Historischer Kaufmannszug startet am Rathausplatz

28.05.2019 13:34

Am Samstag, 1. Juni, um 9:30 Uhr, setzt sich am Rathausplatz der große historische Kaufmannszug mit 18 Fuhrwerken, 43 Pferden und 170 Mitwirkenden in Bewegung Richtung Frankfurt am Main. Rund zwei Wochen dauert die abenteuerliche Reise.

Reisen im Stil des 18. Jahrhunderts: In historischen Gewändern, mit Pferden und Fuhrwerken bricht der Kaufmannszug auf den Handelsweg Richtung Frankfurt auf. Foto: Arbeitskreis Kaufmannszug Seligenstadt

Am 1. Juni, um 9:30 Uhr, begibt sich ein historischer Kaufmannszug vom Augsburger Rathausplatz aus auf den Handelsweg Richtung Frankfurt. Entsendet wird er von Bildungsreferent Hermann Köhler in Vertretung von Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl. Für zwei Wochen lassen sich jeweils rund 170 Personen in ihren historischen Gewandungen mit 43 Pferden und 18 Fuhrwerken auf das Abenteuer einer „Geleitsreise“ des 18. Jahrhunderts ein. Am 15. Juni werden sie nach ca. 340 Kilometern ihr Ziel Seligenstadt erreichen. Die Stadt unterstützt gemeinsam mit der Interessengemeinschaft Historisches Augsburg e.V. diesen Event.

Tradition nach zwei Jahrhunderten wiederbelebt

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts waren die letzten Züge mit Kaufleuten unterwegs, die von Augsburg und Nürnberg aus Richtung Frankfurt zur Messe reisten. Im Jahr 2002 gründete sich in Seligenstadt, dem letzten Rastort vor Frankfurt, der Arbeitskreis Kaufmannszug, um diese Zeit als „Lebendige Geschichte“ wiederaufleben zu lassen. Am 31. Mai 2003 startete erstmals nach über 200 Jahren wieder ein Zug mit Kaufleuten und ihrem Geleit von Nürnberg Richtung Frankfurt. Seit diesem Zeitpunkt findet alle vier Jahre ein solcher Kaufmannszug statt.

Verschiedene Varianten der "Augsburger Strecke"

Der Anfang eines solchen Projekts besteht immer in der Aufarbeitung der geschichtlichen Begebenheiten sowie der möglichen Wegführungen, so die Organisatoren.
Über die gesamte Zeit der Geleitszüge wurden verschiedene Routen befahren; so nahm auch die „Augsburger Strecke“ nicht immer den gleichen Weg - gab es doch die Nordvariante entlang der Romantischen Straße, wo sie in Aub die Nürnberger Strecke kreuzte, und die Ulmer Variante der Bergstraße entlang Richtung Frankfurt. Unter Mitarbeit eines Historikers wurden geschichtliche Recherchen betrieben und die genaue Route ausgearbeitet. Mit Berücksichtigung der Belastbarkeit der Pferde wurden dann die Tagesetappen geplant.

Nicht jedes Pferd ist geeignet

Gezogen werden die Fuhrwerke beim „Geleitszug“ vorwiegend von schweren Warmblütern. Ein heute im Freizeitbereich eingesetztes Reit- oder Gespannpferd wäre ohne spezielle Vorbereitung den Strapazen einer solchen Fahrt nicht mehr gewachsen, so Stephan Sprey, einer der Verantwortlichen für Pferde und Fuhrwerke. (pm/as)