Dezentrale Unterkünfte in Augsburg. Foto: Siegfried Kerpf/Stadt Augsburg

Zahlen und Fakten – wer, wo, wie viel

Wie viele Asylbewerber leben eigentlich in Augsburg? Die Antwort auf diese Frage ändert sich fast täglich. In Augsburg stehen Erstaufnahmeeinrichtungen, Gemeinschaftsunterkünfte und dezentralen Unterkünfte zur Verfügung.

Augsburg hat rund 3300 Plätze für Asylsuchende bereit gestellt. Die Erstaufnahmeeinrichtungen fassen 800 Asylsuchende. In den Gemeinschaftsunterkünften sind 981 Plätze vorhanden. 1068 Asylsuchende werden aktuell dezentral untergebracht. In den Einrichtungen der Jugendhilfe kommen 360 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unter.

Erstaufnahme in Augsburg

Übergangs-Erstaufnahmeeinrichtungen für derzeit insgesamt 800 Personen gibt es derzeit in der Zusamstraße (150 Plätze), im Mühlmahdweg (100 Plätze), in der Berliner Allee (aktuell 300 Plätze) und im Kobelweg (250 Plätze). Aktuell sind insgesamt 66 Plätze belegt.

Künftig wird es in Augsburg eine – auf mehrere Standorte im Stadtgebiet verteilte – reguläre Erstaufnahmeeinrichtung geben. Ein Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, in der Asylbewerber ihren Asylantrag stellen und angehört werden, wurde in der Stadtjägerstraße 10 eingerichtet. Standorte sind in Lechhausen und Inningen geplant.

Betreiber der Übergangs-Erstaufnahmeeinrichtungen und der künftigen Erstaufnahme-Einrichtung in Augsburg ist die Regierung von Schwaben.

Gemeinschaftsunterkünfte in Augsburg

Insgesamt acht Gemeinschaftsunterkünfte stehen in Augsburg zur Verfügung – mit Platz für 981 Asylbewerber. Betreiber ist die Regierung von Schwaben.

GemeinschaftsunterkunftAnzahl der Plätze
Proviantbachstraße139
Calmbergstraße        145 
Schülestraße265
Windprechtstraße144
Johannes-Rössle-Straße50
Springergässchen56
Ottostraße100
Eichleitnerstraße82

Dezentrale Unterkünfte in Augsburg

Asylsuchende kommen in Augsburg nicht nur in Gemeinschaftsunterkünften unter. Seit Dezember 2014 gibt es auch dezentrale Unterkünfte. Das heißt: Die Stadt Augsburg mietet Häuser an – im Auftrag der Regierung von Schwaben.

Zuständig ist der Fachbereich Wohnen und Unterbringung im Sozialreferat. Neben der Anmietung kümmern sich die Mitarbeiter um die Einrichtung der Immobilien und betreuen die Asylsuchenden nach ihrer Ankunft.

Aktuell werden in Augsburg 1068 Asylbewerber dezentral untergebracht – in 34 Immobilien. Die Pensionen wurden bis Ende Juni 2016 geräumt.

Sozialregion*angemietete Immobilienangemietete Pensionen
Nord-West16
(Bärenkeller: 3, Oberhausen: 8, Pfersee: 4, Kriegshaber: 1;
in Vorbereitung: 1 Anmietung in Pfersee)
-
Mitte4
(Bleich: 1, Antonsviertel: 1, Spickel: 2; in Vorbereitung: 1 Anmietung im Thelottviertel)
-
Ost4
(Hammerschmiede: 1, Lechhausen: 2, Hochzoll: 1;
in Vorbereitung: 1 Anmietung in Lechhausen)
-
Süd10
(Haunstetten: 6, Göggingen: 2, Hochfeld: 1;
in Vorbereitung: 1 Anmietung in Göggingen, 1 in Inningen und 1 im Hochfeld)
-

* Das Augsburger Stadtgebiet ist in vier Sozialregionen unterteilt. Ihre sozialen Einrichtungen richten sich nach den charakteristischen Bedürfnissen aus.

Räume gesucht: Wer in Augsburg eine Immobilie anzubieten hat, kann sich an den Fachbereich Wohnen und Unterbringung wenden.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMFs)

Bei Flüchtlingen, die jünger als 18 Jahre sind und die ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind, greift das Jugendhilferecht. Zuständig sind in diesem Fall die Jugendämter, in Augsburg also das Amt für Kinder, Jugend und Familie.

Die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge werden in sogenannten Inobhutname-Einrichtungen untergebracht. Augsburg beherbergt aktuell rund 360 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – in Einrichtungen der Jugendhilfe.

Wie genau die unter 18-Jährigen betreut werden, erfahren Sie in unseren FAQs.

Herkunft, Alter und Geschlecht

Herkunft

Ein großer Teil der in Augsburg lebenden Flüchtlinge ist aus Syrien geflohen: 45 Prozent der Asylsuchenden, die eine dezentrale Unterkunft in Augsburg bewohnen, sind Syrer. Rund 15 Prozent kommen aus Albanien, 10 Prozent aus Afghanistan. Weitere Herkunftsländer sind Nigeria, Senegal, der Irak und die Ukraine. 7 Prozent der in Augsburg dezentral untergebrachten Asylsuchenden stammen aus dem Kosovo.

In den Augsburger Gemeinschaftsunterkünften sind die vier häufigsten Herkunftsländer Afghanistan, Nigeria, Irak und Somalia.

Alter

Jeder zweite Asylsuchende, der in einer dezentralen Unterkunft in Augsburg lebt, ist zwischen 20 und 35 Jahre alt. 28 Prozent sind jünger als 20 Jahre. Die 35- bis 50-Jährigen stellen 17 Prozent, die Gruppe der über 50-Jährigen nur 2 Prozent.

In den Augsburger Gemeinschaftsunterkünften sieht es ähnlich aus: Jeder zweite Asylsuchende ist zwischen 20 und 35 Jahre alt. 29 Prozent sind jünger als 20 Jahre. Die 35- bis 50-Jährigen stellen 17 Prozent, die Gruppe der über 50-Jährigen 4 Prozent.

Geschlecht

Meist fliehen Männer. Knapp 80 Prozent der in Augsburg dezentral untergebrachten Asylbewerber sind männlich, rund 20 Prozent weiblich. Für die Gemeinschaftsunterkünfte stehen uns keine Zahlen zur Verfügung. (Quellen: Gemeinschaftsunterkünfte: Regierung von Schwaben; dezentrale Unterkünfte: Stadt Augsburg).

 

 Warum meist junge Männer fliehen, lesen Sie in unseren FAQs.

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