Forstverwaltung pflanzt im Frühjahr im Stadtgebiet knapp 14.000 Jungbäume

15.05.2019 09:23 | Umwelt & Soziales

In allen Forst-Revieren sind es sogar bis zu 250.000 Jungbäume. Dabei kommt es auf den richtigen Pflanzenmix an, der auch Klimaveränderungen der Zukunft übersteht. Geschützt werden die jungen Bäumchen mit einem speziellen plastikfreien Verbissschutz.

Im Augsburger Stadtwald werden Baumarten wie Linde, Ulme, Ahorn, Elsbeere (im Bild), Vogelkirsche und Wildapfel aber auch Weißtanne und Douglasie gesetzt. Bild: Ruth Plössel/Stadt Augsburg

Knapp 14.000 Bäume hat die Augsburger Forstverwaltung bislang im Frühling in ihren beiden Stadtgebiet-Revieren Haunstetten und Siebenbrunn gepflanzt. Die jungen Setzlinge brauchen ausreichend Wasser, um Wurzeln bilden und sich mit Nährstoffen versorgen zu können. Dies gelingt nur im feuchten Waldboden. Daher sieht Forstamtsleiter Jürgen Kircher den Regen und kühlen Temperaturen im Mai mehr als positiv.

In allen sieben Forstrevieren der Stadt Augsburg werden im Frühjahr und im Herbst gesamt rund 250.000 junge Bäume gepflanzt. Damit wird ein wesentlicher Beitrag für den Erhalt des Waldes aber auch für die erforderliche Naturverjüngung geleistet: Im Siebentischwald gibt es Stellen, an denen pro Quadratmeter 50 bis 90 Sämlinge und Jungbäumchen wachsen.

„Quell für Trinkwasser und Artenvielfalt“

Bürgermeisterin und Forstreferentin Eva Weber verweist auf die hohe Anzahl an Bäumen, die in diesem Frühjahr gesetzt wurden und das Stadtumfeld mit Grün bereichern. Zur Rolle des Augsburger Stadtwalds sagt sie: „Er ist nicht nur Quell für unser Trinkwasser und Artenvielfalt. Vielmehr ist der Stadtwald auch unser Naherholungsgebiet. Ob wir spazieren gehen oder Sport treiben - wir alle können uns über die gute Luft, die Ruhe und Schönheit der Natur wirklich freuen.“

Bessere Klima-Anpassung mit Laubbäumen

Aufgrund des Klimawandels versucht die Forstverwaltung durch die Auswahl der Baumarten eine gewisse Anpassung an künftige Klima-Extreme zu erreichen. Das geschieht - auch wegen der besseren Wasserspeicherfähigkeit im Trinkwasserschutzgebiet - in erster Linie mit Laubbäumen. In den Revieren werden daher Baumarten wie Linde, Ulme, Ahorn, Elsbeere, Vogelkirsche und Wildapfel aber auch Weißtanne und Douglasie gesetzt. Allein in diesem Frühjahr wurden 33 verschiedene Baum- und Straucharten in den Boden gebracht.

Eichen gemischt mit Linden oder Buchen

Die Forstverwaltung setzt dabei auf eine Vierbaumstrategie. „Durch den Anbau von mindestens vier verschiedenen Baumarten auf einer Fläche, soll eine bestmögliche Risikominimierung für künftige Klimaszenarien geschaffen werden“, so Forstamtsleiter Jürgen Kircher. Willkürlich werden die Bäume allerdings nicht gepflanzt. „Wir Förster schauen genau auf den Standort, der die zukünftige Baumartenwahl bestimmt“, sagt der Fachmann. Aus diesem Grund sind Eichen gemischt mit Linden oder Buchen zu finden. Den dazugehörigen Waldrand säumen Weiden, Erlen und blühende Kirschen. Die kleinen Bäume stammen aus regionalen Baumschulen, denn die Forstverwaltung achtet streng auf heimisches Pflanzmaterial. Die Pflanzarbeiten übernehmen in erster Linie die 27 eigenen ausgebildeten Forstwirte des städtischen Forstbetriebes. Bei Hochbetrieb werden sie von externen Kräften aus Forstunternehmen unterstützt.

Spezieller Verbiss-Schutz für die Jungbäume

Entscheidend für die jungen Pflanzen ist, dass ihr Wachstum in den ersten Jahren nicht gestört wird. Ihre Knospen und jungen Triebe werden allerdings vom Rehwild sehr geschätzt. Die Folge von so genannten Verbissen ist, dass sich das Pflanzenwachstum verzögert oder der junge Baum ganz abstirbt. Besonders wertvolle Baumexemplare werden deshalb mit einem Einzelschutz umzäunt. In aller Regel wird dafür ein Geflecht aus Plastik oder verzinktem Draht verwenden.

Nicht so im Augsburger Stadtwald. Weil das Einsammeln der Plastiknetze nach der Schutzphase der Jungbäume mühsam ist und Müll verursacht, haben die Augsburger Förster den „Augsburger Verbiss-Schutz“ - ein Gestell aus Holz und Jutebändern - entwickelt. Dieses verursacht keinen Müll, sondern fällt, sobald es seinen Zweck erfüllt hat, auseinander und kann im Wald verrotten. Für die Herstellung dieses Verbiss-Schutzes arbeitet die Forstverwaltung mit den Dominikus-Ringeisen-Werken in Ursberg und den Augsburger Ulrichs-Werkstätten zusammen. Das Holzmaterial stammt ebenfalls aus Schwaben.