Sexuell übertragbare Krankheiten. Quelle: iStockphoto

Sexuell übertragbare Krankheiten – Test und Beratung statt Tabu-Thema

Über Geschlechtskrankheiten wird häufig nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen. Obwohl sie keine Seltenheit sind: Viele, vor allem junge Leute leiden an Feigwarzen, Herpes genitalis, Pilz- oder Chlamydien-Infektionen. Auch Syphilis ist auf dem Vormarsch. An Tripper (Gonorrhö) erkranken pro Jahr weltweit 60 Millionen Menschen, Hepatitis und AIDS verursachen jährlich Millionen von Todesfällen.

Um an den Zahlen etwas zu ändern, ist es wichtig, zu informieren: Das Gesundheitsamt Augsburg berät zu Ansteckung, Schutz und Behandlung sexuell übertragbarer Krankheiten. Jeden Dienstag (außer Schulferien) und Donnerstag, von 9:00 bis 13:00 Uhr und 14:00 bis 16:00 Uhr, bieten Ärzte offene Sprechstunden an. Wer Angst hat, er könne sich mit dem HI-Virus infiziert haben, wird kostenlos und anonym getestet. Der beste Schutz vor Geschlechtskrankheiten ist  Safer Sex – mit Kondomen als zuverlässige Maßnahme. Kommt es zur Infektion, ist eine frühe Diagnose von Vorteil. Einige sexuell übertragbare Krankheiten sind heilbar, andere lassen sich mit Medikamenten aufhalten.

AIDS/HIV

Beim HIV-Test wird Blut abgenommen und im Labor auf Antikörper untersucht. Bild: iStockphoto.
Beim HIV-Test wird Blut abgenommen und im Labor auf Antikörper untersucht. Bild: iStockphoto.

HI-Viren werden über Blut, Sperma und Vaginalsekret übertragen. Im Körper angekommen befallen sie Zellen, die eigentlich die körpereigene Abwehr koordinieren, und programmieren sie um – auf Virenproduktion. Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ist der Körper in der Lage, ständig neue Abwehrzellen herzustellen. Erliegt das Immunsystem, erkranken die Infizierten an AIDS (Acquired Immuno Deficiency Syndrom). Häufige Atemwegsinfektionen, Durchfallerkrankungen, Hautentzündungen und -tumore prägen das Krankheitsbild. 2009 starben fast zwei Millionen Menschen an den Folgen von AIDS. Mit Kombinationspräparaten lässt sich die Inkubationszeit, die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit, verlängern. Eine Impfung oder eine Chance auf Heilung gibt es nicht.

Kondome schützen vor dem HI-Virus: Die meisten Neuinfektionen treten nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr auf. Auch Drogenabhängige stecken sich vergleichsweise häufig an: Für Injektionen sollten nie gemeinsame Spritzen verwendet werden. Wer erste Hilfe leistet oder mit Blut in Kontakt kommt, trägt am besten Handschuhe. Beim Kuscheln, Händeschütteln, Schwimmbadbesuch oder bei Insektenstichen besteht keine Gefahr, sich zu infizieren.

HIV-Test im Gesundheitsamt

Kommt der Körper in Kontakt mit einem Krankheitserreger, bildet er spezifische Antikörper. Beim HI-Virus sind die Antikörper 12 Wochen nach der Infektion im Blut nachweisbar. In den offenen Sprechstunden führt das Gesundheitsamt kostenlose und anonyme HIV-Tests durch. Zehn Tage nach Blutentnahme liegt das Ergebnis vor.

Sprechstunde für Prostituierte

Immer dienstags zwischen 14:00 und 15:00 Uhr können sich Prostituierte auf HIV/AIDS, Syphilis, Hepatitis B und C, Tripper und Clamydien untersuchen lassen. Für gefährdete Personen sind alle Untersuchungen nach Infektionsschutzgesetz § 19 kostenlos.

Arbeitshilfe 2000

Seit 1995 schafft die Arbeitshilfe Arbeitsplätze für Menschen, die sich mit dem HI-Virus angesteckt haben. Kommen weitere chronische Krankheiten, psychische Probleme oder Abhängigkeiten hinzu, fällt es oft schwer, jeden Tag acht Stunden am Stück zu arbeiten. Die Arbeitshilfe 2000 hat die Arbeitsverhältnisse an die speziellen Bedürfnisse angepasst. Renovierungsarbeiten, Umzüge, Transporte und Wohnungsentrümpelungen werden angeboten. Auch die Stadt Augsburg gehört zu den Kunden der Arbeitshilfe. Zudem stellt die Stadtverwaltung Räumlichkeiten zur Verfügung und unterstützt den Verein mit sozialpädagogischer und medizinischer Beratung.

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