100 Tage Oberbürgermeisterin Eva Weber

06.08.2020 16:04 | Bürgerservice & Rathaus

Ein Rückblick: Seit 100 Tagen ist Eva Weber als neue Augsburger Oberbürgermeisterin im Amt. Dass dieser Tag auf den 8. August fällt, an dem das Augsburger Friedensfest gefeiert wird, sieht sie als ermutigendes Zeichen.

Am 8. August ist Eva Weber seit 100 Tagen Augsburgs neue Oberbürgermeisterin. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg

„Im Kern geht es bei diesem Feiertag um das tolerante, friedliche Miteinander in unserer Stadtgesellschaft, zu dem jeder und jede Einzelne beitragen kann. Zum Beispiel dadurch, seine eigene Überzeugung zu leben und gleichzeigt dem Gegenüber sein Anrecht auf eine eigene Interpretation der Dinge zuzugestehen. So entsteht Dialog, den wir in unserer Demokratie unbedingt brauchen. Eine gesunde Streitkultur gehört dazu“, so die Stadtchefin.

Entschiedener Einsatz für Alternativen

Seit ihrem Amtsantritt am 1. Mai – die Stadtregierung konstituierte sich drei Tage später – unterliegt das kommunale „Regierungshandeln“ den Auflagen des Infektionsschutzgesetzes zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie. Vor allem das kulturelle und das öffentliche Leben bedarf nach wie vor der Unterstützung und geordneten Regeln. Die Stadt hat unter anderem mit der Sommerbühne im Annahof, dem Augsburger Stadtsommer und dezentralen kleinen Volksfest-Veranstaltungen, die jetzt von August bis September möglich sind, mit entschiedenem Einsatz bestmögliche Alternativen auf den Weg gebracht. „Das alles wäre ohne eine gut abgestimmte interne Koordinierung nicht möglich“, sagt die Oberbürgermeisterin.

Abgestimmte Konzepte fürs öffentliche Leben

Sie zielt dabei zum Beispiel auf die unermüdliche Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsamt zur Bewältigung der Corona-Auswirkungen samt der Einrichtung lokaler Testzentren ebenso ab, wie auf Beratungsleistungen für Kulturschaffende, Hygienekonzepte zur Öffnung der Freibäder und Sportstätten für den Vereinssport, die Schaffung von Not-Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, bis hin zu einem ambitionierten Maßnahmenkonzept für die Maxstraße und die Innenstadt einschließlich einer zeitlich beschränkten Umwandlung von Parkplätzen im öffentlichen Raum zur gastronomischen Nutzung - wo rechtlich und räumlich möglich.

„Für die Bewältigung der Pandemie gibt es keine Blaupause und keinen Plan. In diese Aufgabe sind wir gestellt und diese Aufgabe gilt es zu bewältigen“, sagt die Oberbürgermeisterin auch mit Blick bereits auf den Christkindlesmarkt. Sicher ist: „Einen Christbaum für Alle wird es in jedem Fall geben“, so Eva Weber.

Angespannte Finanz- und Haushaltssituation

Rückblickend auf ihre ersten 100 Tage im Amt als Stadtchefin hält sie fest, dass neben organisatorischen Änderungen im Geschäftsbereich von Ämtern und Referaten, die zusammen mit den Bürgermeister-Kollegen Martina Wild (Bündnis 90/Die Grünen) und Bernd Kränzle (CSU) sowie allen Referenten-Kollegen bewerkstelligt wurden, auch die alltägliche Arbeit der Stadtregierung längst Fahrt aufgenommen hat. Die Oberbürgermeisterin ist sich der angespannten Finanz- und Haushaltssituation sehr bewusst. „Die Aufstellung des zweiten Nachtragshaushalts 2020 und des Doppelhaushalts 2021/2022 wird von der Corona-Situation überschattet und stark erschwert. Es muss uns gelingen, eine finanzielle Überbeanspruchung ebenso zu vermeiden, wie einen irreparablen Kahlschlag, wie er durch den Baustopp laufender Projekte oder etwa die Kürzung von Zuschüssen für soziale oder kulturelle Einrichtungen entstehen würde“, sagt sie.

An Schulhaussanierungen, Digitalisierungskonzepten für Schulen und Verwaltungsleistungen, mehr Klimaschutz in Kooperation mit dem neuen Klimabeirat und den Ausbau der Fahrradinfrastruktur hält sie ebenso fest, wie am Jahrhundertprojekt Theatersanierung, die weiter fortgesetzt wird.

Industrie-Knowhow für Wirtschaftsstandort unverzichtbar

Im Blick hat die Oberbürgermeisterin auch die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Augsburg, der sich durch eine permanente Strukturveränderung kennzeichnet. Die Entwicklung bei Unternehmen etwa im Flugzeug- oder Maschinenbau die - auch wegen der Corona-Krise - Arbeitsplätze abbauen, trübt die Aussichten. „Wir erleben in Augsburg eine permanente Strukturveränderung. Wir brauchen aber unsere industriellen „Kerne“, damit Innovationen in anderen Bereichen wie etwa künstliche Intelligenz oder Digitalisierung möglich werden. Das grundlegende Knowhow von Unternehmen wie MAN, Kuka oder Premium Aerotec ist für den Standort unverzichtbar. Denn davon profitieren auch mittelständische Unternehmen und der regionale Arbeitsmarkt“, so die Oberbürgermeisterin. (pm/roja)