Bäume erhalten Carbon-Stützen aus alten Rotorblättern

31.07.2020 08:33 | Umwelt & Soziales

Damit abgestorbene oder unstabile Bäume erhalten bleiben, kommt erstmals ein ungewöhnliches Material für die Stützen zum Einsatz: Carbon, recycelt aus ausgedienten Windrädern. Mit besonderen Eigenschaften, um die Artenvielfalt in Augsburgs Parks und Wäldern zu erhalten...

Pilotprojekt für stabilen Stand: Stützen aus ausgedientem Carbon helfen dabei, alte oder instabile Bäume zu erhalten. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg

Im Siebentischwald von Augsburg wird derzeit ein Baumschutzkonzept mit Carbonstäben aus ausgedienten Rotorblättern erprobt. Mit diesen Stäben sollen tote oder lebende Bäume mit schlechtem Stand stabilisiert werden. Die Carbonstäbe sind äußerst stabil, langlebig und widerstandsfähig gegen Korrosion und Umwelteinflüsse.

„Große alte Bäume und historische Baummonumente stellen einen nahezu unersetzlichen Wert für die Artenvielfalt dar“, erklärt Umweltreferent Reiner Erben. „In Untersuchungen ist darüber hinaus nachgewiesen, dass selbst tote Bäume einen lebenden Baum in ihrer Bedeutung als Rückzugsraum für Insekten, Kleinsäuger und Vögel übertreffen können“.

Das neue Baumschutzkonzept wird jetzt an einem abgestorbenen Buchentorsos von 7,50 Metern Höhe und einem Gewicht von rund drei Tonnen getestet. Die Abstützung war notwendig, da die Stand- und Bruchsicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte.

Carbon zerfällt nicht –  mit den Jahren bildet sich aber eine Bewitterungsschicht aus Moosen und Flechten, indem die Oberflächen leicht angeschliffen wird. So fügt sich das Carbon in seine Umgebung ein. (pe/grr)