Zahlen, Fakten und Geschichte

Schon die alten Römer entwässerten das Kastell Augusta Vindelicorum mit einfachen Abzugskanälen aus Holz oder Stein. Das Abwasser floss in den nächstgelegenen Wasserlauf. Zur Renaissance gab es bereits erste abgedeckte Abzugsrinnen im Stadtgebiet. Am 9. April 1910 schlug dann die Geburtsstunde der modernen Stadtentwässerung, die sich bis heute stets weiter entwickelt und beeindruckende Zahlen aufweisen kann.

Zahlen und Fakten

Einzugsgebiet: 50 km²
Kanalnetzlänge: 640 km
Anschlussgrad: 99,7 % aller Haushalte im Einzugsgebiet
Materialien: Steinzeug (70 %), Beton (21 %), Klinker (5 %)
Rückhaltevolumen: ca. 70.000 m³ in 25 Einzelbauwerken
Einsatzfahrzeuge: 32 Stück

Ausbaugröße Klärwerk: 800.000 EW
Mittlere Belastung: ca. 650.000 EW
Tageswassermenge: ca. 120.000 m³ bei Trockenwetter
Zulauf bei Regenwetter: maximal 5 m³/s
Jahreswassermenge: ca. 50 Mio. m³ 
Energieeigenversorgung: 100 %

Weitere Informationen finden Sie nebenstehend als Download.

Die Geschichte der Stadtentwässerung Augsburg

Römerzeit

Das Römerkastell wurde mit einfachen gemauerten oder hölzernen Abzugskanälen zum nächstgelegenen Wasserlauf entwässert.
  

Renaissance

Es gab eine einfache Abwasserentsorgung mit meist abgedeckten Abzugsrinnen unter der Stadtmetzg, dem Heilig-Geist-Spital und St. Ulrich in die Stadtbäche.
  

Industrialisierung

Die Cholera-Epidemien von 1832 und 1854 lösten den Bau von nicht zusammenhängenden, aber fest gemauerten Abzugskanälen zum nächstgelegenen Stadtbach oder Wasserlauf aus. 1868 wurde auch ein System eingeführt, bei dem Fäkalien in Holzfässern gesammelt und mit Pferdefuhrwerken abtransportiert wurden. Unser Bild rechts zeigt einen Fäkalienabtransport aus dem Jahr 1870. Die Herren links im Bild stehen bereit, um ein Fass mit Hinterlassenschaften auf den Planwagen zu rollen. Rechts im Bild das Pferdegespann mit dem Kutscher.
  

Neuzeit

Der erste Generalentwässerungsplan für Augsburg wurde ab 1907 erstellt. Seine Genehmigung durch den Stadtmagistrat am 9. April 1910 gilt als die Geburtsstunde einer modernen Stadtentwässerung in Augsburg. 1916 ging im damals noch unabhängigen Ort Lechhausen eine einfache mechanische Kläranlage in Betrieb.
  

Wirtschaftswunderzeit

1956 nahm das neue Klärwerk Augsburg mit Rechen, Sandfang, Vorklärung, Schlammfaulung und Schlammtrockenbeeten seinen Betrieb auf. Bis 1972 wurde das Kanalnetz auf 323 Kilometer Länge einschließlich 40 Regenüberläufen in Lech und Wertach ausgebaut. Im Rahmen der Gebietsreform erfolgte auch die Eingemeindung der Kanäle der ehemaligen Randgemeinden. 1979 erhielt das Klärwerk als sogenannte Ausbaustufe 1 eine biologische Reinigung.
  

Computerzeitalter

1993 wurde ein neuer Generalentwässerungsplan erstellt und weiter verfolgt. Er beinhaltete auch eine geregelte Mischwasserbehandlung mit einer Prozessleittechnik und Datenfernübertragungen. Im Klärwerk ging 1996 die Ausbaustufe 2 mit einer gezielten Stickstoff- und Phosphorentfernung in Betrieb.
  

Aktueller Stand

Das heutige Kanalnetz der Stadt Augsburg ist rund 640 Kilometer lang und beinhaltet 9 Regenbecken, 7 Stauraumkanäle sowie 3 Regenrückhaltebecken und 8 Regenrückhaltekanäle. Das Klärwerk ist eines der modernsten in Deutschland und versorgt nicht nur sich selbst, sondern zusätzlich rund 800 Haushalte in Augsburg mit elektrischer Energie.
 

Zukunftsaufgaben

Um dem Anspruch der Umweltstadt Augsburg gerecht zu werden, sind die Sanierung und Abdichtung der alten Kanäle ein zentrales Thema. Im Klärwerk werden Behandlungsmöglichkeiten für neuartige Abwasserinhaltsstoffe wie z.B. Medikamente und Mikroplastik untersucht.

Diese Auflistung enthält nur die wichtigsten Ereignisse. Ausführlichere Informationen erhalten Sie in der Jubiläumsbroschüre Geschichte der Stadtentwässerung Augsburg oder auf Nachfrage direkt bei der Stadtentwässerung Augsburg.

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