sich bei den Medien für die ausführliche Berichterstattung im Vorfeld. Die Bürger scheinen gut informiert gewesen, darum habe die Evakuierung ohne Zwischenfälle geklappt. Derweil laufen noch die Transporte der nicht gehfähigen Bewohner. Noch rund 100 Transporte müssen abgewickelt werden. Wir Hilfskräfte-Sprecher Rahpael Doderer mitteilt, sind rund 800 ehrenamtliche Einsatzkräfte aus ganz Bayern nach Augsburg gekommen, um zu helfen. Nicht nur Augsburg, der ganze Freistaat rückt am heutigen Weihnachtstag zusammen.

+++ 11:23 Uhr +++

In wenigen Minuten beginnt die zweite Pressekonferenz des Tages. Auch Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl wird teilnehmen und einen Bericht zur Lage geben.

+++ 10:58 Uhr +++

 

Die Atmosphäre in der Stadt ist gespenstisch. Kein Mensch auf den Straßen, kein Gesicht hinter den Fensterscheiben. Durch die Maximilianstraße weht der Wind leere Kaffeebecher von gestern Abend. Derweil führen Polizei und Feuerwehr letzte Kontrollen an den Haustüren durch.

+++ 10:45 Uhr +++

Die Sprengmeister gehen fest davon aus, dass die Bombe sicher entschärft werden kann. Man habe Erfahrung mit diesem Bombentyp, er sei von der Royal Air Force gegen Ende des 2. Weltkriegs sehr häufig über deutschen Städten abgeworfen worden.

+++ 10:41 Uhr +++

Mittlerweile ist das Team des Kampfmittelräumdienstes eingetroffen. Mitarbeiter Dr. Andreas Heil (im Bild) verrät, dass die beiden Männer, die die Bombe entschärfen werden, "gut drauf" sind. Sie wirken entspannt, eine Hand in der Hosentasche, in der andere eine Wurstsemmel als Stärkung.

+++ 10:34 Uhr +++

Die Stadt wirkt wie leergefegt. Hoffentlich ist niemand mehr in der Schutzzone. falls doch: Bitte verlassen Sie sofort die festgelegte Zone!

+++ 10:16 Uhr +++

Die Einsatzkräfte werden nun die gesamte Schutzzone auf noch verbliebene Bewohner durchsuchen. Dazu wurde das Gebiet in 32 Einzelzonen aufgeteilt. Die Einsatzkräfte stimmen sich detailliert über den Ablauf dieser Aktion ab, damit keine Straße, kein Weg, kein Winkel übersehen wird.

+++ 10:00 Uhr +++

Die Evakuierung ist offiziell abgeschlossen. Die Polizei appelliert noch einmal an alle, die sich noch in der Schutzzone befinden, diese unverzüglich zu verlassen!

+++ 9:55 Uhr +++

Direkt am Jakoberwall wartet eine ältere Dame offenbar seit 8 Uhr morgens auf eine Abholung. Die Feuerwehr nimmt sich der Dame an und bringt sie aus der Schutzzone.

+++ 9:45 Uhr +++

An den Absperrungen fragen Anwohner, ob sie ihr Haus auch verlassen müssen. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie innerhalb der Schutzzone wohnen, schauen Sie in unserem Straßenverzeichnis nach! Und bitte beeilen Sie sich, die Evakuierung muss in 15 Minuten abgeschlossen sein!

+++ 9:33 Uhr +++

Die Notunterkünfte haben noch Kapazitäten. In der WWK Arena waren bis 9:30 Uhr rund 140 Personen eingetroffen, in der Messe etwa 120.

+++ 9:31 Uhr +++

Und noch einmal der dringende Appell: Verlassen Sie die Schutzzone! Niemand darf auf eigene Gefahr zurückbleiben!

+++ 9:28 Uhr +++

Falls Sie kranke oder ältere Bewohner bemerken, die mit einem Rettungswagen transportiert werden müssten, wählen Sie bitte die 0821 19222, die zentrale Nummer der Hilfsdienste.

+++ 9:21 Uhr +++

Im eigens eingerichteten Medienzentrum im Kongress am Park wurde jetzt die erste gemeinsame Pressekonferenz von Polizei, Feuerwehr, Hilfskräften und Stadt abgehalten. Dabei wurden Fakten genannt: Die Hilfskräfte haben heute noch 480 Abtransporte zu absolvieren, 70 davon waren um 9 Uhr bereits geschafft. Die Stadtwerke haben 60 Busse und 50 Trams im Einsatz, um die Menschen aus der Schutzzone zu bringen. Laut Polizei läuft die Evakuierung gut, nur in wenigen Fällen mussten die Beamten "unterstützend tätig sein, um die Leute positiv zum Verlassen der Schutzzone zu beeinflussen".

+++ 8:47 Uhr +++

Offenbar sind noch immer einige Menschen nicht über die Evakuierung informiert. Bitte klingeln und klopfen Sie bei Ihren Nachbarn, vor allem bei älteren Menschen oder Leuten, die nicht gut Deutsch sprechen!

+++ 8:46 Uhr +++

An den Zufahrtsstraßen hält die Polizei mittlerweile an rund 60 Absperrungen die Autos auf. Nur wer Bewohner abholt, darf die Schutzzone befahren.

+++ 8:44 Uhr +++

Am Hauptbahnhof ist die Lage ebenfalls entspannt. Es ist kaum mehr los als an einem normalen Feiertag. Offenbar finden die meisten Betroffenen Unterkunft im Stadtgebiet.

+++ 8:39 Uhr +++

Vor vielen Häusern warten Menschen darauf, abgeholt zu werden. Rollstuhlfahrer werden in Rettungswagen geschoben, Taxis holen vor allem ältere Mitbürger ab.

+++ 8:26 Uhr +++

Überall auf den Straßen sieht man jetzt Menschen mit Koffern und Taschen, die die nächste Bus- oder Straßenbahnhaltestelle ansteuern. 

+++ 8:23 Uhr +++

Bürgermeisterin Eva Weber ist vor Ort und sprcht mit den Einsatzkräften. Die Situation scheint noch recht entspannt zu sein. Die Menschen verlassen das Gebiet ruhig, aber zügig.

+++ 8:00 Uhr +++

Jetzt beginnt die offizielle Evakuierung. Einsatzwagen der Feuerwehr fahren durch die Schutzzone und appellieren über Lautsprecher: "Achtung, Achtung! Hier spricht die Feuerwehr! Auf amtliche Weisung wird dieses Gebiet aus Sicherheitsgründen geräumt! Bitte verlassen Sie unverzüglich den festgelegten Sperrbereich!"

+++ 7:50 Uhr +++

Auf dem Rewe-Parkplatz neben der Fundstelle steht die Mobile Wache der Polizei. Fernsehteams interviewen die Pressesprecher der Polizei und der Feuerwehr.

+++ 7:38 Uhr +++

Um 8 Uhr öffnen die Notunterkünfte. Dort stehen die Hilfskräfte schon bereit, um die Menschen zu betreuen und im Notfall zu versorgen.

+++ 7:34 Uhr +++

Im Pressezentrum in der Kongresshalle trudeln die Journalisten ein. Es haben sich Reporter und Kamerateams aus ganz Deutschland, teilweise sogar aus dem Ausland angesagt.  

+++ 7:06 Uhr +++

+++ 6:54 Uhr +++

Bitte achten Sie beim Verlassen Ihrer Wohnung auch darauf, ob Ihre Nachbarn schon wach und bereit zum Verlassen der Schutzzone sind. Klingeln Sie, und bieten Sie Ihre Hilfe an. Helfen Sie sich gegenseitig, vor allem ihren älteren, weniger mobilen oder vielleicht auch psychisch angeschlagenen Nachbarn. Vergessen Sie den Streit von letzter Woche. Heute rückt Augsburg zusammen. Jeder ist für jeden da.

+++ 6:49 Uhr +++

Bitte nehmen Sie die Lage ernst und verlassen Sie die Schutzzone, wenn Sie betroffen sind. Vor allem aus den Randgebieten kommt immer wieder die Frage, ob man auf eigene Gefahr in der Wohnung bleiben darf. Die Allgemeinverfügung gilt aber ausnahmslos für alle Bewohner der festgelegten Zone. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie innerhalb der Zone wohnen, suchen Sie Ihre Adresse in unserem Straßenverzeichnis

+++ 6:46 Uhr +++

Wir haben für Sie ein Special aufgebaut, in dem Sie Antworten auf Ihre Fragen finden. Unter www.augsburg.de/evakuierung erklären wir den Ablauf der Evakuierung, geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihre Wohnung verlassen sollten und haben eine Liste der wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt.

+++ 6:31 Uhr +++

Schon in den frühen Morgenstunden waren viele Leute auf den Beinen. In zahlreichen Wohnungen brannte bereits Licht, die Menschen packten das Wichtigste in ihre Taschen. In der Straßenbahn saßen Leute mit Koffern. Voll besetzte Autos fuhren aus der Innenstadt heraus. Aus den Fenstern blickten oft alte Menschen mit kleinen Augen. Kamen in ihnen Erinnerungen hoch an die Bombennacht vom Februar 1944 - die Nacht, in der auch diese Fliegerbombe vom Himmel fiel? 

+++ 6:21 Uhr +++

Guten Morgen! Heute ist der 1. Weihnachtsfeiertag. Der Tag, an dem wir gerne lange schlafen und mittags die Familie um einen festlich gedeckten Tisch versammeln. Für Zehntausende Augsburger wird dieser Weihnachtstag anders verlaufen: Sie müssen bis spätestens 10 Uhr ihre Wohnung in der Innenstadt, im Textilviertel oder in Lechhausen verlassen. Für sie stehen Notunterkünfte bereit, in denen sie mit dem Nötigsten versorgt werden. Viele Betroffene kommen aber bei Freunden oder Verwandten unter, teilweise auch bei Fremden, die ihre Hilfe angeboten haben. Augsburg rückt heute noch enger zusammen.