Universitätsklinikum Augsburg. Foto: Ulrich Wirth/Klinikum Augsburg

Das Lehr- und Forschungskonzept

Die Universitätsmedizin wird breit aufgestellt sein. Sie umfasst die klassischen klinischen Bereiche wie Vaskuläre Medizin (Gefäßerkrankungen) oder Tumormedizin bis hin zu den innovativen Forschungsschwerpunkten der medizinischen Fakultät Umweltmedizin und Medizininformatik. Dazu können auch die bestehenden Institute der Universität wertvolle Impulse geben.

Der Start des Masterstudiengangs Medizininformatik ist für 2018/2019 vorgesehen. Auf die ersten Medizinstudierenden muss Augsburg noch bis 2019/2020 warten. Bis dahin sollen die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden, die für den Start des Studienbetriebs zwingend erforderlich sind.

Die Forschungsschwerpunkte

  • Medical Information Sciences (Medizininformatik)
     
    Sehr zukunftsorientiert ist dieser Forschungsschwerpunkt, da Daten als wichtigster Rohstoff des 21. Jahrhunderts gehandelt werden. Insbesondere der Gesundheitssektor soll in der klinischen Forschung und der Biotechnologie davon profitieren, um individualisierte und fallspezifische Therapien zu entwickeln. Es geht unter anderem um die Entwicklung von Methoden und Technologien sowie den Aufbau von neuen, internetbasierten Infrastrukturen für ein „Lernendes Gesundheitssystem“. Mögliche Anwendungsfelder: Effizientere Nutzung von Ressourcen durch IT-Systeme, Forschung zu Telemedizin und „Mobile Health“ (Apps & Wearables), Systeme zur besseren Nutzung großer medizinischer Datenmengen, computerbasierte Modellierungen und Simulationen von Krankheitsverläufen auch unter dem Aspekt von Umwelteinflüssen und therapeutischen Interventionen. 
     
  • Environmental Health Sciences (Umweltmedizin)
     
    Dieser Forschungsschwerpunkt analysiert den Zusammenhang zwischen spezifischen Krankheiten und Umweltfaktoren. Ziel ist zum einen, protektive und schädliche Umweltfaktoren zu identifizieren, um Präventionsansätze zu entwickeln. Zum anderen gilt es, Diagnose und Therapie zu verbessern sowie durch den Verlauf von umweltbedingten Erkrankungen besser vorherzusagen. Der Augsburger Ansatz ist eine ganzheitliche Betrachtung der Zusammenhänge von Klima(-veränderungen) und Umweltfaktoren bis hin zu Krankheitsbildern.
     

Der Modell-Studiengang Medizin

An der neuen Medizin-Fakultät werden Ärzte in einem Modell-Studiengang ausgebildet. Inhaltlich ist er ein klassischer Medizinstudiengang, folgt aber einem innovativen Aufbau entsprechend aktuellen Empfehlungen des Wissenschaftsrates. Vorklinische und klinische Phasen laufen wie bislang in Bayern üblich, nicht mehr nacheinander, sondern verzahnt ab. Im neuartigen Augsburger Modell-Studiengang werden die Studierenden bereits zu einem frühen Zeitpunkt im Studium Einblick in die medizinische Praxis am Klinikum erhalten. Dadurch lernen sie schon am Anfang des Studiums den Umgang mit den Patienten. 

Als „Versuchskaninchen“ behandelt zu werden, muss allerdings kein Patient fürchten: Wie in klassischen Medizin-Studiengängen auch, werden in Augsburg die Studierenden in ihrer Klinischen Phase keine Versorgungsleistungen an Patienten vornehmen, sondern erfahrene Ärzte bei ihrer Arbeit begleiten, um von diesen – neben dem Fachwissen des Studiums – auch den Kontakt mit den Patienten vermittelt zu bekommen. Insgesamt verfolgt der Studiengang einen integrativen medizinischen Ansatz, der Krankheit nicht rein mechanistisch, sondern als Störung der Interaktion von körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren versteht.

+ -