BR-Film: Augsburg – Stadt des Wassers

16.04.2018 15:49 | Welterbebewerbung, Kultur

"Ein Hoch auf uns" singt der in Augsburg geborene Andreas Bourani am Filmanfang, während Jugendliche voll Freude ins Wasser springen. Es folgen 45 Minuten Lebensfreude und Wissenswertes über Augsburgs Wassererbe (UNESCO-Bewerbung läuft).

Der Bayerische Rundfunk hat in Augsburg gedreht. Entstanden ist ein spannender Film zum Thema Wasser. Foto: BR

Augsburg – Stadt des Wassers, wirklich? Ja sicher: 160 Kilometer Kanäle (Venedig hat nur 38 Kilometer), Wassertürme, die auf das 15. Jahrhundert zurückreichen, noch heute in Betrieb befindliche Wasserwerke aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, weit mehr als hundert Brunnen, viele davon sehr prachtvoll. Und die beiden Hauptflüsse Lech und Wertach, die Singold, der Brunnenbach, sowie viele Seen in und um Augsburg.

Augsburg – Stadt des Wassers, ein Film von Anette Orth und Frieder Käsmann, unter der Redaktion von Dr. Michael Zehetmair, ist in der BR-Mediathek zu sehen. (Am Montag, 16. April, 21 Uhr wurde er das erste Mal im BR-Fernsehen gezeigt.)

Infos zu Augsburgs Welterbe-Bewerbung gibt es hier.

Bevor es hier gleich wieder um Wasser geht, sei noch eine Besonderheit des BR-Films erwähnt: Die Musik kommt komplett von Augsburgern – von Andreas Bourani, Leopold Mozart, der Indieband Anajo und anderen.

Die Geschichten im Film: Wasser als Blog-Thema. Die Augsburg-Bloggerin Nina Arnold durchstreift Augsburg und seine nahe Umgebung auf der Suche nach interessanten Stories rund ums Wasser; Wasser als kühles Nass, ab geht's in den Proviantbach; Wasser als prägendes Element im Stadtbild, gemeint sind die Kanäle im Lechviertel, in denen sich im Film sogar ein Biber treiben lässt; Wasser und Macht – der prunkvolle Augustusbrunnen dominiert den Augsburger Rathausplatz; Faszination Wassertechnik – der Hochablass, gebaut nach einem heftigen Hochwasser 1911.

Und auch darüber wird im Film erzählt: Wasser als Energie – Kanäle als Grundlage des Wohlstands der Handwerker im Lechviertel; Wasser für Handwerk, hier und heute: Der Papierschöpfer Klaus Wengenmayr zieht das kalkhaltige Lechwasser direkt aus dem Kanal vor seiner Haustür.

Und diese Stories: Wasser und Romantik – warum sich bis heute viele Augsburger Paare bei einer Ruderbootfahrt am Oblatterwall verlieben; mein eigenes Wasserwerk – mehr als fünfzig private Wasserkraftwerke gibt es in Augsburg – ein Besuch bei der Kosmetikfirma Dr. Grandel; Wasserwerke von zeitlosem Wert – zu Gast beim historischen (und weiterhin betriebenem) Wasserwerk auf der Wolfzahnau.

Und auch das zeigt der Film: Der Augsburger Eiskanal – ein einzigartiger Ort für Kanusportler, und das schon seit weit mehr als 40 Jahren; ein Momument für sich – zeitlose Technik und schöne Kunst im historischen Wasserwerk am Hochablass; Wasser ist Leben – eine Rundfahrt durch den Stadtwald, der die fast 300.000 Menschen in Augsburg mit gesundem Wasser versorgt, gleich vor der Haustür. (pm, je)

Und das noch: Revolutionäre Technik seiner Zeit – seit dem 15. Jahrhundert bis heute sind Wassertürme prägend für Augsburg, und einzigartig in ganz Mitteleuropa; Wasser unter der Oberfläche - ein Blick in die unterirdischen Kanäle Augsburgs; Wasserrettung – bei der Wasserwacht werden Hunde als Lebensretter trainiert; Wasser und Umwelt – in der Wertach werden Aalrutten ausgesetzt, und zugleich Kinder über den Wert sauberer Flüsse unterrichtet.

Und dann sind da immer wieder diese wunderbaren Brunnen – reingetröpfelt in den Film quasi – der Georgsbrunnen in der Stadtmezg, der Herkulesbrunnen, der Brunnen vor dem Dom, mit den drei Bistumsheiligen Ulrich, Afra und Simpert.

Zum Schluß des Films dann noch ein Ausflug mit der Dampflok zum Ammersee. Siehe da, auch außerhalb Augsburgs gibt es Wasser, inklusive Augsburger Segelclub. (pm,je)