Stadtrat beschließt Maßnahmenpaket für Oberhausen

Betreuter Treff soll schnellstmöglich kommen

Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket und der darin enthaltenen Umsetzung eines „Betreuten Treffs Oberhausen“ für Menschen in besonderen sozialen Lebenslagen wird die Stadt Augsburg die Situation am Oberhauser Bahnhof und in dessen Nachbarschaft langfristig verbessern. In seiner Dezember-Sitzung beauftragte der Stadtrat die Verwaltung mit der Fortführung des bestehenden Gesamtkonzeptes für den Helmut-Haller-Platz sowie dessen Ausweitung auf das Viertel Links der Wertach.

Gesamtkonzept – Entwicklung & Stärkung des Oberhauser-Bahnhof-Platzes  

Der Oberhauser Bahnhof ist seit Jahren ein Treffpunkt für die Drogen- und Alkoholiker-Szene. Dies führt zu Herausforderungen auf dem Platz und zu Belastungen in seiner Nachbarschaft. Bereits im Dezember 2016 hat die Stadt Augsburg daher eine Gesamtkonzeption für den Helmut-Haller-Platz und dessen Umfeld beschlossen. Das Gesamtkonzept beinhaltet verschiedene bereits begonnene sowie zukünftige Maßnahmen und soll sich über den Oberhauser Bahnhof hinaus auch positiv auf den Stadtteil auswirken.  

 

Aktuelle Maßnahmen

Betreuter Treff Oberhausen

Wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzeptes ist die Schaffung eines „Betreuten Treffs Oberhausen“ für Menschen in besonderen Lebenslagen (bspw. Alkohol- und Drogenabhängige). Ziel der Einrichtung ist es, den Betroffenen eine alternative Aufenthaltsmöglichkeit sowie eine gewisse Tagesstruktur zu bieten, damit sich die Situation am Helmut-Haller-Platz entspannt und sich wieder mehr Menschen gerne dort aufhalten.  

Nach den Informationsabenden im zunächst angedachten Standort in der Dinglerstraße 10, prüft die Stadt aufgrund der dort geäußerten Befürchtungen nun die Eignung einer alternativen Immobilie in der Branderstraße 60. Das Objekt war bereits während der umfangreichen Immobiliensuche im Sommer 2017 in die engere Auswahl für den „Betreuten Treff“ gerückt, aufgrund des ursprünglich festgelegten Kostenrahmens aber zunächst ausgeschieden. Um eine möglichst zeitnahe Umsetzung des Projektes zu gewährleisten, hat die Stadt das verfügbare Budget für die Anmietung einer geeigneten Immobilie inzwischen erhöht.  

Über das Maßnahmenpaket für den Stadtteil und den möglichen Standort Branderstraße 60 informiert die Stadt voraussichtlich im Januar im Rahmen von Informationsveranstaltungen.  

Veranstaltungen auf dem Helmut Haller-Platz

In Kooperation mit verschiedenen lokalen Akteuren wurden in den vergangenen Jahren mehrere Aktionstage sowie die „Kleine Friedenstafel“ auf dem Helmut-Haller-Platz veranstaltet. Im Jahr 2018 soll mit einer Neuauflage der „Kleinen Friedenstafel“ und einem Sportangebot an die bereits gewonnenen Erfahrungen angeknüpft werden. Regelmäßige Veranstaltungen und Nutzungsformate (z. B. Wochenmarkt oder Urban Gardening) sollen dem Platz neue, positive Impulse geben und eine Vision für dessen zukünftige Nutzung aufzeigen. 

Umgestaltung des Helmut Haller-Platzes

Basierend auf den Erfahrungen der verschiedenen Veranstaltungen auf dem Helmut-Haller-Platz wird die Stadt Augsburg ein Nutzungskonzept erarbeiten, das wiederum als Grundlage für eine (bauliche) Umgestaltung des Platzes und die dafür zu beantragenden Fördermittel dienen kann.

Grüngestaltung und -pflege

Zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und des optischen Erscheinungsbildes rund um den Bahnhofsplatz sollen durch das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen sowie die Deutsche Bahn kurzfristig verschiedene Maßnahmen der Grünordnung und -pflege realisiert werden. Hierzu zählen Arbeiten im Bereich des ehemaligen Spielplatzes und die regelmäßige Pflege der angrenzenden Grün- und Rasenflächen. Die auf der zentralen Insel platzierten Pflanztröge werden entfernt und durch neue Hochbeete ersetzt.

Wertach-Park

Das Maßnahmenpaket für den Helmut-Haller-Platz wird auf das Stadtviertel Links der Wertach – insbesondere die Grünanlage an der Wertach – ausgeweitet. Bereits im kommenden Jahr soll dort die Beleuchtung verbessert werden. Ebenso sind verschiedene Ausbesserungsarbeiten an den vorhandenen Spielgeräten geplant. Darüber hinaus setzt das Sozialreferat im ersten Halbjahr 2018 einen Quartiersmanager ein, der weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Viertel Links der Wertach ergreifen wird.

 

Möglichkeit für schriftliche Nachfragen

Fragen zum Gesamtkonzept für den Helmut-Haller-Platz und den „Betreuten Treff Oberhausen“ können Sie der Stadt ab sofort unter oberhausen(at)augsburg.de stellen. Anfragen, die zwischen den Feiertagen eingehen, werden ab dem 08. Januar 2018 beantwortet.  

FAQs – häufig gestellte Fragen:

Hier geben wir Ihnen Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den "Betreuten Treff Oberhausen". Bitte klicken Sie auf die jeweilige Frage, dann öffnet sich die dazu gehörende Antwort.

Was soll der „Betreute Treff Oberhausen“ bewirken?

Ziel des „Betreuten Treffs“ ist es, Menschen in besonderen sozialen Lebenslagen (bspw. Alkohol- und Drogenabhängige) besser beraten und betreuen zu können. Der Treff soll den Betroffenen eine alternative Aufenthaltsmöglichkeit sowie eine gewisse Tagesstruktur bieten, damit sich die Situation am Helmut-Haller-Platz entspannt und sich wieder mehr Menschen in ihrer Freizeit dort aufhalten wollen.

Wie wird der Stadtteil Oberhausen durch den „Betreuten Treff“ profitieren?

Eine soziale Einrichtung wie der „Betreute Treff“ ist ein wichtiger Baustein für quartiersbezogene Hilfe, also ein direktes Hilfsangebot vor Ort.  Der zentral gelegene Helmut-Haller-Platz wird entlastet und könnte seine städtebauliche Funktion als wichtiges Zentrum des Stadtteils wieder neu ausfüllen. Er würde nicht mehr nur von einer sozialen Gruppe dominiert, sondern alle Bürgerinnen und Bürgern könnten sich bei Veranstaltungen, aber auch im Alltag dort willkommen fühlen. Das belebt den Stadtteil und macht ihn attraktiv. Durch vielfältige Aktionen der Stadt im Rahmen des Gesamtkonzepts für den Helmut-Haller-Platz soll dies in den nächsten Jahren vorangetrieben werden.  

Wie könnte ein „Betreuter Treff Oberhausen“ funktionieren?

Geplant ist ein Cafébetrieb mit klaren Regeln, die von allen Besuchern einzuhalten sind und vom betreuenden Personal durchgesetzt werden. So gestattet die Hausordnung zwar das Mitbringen und den Konsum geringer Mengen niedrigprozentiger alkoholischer Getränke (Bier und Wein). Hochprozentiger Alkohol (Schnaps) sowie das Mitführen und der Konsum harter Drogen sind jedoch strikt verboten. Zwei Sozialarbeiterinnen bzw. Sozialarbeiter sind für Gespräche, Betreuung und Beratung während der Öffnungszeiten vor Ort. Der „Betreute Treff“ soll mehrmals wöchentlich, voraussichtlich von mittags bis abends geöffnet haben.

Welche Auswirkungen gibt es für die direkten Anwohnerinnen und Anwohner?

Im Gegensatz zu einer Kneipe wäre ein „Betreuter Treff Oberhausen“ nur mittags bis abends in Betrieb. Es gibt eine klare Hausordnung. Darüber hinaus wird sich jede Form der fachlichen Beratung und Betreuung positiv auf die Situation am Helmut-Haller-Platz – und damit auch auf dessen Nachbarschaft – auswirken. Ein so genanntes Umfeldmanagement, das die Nachbarschaft in das Projekt einbezieht, und ein monatlicher Runder Tisch für den Austausch zwischen der Nachbarschaft, den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern der Einrichtung und der Stadt Augsburg begleiten das Projekt.

Wie hilft ein „Betreuter Treff“ Menschen mit Suchterkrankungen?

Menschen mit Suchterkrankungen und anderen besonderen Lebenslagen erhalten eine Anlaufstelle, in der sie willkommen sind. Für einige Stunden können sie in einem geschützten Raum zur Ruhe kommen, denn der alltägliche Aufenthalt auf der Straße setzt viele Betroffene erheblich unter Stress. Durch den Treff werden sie an bestehende Hilfsangebote herangeführt. Erfahrungen aus anderen Kommunen, die mit dem Ansatz arbeiten, zeigen, dass unter anderem folgende Effekte eintreten:

  • Bessere Annahme von Hilfsangeboten
  • Vermeidung weiterer Destabilisierung der Lebenssituation
  • Gesellschaftliche Teilhabe (bspw. als Mensch wahrgenommen werden)  
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