Augsburg wird Sitz der neuen „Stiftung Obdachlosenhilfe Bayern“

20.11.2019 15:59 | Umwelt & Soziales

Ziel der Stiftung: Projekte fördern, die die Situation von obdach- und wohnungslosen Menschen verbessern. Ministerpräsident Dr. Markus Söder unterzeichnete die Gründungsurkunde im städtischen Übergangswohnheim in der Johannes-Rösle-Straße. Für Augsburg ist die Gründung Bestätigung und Ansporn für langfristiges soziales Engagement auf diesem Gebiet.

Im Beisein von Sozialbürgermeister Dr. Stefan Kiefer, Zweiter Bürgermeisterin Eva Weber und Sozialministerin Kerstin Schreyer (von links) unterzeichnete Ministerpräsident Dr. Markus Söder im Übergangswohnheim für Männer in der Johannes-Rösle-Straße die Gründungsurkunde der „Stiftung Obdachlosenhilfe Bayern“. Den Stiftungsvorsitz führt Landrätin a.D. Johanna Rumschöttel (rechts). Stiftungssitz ist Augsburg. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg

Städte und Gemeinden in Bayern sind rechtlich dazu verpflichtet, obdachlos gewordenen Menschen eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes, ist es für Kommunen immer schwieriger, diese Aufgabe zu erfüllen. Damit steigt die Zahl obdachloser Menschen. Sie ist in Augsburg seit fünf Jahren durchschnittlich von 247 auf 276 gestiegen.

Vor diesem Hintergrund hat der Freistaat die „Stiftung Obdachlosenhilfe Bayern“ mit Sitz in Augsburg ins Leben gerufen. Sie soll Projekte fördern, die der Verbesserung der Situation von obdach- und wohnungslosen Menschen dient.

Ministerpräsident Dr. Markus Söder unterzeichnete am heutigen Mittwoch, 20. November, in Begleitung von Sozialministerin Kerstin Schreyer und im Beisein von Bürgermeisterin Eva Weber – in Vertretung von OB Dr. Kurt Gribl – sowie Bürgermeister Dr. Stefan Kiefer im städtischen Übergangswohnheim für Männer in der Johannes-Rösle-Straße die Gründungsurkunde.

Übergangswohnheim für Frauen und Männer

Die kommunale Einrichtung war lange Zeit das einzige städtische Übergangswohnheim. Als es nach seiner Sanierung im August 2018 wieder in Betrieb genommen wurde, konnte parallel ein zweites Übergangswohnheim für Frauen eröffnet werden. In beiden Einrichtungen findet sozialpädagogische Betreuung für die Bewohner und Bewohnerinnen statt. Städtische Wohnungen für obdachlose Familien wurden ebenso saniert, wie künftig neuer Wohnraum für Menschen in besonderen Lebenslagen errichtet. „Dies alles trägt dazu bei, dass wir obdachlosen Menschen helfen und eine würdige Unterkunft gewährleisten können, wie es sich die Stadt Augsburg zum Ziel gesetzt hat“, so Sozialbürgermeister Dr. Stefan Kiefer.

Eva Weber: „Augsburg bewegt viel auf diesem Gebiet“

Bürgermeisterin Eva Weber begrüßte die Stiftungsgründung durch den Freistaat als weiteres Beispiel für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. „Augsburg steht als Stifterstadt in einer langen Tradition der sozialen Fürsorge und ist damit ein passender Ort für eine Stiftung, die mithelfen möchte, Obdachlosigkeit zu vermeiden.“ Darüber hinaus habe der Freistaat auch wahrgenommen, „dass die Stadt sehr viel auf diesem Gebiet bewegt und sich auch deshalb für Augsburg als Stiftungssitz entschieden“, so Bürgermeisterin Weber.

Dr. Stefan Kiefer: „Hilfsangebote müssen ausgebaut werden“

Auch in den Augen von Sozialbürgermeister Dr. Stefan Kiefer ist das Engagement des Freistaates zur Bewältigung dieser Aufgabe sehr willkommen: „Der Mangel an bezahlbaren Wohnungen stellt die Kommunen vor große Probleme. Derzeit ist Obdachlosigkeit mit aktuell rund 276 Personen in Augsburg zwar zahlenmäßig kein überaus großes Thema. Doch die Angst vor dem drohenden Verlust der Wohnung ist für erheblich mehr Menschen ein Thema geworden als früher. Daher müssen Hilfsangebote ausgebaut werden, um betroffenen Menschen eine Perspektive zu geben“. Ziel ist, ihnen wieder in ein reguläres Mietverhältnis zu verhelfen. Die Stadt Augsburg arbeitet dabei eng mit Trägern und Verbänden zusammen. „Das Engagement des Freistaats kann zu einer Vernetzung auf Landesebene führen, wie wir sie auch in Augsburg erfolgreich praktizieren“, so der Sozialbürgermeister. (pm/grr)