Eichenprozessionsspinner auch in Augsburg

06.06.2019 17:38 | Umwelt & Soziales

Sie leben in "Prozessionen" und ihre Leibspeise sind Eichen. Die Rede ist von Eichenprozessionsspinnern. Der Kontakt mit den Raupen und Gespinstnestern sollte unbedingt vermieden werden. Was es im Umgang mit den Insekten zu beachten gibt...

Der Eichenprozessionsspinner in freier Wildbahn. Bild: Gabriela Lobinger/Landesamt für Wald und Forstwirtschaft

Eichenprozessionsspinner – genauer gesagt die Raupen dieser Nachtfalterart wurden in dieser Woche wieder zum zweiten Mal nach 2018 in Augsburg durch das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen entdeckt. Erhöhte Achtsamkeit in der Nähe von Eichen und Kontaktvermeidung mit den Raupen und Gespinstnestern wird empfohlen.

Die Falter sind ungefährlich und auch die Eichen werden durch die Fraß-Schäden in der Regel nicht nachhaltig geschädigt. Gefährlich sind die langen weißen Härchen der Raupen, die bei Berührung der Haut starke Hautentzündungen und Allergien der Atemwege auslösen können.

Warnschilder bleiben auch nach Entfernung noch am Baum

Das AGNF beschildert die betroffenen Bäume im öffentlichen Raum, an denen der Falter gefunden wurde. An Stellen mit hoher Sicherheitserwartung, z.B. in Schulen, werden die Nester entfernt. Die Schilder werden auch nach der Entfernung am Baum belassen, falls einzelne Raupen übersehen wurden und die Gefahr nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann.

Vier Standorte in Augsburg sind betroffen

Bislang wurde der Eichenprozessionsspinner an vier Standorten nachgewiesen. Betroffen ist das Fribbe-Bad, die KITA Zollernstraße, der Wittelsbacher Park und die Ostseite der Liegewiese am Ilsesee. Der Baum in der KITA wurde abgesperrt, bei den anderen Bäumen wurden Warnschilder aufgestellt, im Fribee-Bad ist ein Sicherheitsbereich abgesperrt. Obwohl hier sind die Raupen bereits entfernt sind, wird der Bereich erst freigegeben, sobald eine Gefahr für Badegäste ausgeschlossen werden kann.

Was tun, wenn es doch zu einer Berührung kam?

Bei Berührung der Raupen oder ihrer Nester sollte die Kleidung gewaschen werden und die Haut mit Wasser und Seife gereinigt werden. Bei Auftreten von erheblichen Hautreizungen oder Allergien (Asthma, Husten) sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Die Raupen treten in der Regel in Massen von mehreren Hundert Tieren an einem Baum auf und bewegen sich in sog. „Prozessionen“ an den Stämmen von Eichen in die Krone, um dort das Eichenlaub zu fressen.

Das AGNF geht von einem dauerhaften und hohen Druck von neuen Faltern aus den angrenzenden Gebieten aus. Neue Funde können dem AGNF unter agnf@augsburg.de gemeldet werden.

Verwechslungsgefahr mit anderen Gespinstmotten

Es gibt allerdings auch Verwechslungsgefahr, insbesondere mit anderen Gespinstmottenarten, welche Sträucher und Bäume (z.B. Traubenkirsche, Pfaffenhütchen) befallen und teilweise kahlfressen. Diese Gespinste sind optisch nicht sehr schön aber in der Regel ungefährlich.

Erkennungsmerkmale des Eichenprozessionsspinners:

  • Vorkommen nur an Eichen
  • Raupen treten in „Prozessionen“ auf
  • Weiße Behaarung und dunkler Streifen auf der Raupenoberseite, gelblich weiße Färbung auf der Unterseite
  • Raupengröße zwischen 1 und 4,5 Zentimeter in 6 Larvenstadien
  • die Raupen sollten nicht angefasst werden.

Eine Meldepflicht besteht nicht und jeder Eigentümer eines befallenen Baumes muss letztendlich selbst entscheiden, ob er eine Bekämpfung veranlasst. (pm/grr)