Ein Mann der Tat feiert Geburtstag: Helmut Hartmann wird 90

25.10.2019 18:03 | Bildung & Wirtschaft Bürgerservice & Rathaus

Helmut Hartmann setzt sich leidenschaftlich für das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen ein. Deshalb wurde ihm 2003 der Augsburger Friedenspreis verliehen. Jetzt feiert Helmut Hartmann seinen 90. Geburtstag.

Helmut Hartmann war immer ein Mann der Tat, der sich nicht damit begnügte, Missstände zu benennen, sondern aktiv dafür eingetreten ist, diese zu beheben. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg.

Er hat Zeit seines Lebens in herausragendem Maße Verantwortung übernommen - nicht nur für das väterliche Unternehmen, das er nach dem Krieg wieder aufbaute und über Jahrzehnte hinweg führte, sondern auch für unsere gesamte Stadtgesellschaft.   

Helmut Hartmann war immer ein Mann der Tat, der sich nicht damit begnügte, Missstände zu benennen, sondern aktiv dafür eingetreten ist, diese zu beheben. Alarmiert durch die Anschläge gegen ausländische Mitbürger in Rostock, Solingen und Mölln Anfang der 90er Jahre gründete er 1995 das Forum Interkulturelles Leben und Lernen e. V. (FILL).

Er und seine Mitstreiter hatten damals durchaus mit Widrigkeiten und Unverständnis zu kämpfen, doch ließen sie sich nicht abbringen von ihrem Weg. FILL entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Netzwerk mit zahlreichen Kooperationspartnern: Kulturamt, Kresslesmühle, Theater, Volkshochschule, Mesopotamienverein, aber auch die Universität Augsburg war mit dabei.  

Helmut Hartmann war immer bewusst, wie wichtig Bildung und gesellschaftliche Teilhabe für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ist und welche große Bedeutung der Aufklärung der Gesellschaft dabei zukommt. Gemeinsam mit seiner Frau Marianne stiftete er den Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien, der 1998 erstmalig verliehen wurde.             

2003 hat sein nachhaltiges Engagement mit dem Preis Augsburger Hohes Friedensfest, der seit 1985 alle zwei Jahre verliehen wird, eine offizielle Würdigung erfahren. In der Begründung zur Wahl von Helmut Hartmann zum Friedenspreisträger sagte der damalige Jury-Vorsitzende Regionalbischof Öffner: „Der kulturelle Austausch auf lokaler Ebene ist keine Schwundstufe eines globalen Dialogs, im Gegenteil: Wird der Dialog der Kulturen und Religionen nicht vor Ort geführt, dann gibt es ihn nirgendwo.“

Die Arbeit von FILL ist heute wie damals von größter Bedeutung (pif)