Jakobervorstadt bekommt "Kirchenpräsident-Veit-Straße"

18.12.2018 14:45 | Bürgerservice & Rathaus Kultur

Heute vor 70 Jahren verstarb der gebürtige Augsburger Friedrich Veit. Der erste Kirchenpräsident Bayerns prägte entscheidend die Evangelisch-Lutherische Kirche und warnte vor dem Nationalsozialismus. Nun erinnert eine Straße westlich der Kirche St. Jakob an seine Person.

Einweihung der Kirchenpräsident-Veit-Straße und der Gedenktafel bei St. Jakob durch Anette Mayer und Wilfried Matzke vom Geodatenamt, OB Dr. Kurt Gribl und Regionalbischof Michael Grabow. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg

Bis heute war die Straße westlich der Kirche St. Jakob namenlos. Nun erinnert sie an den Augsburger Friedrich Veit (1861-1948). Dieser prägte während der Weimarer Republik maßgeblich die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern.

Erster bayerischer Kirchenpräsident

Getauft in der Kirche St. Jakob besuchte er die protestantische Volksschule zu St. Jakob und anschließend das Humanistische Gymnasium bei St. Anna. Nach seinem Theologiestudium in Erlangen und Leipzig wirkte er als Pfarrer. Im Jahr 1921 übernahm er das Amt des Kirchenpräsidenten (seit 1933 als Landesbischof bezeichnet). Er gilt auch als Wegbereiter eines weltweiten Zusammenschlusses der Evangelisch-Lutherischen Kirchen.

Bekennender Gegner des Nationalsozialismus

Friedrich Veit erkannte früh die menschenverachtende Ideologie des Nationalsozialismus und warnte vor ihren Folgen. Nach der Machtübernahme 1933 wurde er aus seinen Ämtern gedrängt. Mit der „Kirchenpräsident-Veit-Straße“ kann an einem passenden Ort das bedeutende Wirken des Augsburgers als Kirchenpräsident gewürdigt werden.

Keine Adressänderungen bei angrenzenden Wohnhäusern

Der Straßenname wird übrigens nicht als Hausadresse verwendet. Somit besteht kaum eine Verwechslungsgefahr mit dem nahe gelegenen „Meister-Veits-Gäßchen“. (as)