„Augsburger Weg“ der Erinnerungskultur startet

05.05.2017 11:49 | Kultur

Am gestrigen Donnerstag wurden die ersten 12 „Stolpersteine“ verlegt und 2 „Erinnerungsbänder“ angebracht. Damit ist der „Augsburger Weg“ der Erinnerungskultur gestartet. Er erinnert an die Augsburger Opfer des Nazi-Regimes.

Nachfahren der Sinti-Familie Reinhardt wohnten der Einweihung des ersten „Erinnerungsbandes“ in der Donauwörther Straße bei. Links Marcella Reinhardt, Vorsitzende der schwäbischen Regionalgruppe deutscher Sinti und Roma. Foto: Reinhard Strobl/Stadt Augsburg

„Da wir zwei verschiedene Formen für eine angemessene Erinnerung im öffentlichen Raum anbieten, haben wir einen sehr schönen und einzigartigen Weg, auf die verständlichen, individuellen Wünsche und Vorstellungen der Angehörigen einzugehen“, so Kulturreferent Thomas Weitzel.

Die ersten drei „Stolpersteine“ wurden in der Maximilianstraße verlegt. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg
 

Angeregt und organisiert wurde der „Augsburger Weg“ durch diverse bürgerschaftliche Initiativen in Zusammenarbeit mit Experten sowie Vertretern von Politik und Stadt Augsburg. Neben den „Stolpersteinen“ mit gravierten Messingplatten, die im öffentlichen Raum vor dem letzten freiwillig bezogenen Wohnort der Opfer verlegt werden, gibt es auch „Erinnerungsbänder“, welche beispielsweise an Laternensäulen und Straßennamenträgern angebracht werden. Ihre Formgebung wurde im Rahmen eines Gestaltungswettbewerbes gefunden. Alle Erinnerungszeichen des „Augsburger Weges“ werden durch Bürgerstiftungen finanziert.

An folgenden Orten sind nun Erinnerungszeichen zu finden:

Stolpersteine

  • Emma Oberdorfer (Maximilianstr. 17)
  • Eugen Oberdorfer (Maximilianstr. 17)
  • Fritz Pröll (Reischlestr. 33)
  • Alois Pröll (Reischlestr. 33)
  • Ernst Lossa (Wertachstr. 1)
  • Christian Lossa sen. (Wertachstr. 1)
  • Anna Weichenberger (Mittelstr. 2)
  • Josef Weichenberger (Mittelstr. 2)
  • Karl Nolan (Ganghoferstr. 2)
  • Selma Friedmann (Martin-Luther-Platz 5)
  • Ludwig Friedmann (Martin-Luther-Platz 5)
  • Jenny Schnell, geb. Friedmann (Martin-Luther-Platz 5)

Erinnerungsbänder

  • Sinti-Familie Reinhardt, Donauwörtherstraße 90
  • Josef Prantl, Stadtbachstaße 9

Informationen zu den Biographien der auf den Erinnerungszeichen genannten Personen, die dem NS-Regime zum Opfer fielen, gibt es unter www.gedenkbuch-augsburg.de. (haja)