Mücken

Das Gesundheitsamt der Stadt Augsburg unterstützt den Mückenatlas.

Der Mückenatlas ist ein Projekt des Leibnitz-Zentrum für Agrarlandforschung (ZALF) e. V. und des Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI).

Der Mückenatlas ist dabei auf die Hilfe engagierte Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Sie können helfen, indem Sie Mücken – möglichst unversehrt – fangen und an den Mückenatlas senden oder beim Gesundheitsamt der Stadt Augsburg, Karmelitengasse 11, 86152 Augsburg zur Einsendung abgeben.

Bei Abgabe beim Gesundheitsamt übernimmt das Amt die gesamte Abwicklung sowie die Versandkosten. Gerne können Sie auch noch lebende Exemplare bringen. Bitte achten Sie dabei auf ein geeignetes und sicher verschlossenes Behältnis.

Die Auswertung der verschickten Mücken erfolgt durch die Profis vom Mückenatlas.

Um die genaue Art der Mücke möglichst genau feststellen zu können, benötigt der Mückenatlas intakte Insekten. Erschlagene oder anderweitig beschädigte Mücken sind daher leider nicht von Nutzen. Daher empfiehlt es sich beim Fang und Transport der Mücken kleine Behälter zu verwenden und die Mücken im Gefrierfach schonend abzutöten. Bedenken Sie bitte beim Selbstversand an den Mückenatlas auch, dass die Post ihre Sendungen nicht immer mit Samthandschuhen anfasst. Das Gesundheitsamt hat passende Behälter für den Transport und nimmt Ihre Mücken gerne entgegen.

Und so klappt es mit der Mückenjagd:

  1. Sobald sich eine Mücke in Reichweite befindet, stülpen Sie Ihren Behälter über sie. Als Behälter eignen sich z.B. kleine verschließbare Plastikbecher, Streichholzschachteln oder vergleichbare Behälter.
     
  2. Verschließen Sie den Behälter.
     
  3. Platzieren Sie nun bitte den Behälter etwa 8 Stunden im Gefrierfach, um die Mücke abzutöten. Bitte informieren Sie alle Benutzer des Gefrierfachs über den Inhalt des Behälters, wenn Verwechslungsgefahr mit Lebensmitteln besteht. 
     
  4. Jetzt kann die tote Mücke wieder aufgetaut und an den Mückenatlas versendet oder beim Gesundheitsamt abgegeben werden. 
     
  5. Bringen Sie die Mücke während der Öffnungszeiten ins Gesundheitsamt in der Karmelitengasse 11, 86152 Augsburg. Sie erreichen uns am besten mit der Straßenbahnlinie 2, Haltestelle Mozarthaus Kolping. Wir halten Versandformulare des Mückenatlas bereit, unter anderem werden dafür der Fundort und die Fundzeit benötigt. Sofern die Mücke noch am Leben ist, so übergeben Sie uns einfach Ihren verschlossenen Transportbehälter. Sofern Sie den Transportbehälter wieder benötigen, können wir Ihnen die Mücke leider nicht lebendig abnehmen.
     

Das Projekt sollte keineswegs als sinnloses Töten von Insekten missverstanden werden. Auch Insekten sind nützliche Lebewesen. Allerdings ist in diesem Fall das Abtöten der Mücke leider unvermeidlich.

Wissenswertes über Mücken

Es gibt in Deutschland nach aktuellem Kenntnisstand über 50 verschiedene Mückenarten. Weltweit sind es ungefähr 3500. Mücke ist keineswegs gleich Mücke. Die Erforschung von Mücken wurde in Deutschland lange Zeit vernachlässigt, es fehlen daher viele grundlegende Daten. Durch die Klimaänderung und den weltweiten Handel steigt die Wahrscheinlichkeit, dass bislang nicht heimische Arten in erheblicher Anzahl auch in Deutschland auftreten.

Aus diesem Grund ist die Frage nach der örtlichen und jahreszeitlichen Verbreitung der unterschiedlichen heimischen und eingewanderten Mückenarten aktuell wieder interessant.
Manche Mückenarten können über den Vorgang des Blutsaugens Krankheitserreger übertragen. So wird unter anderem das Zika-Virus durch Stechmücken übertragen. Weitere Forschungsarbeit in diesem Gebiet ist also durchaus sinnvoll.

Dennoch gibt es keinen Grund zur Beunruhigung. In Deutschland gibt es aufgrund der klimatischen Bedingungen momentan nur wenige Fälle von Krankheitsübertragungen durch Stechmücken. Der Mückenatlas möchte von möglichst vielen Standorten in Deutschland Mücken erhalten und ruft daher zur Mückenjagd auf. Ihre Unterstützung hilft Forschung und Wissenschaft.

Wieso stechen Mücken überhaupt?

Grundsätzlich ernähren sich Mücken nicht von Blut. Allerdings benötigt das Weibchen zur Eiablage Nahrung mit Proteinen welche im Blut vorkommen. Durch einen speziell entwickelten Rüssel wird Zugang zu den Blutgefäßen der Haut geschaffen. Gleichzeitig mit dem Saugvorgang wird Speichel in die Einstichstelle gepumpt, der unter anderem die Blutgerinnung hemmt sowie die Einstichstelle betäubt. Die Quaddel entsteht erst nachträglich, wenn das Immunsystem auf den Speichel reagiert. Dadurch entsteht dann auch der Juckreiz. Dieser Speichel kann unter Umständen Krankheitserreger übertragen.

Weitere Informationen und wie Sie sich gegen Mückenstiche schützen können erfahren Sie unter anderem auf der Homepage des Mückenatlas.  

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