Hohes Friedensfest wird bayerisches Kulturerbe

14.03.2018 16:38 | Kultur

Das Augsburger Hohe Friedensfest wird jährlich am 8. August als städtischer Feiertag begangen. Jetzt ist es als eine von zwölf „kulturellen Ausdrucksformen“ in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Das gab Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle gestern nach der Ministerratssitzung in München bekannt. Auf Anregung des Ministers wird der einzigartige Augsburger Feiertag zudem für die Aufnahme in das Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen.

Die Friedenstafel auf dem Rathausplatz ist ein Höhepunkt des Hohen Friedensfestes. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg

„Das Augsburger Friedensfest auf der Liste des Bayerischen Landesverzeichnisses des immateriellen Kulturerbes zu sehen, ist für uns natürlich eine besondere Auszeichnung“, so Kulturreferent Thomas Weitzel. „Letztlich beabsichtigen wir aber natürlich mit dem angestoßenen Bewerbungsverfahren die Eintragung in die Liste des immateriellen Welterbes, da es weltweit keinen ähnlich gearteten Feiertag gibt, der dem Frieden gewidmet ist.“
 

Im Jahr 1650 entstanden

Das Augsburger Friedensfest entstand im Jahre 1650 anlässlich der Wiedererlangung der freien protestantischen Religionsausübung nach dem Dreißigjährigen Krieg. Seit dem 20. Jahrhundert stellt das mittlerweile ganz bewusst überkonfessionell und interreligiös ausgerichtete Fest mit gegenwärtig über 60 Veranstaltungen die wechselseitige Achtung des Anderen und die Friedenssicherung in den Mittelpunkt. Als Deutschlands einziger städtischer gesetzlicher Feiertag ist das Augsburger Friedensfest das zentrale gesellschaftliche Festereignis.
 

Auftrag für ein konfliktfreies Miteinander

Gerade im Hinblick auf die überregionale Wahrnehmung des Friedensfestes komme dem Schritt eine besondere Bedeutung zu, betont Weitzel. Der städtische Spezialfeiertag am 8. August sei Ausdruck und Symbol einer Konfliktbewältigung, die den Frieden einer Stadtgesellschaft über Jahrhunderte mahnend in Erinnerung hielt. „Angesichts der Herausforderungen von Migration und Diversität trägt das Friedensfest auch für uns heute im Kern den Auftrag in sich, ein konfliktfreies Miteinander auszuhandeln und täglich neu zu gestalten“, so der Kulturreferent.
 

Rein ideelle Würdigung

Die Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes ist eine ideelle Würdigung, die an keine finanzielle Förderung gekoppelt ist. Das Verfahren ist losgelöst von der parallel laufenden Bewerbung mit der Augsburger Wasserwirtschaft um den Titel des UNESCO-Welterbes zu sehen, da hier die materiellen Kulturgüter/Denkmäler im Vordergrund stehen. Diese Bewerbung ist am 1. Februar dieses Jahres fristgerecht bei der UNESCO-Welterbe-Kommission in Paris eingereicht worden. Eine Entscheidung dazu wird erst für Mitte 2019 erwartet. (pm/rs)