Asyl und Flucht: FAQs. Foto: Siegfried Kerpf/Stadt Augsburg

Flucht und Asyl – häufig gestellte Fragen (FAQs)

Hier haben wir die häufigsten Fragen rund um das Thema Asyl und Flucht zusammengefasst. Bitte klicken Sie auf die jeweilige Frage, dann öffnet sich die dazu gehörende Antwort.

Flüchtling – Asylbewerber – Asylant: welcher Begriff ist richtig?

Die korrekte Bezeichnung für einen Menschen, der in Deutschland Asyl sucht und beantragt hat, ist Asylsuchender oder Asylbewerber. Hat er das Asylverfahren durchlaufen und wurde anerkannt, ist er ein Asylberechtigter.

Oft wird statt Asylsuchender auch der Begriff Flüchtling benutzt. Juristisch definiert, gilt der Begriff nur für die Person, die unter den Schutz der Genfer Flüchtlingskonvention fällt, also bereits belegen konnte, dass sie verfolgt wurde oder ähnliches.

Kontingentflüchtlinge sind Flüchtlinge aus Krisenregionen, die im Rahmen von humanitären Hilfsaktionen in Deutschland aufgenommen werden. Ihnen wird ohne weitere individuelle Prüfung eine Aufenthaltserlaubnis erteilt. 

Der Begriff „Asylant“ wird schon seit einigen Jahren nicht mehr benutzt. Er ist sehr negativ belegt. Im Deutschen ist die Endung „-ant“ oft negativ belegt, wie Simulant oder Querulant. Außerdem wurden oft Wortkombinationen gebildet, die die negative Wirkung verstärkten, darunter „Wirtschaftsasylant“, „Scheinasylant“ oder „Asylantenflut“.

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Warum fliehen so viele Menschen?

Menschen fliehen vor Krieg, Hunger, Seuchen, Überfallen, religiöser Intoleranz, nach Naturkatastrophen oder weil sie aufgrund ihrer Herkunft oder ihrer sexuellen Identität verfolgt werden.

Die Welt kennt derzeit viele Krisenherde, darunter Syrien, den Irak, Libyen, Afghanistan, Eritrea, Somalia und Nigeria. 2014 waren 60 Millionen Menschen weltweit gezwungen, ihren Wohnort zu verlassen. Dies ist die höchste Zahl, die jemals vom Flüchtlingshilfwerk der Vereinten Nationen (UNHCR) gemessen wurde!

Täglich machen sich 42.500 Menschen auf, um sich und ihre Familien in Sicherheit zu bringen. Die meisten suchen Schutz in anderen (noch sicheren) Landesteilen oder in Nachbarländern. 1,8 Millionen Menschen haben 2014 irgendwo auf der Welt einen Antrag auf Asyl gestellt. 

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Aus welchen Ländern kommen die meisten Flüchtlinge?

Laut UNHCR, dem Flüchtlingshilfwerk der Vereinten Nationen, waren 2014 die sieben häufigsten Herkunftsländer von Flüchtlingen:

  • Syrien (3,88 Millionen Flüchtlinge)
  • Afghanistan (2,59 Millionen)
  • Somalia (1,11 Millionen)
  • Sudan (648.900)
  • Südsudan (616.200)
  • Demokratische Republik Kongo (516.800)
  • Myanmar (479.000)

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge berichtet für den Zeitraum Januar bis Dezember 2015: Mit 35,9 Prozent kommen die meisten Personen, die in Deutschland Asyl suchen, aus Syrien. Es folgt Albanien mit 12,2 Prozent und der Kosovo mit 7,6 Prozent (Quelle: www.bamf.de).

Die Herkunftsländer der Flüchtlinge, die in Augsburg leben, haben wir für Sie unter „Zahlen und Fakten“ zusammengefasst.

Warum flüchten so viele Männer und so viele junge Menschen?

51 Prozent der 2014 weltweit Geflohenen waren jünger als 18 Jahre (Quelle: UNHCR). Der Grund für das oft sehr junge Alter: Die Flucht ist teuer, dauert Wochen, Monate oder sogar Jahre, und hat einen ungewissen Ausgang. Jungen Menschen traut man eher zu, die körperlichen Strapazen einer Flucht zu überstehen. Familien legen Geld zusammen, um zumindest ihren Kindern die Chance auf ein besseres Leben oder überhaupt auf ein Leben zu ermöglichen.

Für flüchtende Frauen und Mädchen kommt die Gefahr der sexuellen Ausbeutung hinzu. Nur wenige Eltern wollen ihre Töchter diesem Risiko aussetzen. Viele Familien vermuten auch, dass Männer im Aufnahmeland schneller eine Arbeit finden und somit ihre zurückgebliebenen Verwandten finanziell unterstützen können.

Mehr zum Alter und Geschlecht der in Augsburg lebenden Asylbewerber lesen Sie unter Zahlen und Fakten.

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Was passiert mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen?

Jeder zweite Flüchtling ist jünger als 18 Jahre. Kommen Kinder und Jugendliche ohne Begleitung ihrer Eltern oder Erziehungsberechtigten nach Deutschland, greift das Jugendhilferecht. Zuständig sind die Jugendämter, in Augsburg also das Amt für Kinder, Jugend und Familie (AKJF).

Vorläufige Inobhutnahme: Werden unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Augsburg aufgegriffen, so werden sie zunächst vorläufig in Obhut genommen. In einem sogenannten Erstscreening prüft das AKJF das Alter des Minderjährigen und ob dieser zur deutschlandweiten Verteilung angemeldet werden kann. Würde das Wohl des Minderjährigen durch das Verteilungsverfahren gefährdet oder lässt der Gesundheitszustand eine Verteilung innerhalb von 14 Tagen nicht zu, so verbleibt der Minderjährige in Augsburg und wird hier in Obhut genommen. Gibt es Verwandte, außerhalb von Augsburg, so wirkt das AKJF auf eine Zusammenführung hin.

 

Clearingphase: Unbegleitete Minderjährige, die in Augsburg verbleiben, durchlaufen eine Clearingphase, in der auch geprüft wird, welche Schulform oder welche Ausbildung zu ihnen passen könnte und welcher Bedarf an pädagogischer Unterstützung sonst noch besteht.

 

Mehr zu den Einrichtungen in Augsburg lesen Sie unter „Zahlen und Fakten“.

Anschlussplatz: Auf Basis des erstellten Clearingberichts sucht das AKJF nach einem passenden Anschlussplatz in einer Jugendhilfeeinrichtung in Augsburg. 16- bis 18-Jährige absolvieren Praktika oder Sprachkurse, bis die Ausbildung oder das neue Schuljahr beginnt. Unter 16-Jährige besuchen die sogenannten Übergangsklassen (Schulpflicht).

 

Eine Abschiebung Minderjähriger ist grundsätzlich möglich, unterliegt jedoch sehr hohen Hürden. Wer 18 Jahre alt wird, darf einen Asylantrag stellen.

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Was passiert nach der Ankunft?

In der (Not-)Erstaufnahmeeinrichtungen werden Asylsuchende registriert und durchlaufen eine medizinische Erstuntersuchung. Der nächste Schritt ist der Umzug in eine dezentrale oder Gemeinschaftsunterkunft. In welchem Bundesland diese liegt, entscheidet der Königsteiner Schlüssel.

In der Unterkunft bleiben die Asylsuchenden, bis über ihr Asylverfahren entschieden wird. Im ersten Schritt wird Asyl beantragt. Dann folgt die Anhörung. Ein Mitarbeiter des Bundesministerium für Migration und Arbeit (BAMF) will wissen: Warum ist der Asylsuchende geflohen? Wurde er verfolgt oder bedroht? Gibt es Dokumente, die eine Verfolgung beweisen? Was würde bei einer Rückkehr passieren? Ein Dolmetscher und ggf. eine Vertrauensperson des Asylsuchenden sind anwesend. Die Anhörung ist nicht öffentlich. Dokumente, die eine Verfolgung im Heimatland beweisen, können vorgelegt werden.

Das Gespräch ist die Grundlage für die Anerkennung oder Ablehnung des Verfahrens. 

In etwa einem Drittel der Fälle wird kein Verfahren durchgeführt. Zum Beispiel wenn dem Flüchtling bereits ein Schutzstatus zugestanden wurde, wie derzeit im Fall der Flüchtlinge aus Syrien.

Wer darf bleiben?

  • Flüchtlinge, die im Rahmen humanitärer Maßnahmen anhand von Quoten eingereist sind, dürfen in Deutschland bleiben – ohne das formale Durchlaufen eines Asylverfahrens. (Kontingentflüchtling)
  • Asylsuchende, die mit Erfolg ein Anerkennungsverfahren durchlaufen haben, dürfen ebenfalls in Deutschland bleiben. Gründe sind eine Verfolgung aufgrund ihrer Rasse, Religion, Nationalität, politischer Überzeugung oder der Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe (z. B. Homosexualität). Meist greift nicht das Asylrecht, da die Asylsuchende über sichere Drittländer wie z. B. Österreich eingereist sind, sondern das Asylverfahrensgesetz.
  • Personen, die nicht anerkannt worden sind, denen im Heimatland aber beispielsweise die Todesstrafe droht, stellt das Bundesministerium unter subsidiären Schutz. Auch sie dürfen bleiben.
  • Personen, die nicht anerkannt worden sind, aber im Moment nicht abgeschoben werden dürfen, z. B. weil sie krank sind, dürfen auch bleiben (Abschiebungsverbot). 

Wie viele Menschen kommen, wie viele beantragen Asyl, wie viele bleiben?

Im Jahr 2015 sind mehr als eine Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen: Bis zum 31. Dezember registrierten die Behörden 1.091.894 Schutzsuchende (zur Pressemitteilung des Bundesinnenministeriums).

Im Jahr 2015 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) insgesamt 476.649 Asylanträge gestellt. 2014 haben 202.834 Personen in Deutschland Asyl beantragt. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Anzahl der Asylanträge also mehr als verdoppelt.

Auch die vom BAMF getroffenen Entscheidungen haben sich verdoppelt. Die Mitarbeiter haben 2015 über 282.726 Anträge entschieden. 2014 waren es 128.911 Entscheidungen.

  • 137.136 Personen (48,5 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings zuerkannt. 2029 dieser Personen wurden nach Asylrecht anerkannt (ohne Einreise über sicheren Drittstaat).
  • Abgelehnt wurden die Anträge von 91.514 Personen (32,4 Prozent).
  • Anderweitig abgeschlossen, weil andere EU-Länder zuständig waren (Dublin-Verfahren) oder das Verfahren eingestellt worden ist wegen Rücknahme des Asylantrages, wurden die Anträge von 50.297 Personen (17,8 Prozent).  
  • 1707 Personen (0,6 Prozent) erhielten subsidiären Schutz, das heißt: Sie wurden zwar nicht anerkannt, dürfen aber trotzdem bleiben, z. B. weil im Herkunftsland die Todesstrafe droht.
  • Bei 2072 Personen (0,7 Prozent) hat das BAMF Abschiebungsverbote festgestellt, z. B. weil sie krank sind.

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Wie lange dauert ein Verfahren?

Zurzeit dauert ein Aufnahmeverfahren für Asylsuchende in Deutschland im Schnitt 5,3 Monate. Das ist zwei Monate schneller als noch vor einigen Jahren.

Die Zahl der Asylsuchenden steigt. Die Stellen im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurden nicht entsprechend erhöht. Auch deshalb kann die Bearbeitungszeit im Einzelfall variieren.

Was passiert, wenn jemand anerkannt wurde?

Anerkannte Flüchtlinge bekommen eine befristete Aufenthaltserlaubnis. Sie erhalten ihre Geldleistungen nicht mehr vom Amt für Soziale Leistungen. Jetzt ist das Jobcenter Augsburg zuständig. Anerkannte Flüchtlinge sind verpflichtet, aus der Asyl-Unterkunft auszuziehen. Sie dürfen ihren Wohnsitz frei wählen und arbeiten. 

Haben sich die Verhältnisse in den Herkunftsländern nach drei Jahren nicht geändert, haben anerkannte Flüchtlinge das Recht auf eine unbefristete Niederlassungserlaubnis. Mit dieser Niederlassungserlaubnis sind sie in sozialen Fragen den Bürgern der EU gleichgestellt.

Ist ein anerkannter Flüchtling gut integriert und versorgt sich selbst, kann er ggf. seine Familie nachkommen lassen.

Wie andere Zuwanderer müssen anerkannte Flüchtlinge in Deutschland mindesten acht Jahre warten, bis sie einen Einbürgerungsantrag stellen dürfen.

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Was passiert, wenn jemand nicht anerkannt wurde?

Wird der Asyl-Antrag abgelehnt, fordert der Staat die Person auf, auszureisen. Passiert das nicht freiwillig, droht Abschiebung.

Nicht immer kommt es zur Abschiebung. Eine Duldung oder ein Abschiebungsverbot kann ausgesprochen werden, wenn die Person krank ist oder im Herkunftsland Krieg herrscht.

In manchen Fällen können die abgelehnten Asylsuchenden gegen die Entscheidung klagen. Dann entscheidet die sogenannte Härtefallkommission, ob die Entscheidung über den Schutzstatus begründet ist.

 

Welche Rolle spielt die EU?

Im Bereich „Flucht und Asyl“ gibt die Europäische Union (EU) Mindeststandards vor: Das sogenannte Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS I und GEAS II) regelt den einheitlichen Ablauf der Aufnahme von Asylsuchenden in allen Mitgliedsstaaten.

Welcher Mitgliedstaat für ein Asylverfahren zuständig ist, regelt die Dublin-Verordnung (und die reformierte Dublin-II-Verordnung).

Zudem gibt es ein europäisches Asylrecht, das die Rechte eines Asylsuchenden definiert, den Ablauf des Asylverfahrens reguliert und die Kriterien festlegt, ob ein Flüchtling anerkannt wird.

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Warum nimmt Deutschland Flüchtlinge auf?

Deutschland ist verpflichtet, Asylsuchende aufzunehmen – durch die eigene Gesetzgebung und durch internationales Recht.

Artikel 16a des Grundgesetzes gewährt politisch Verfolgten Asyl. Voraussetzung ist: Es muss eine staatliche Verfolgung nachgewiesen werden. Ob Anspruch auf Asyl besteht, prüft das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in einem individuellen Verfahren.

Neben dem im Grundgesetz verankerten Recht muss Deutschland seinen Verpflichtungen der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 nachkommen: „Ein Asylantragsstellender erhält Flüchtlingsschutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention, wenn sein Leben oder seine Freiheit in seinem Herkunftsland wegen seiner Rasse, Religion, Staatsangehörigkeit, seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung bedroht ist.“ (Quelle: www.bamf.de)

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Nimmt Deutschland die meisten Flüchtlinge auf?

Nein. Neun von zehn Flüchtlingen fliehen in Länder, die an ihr krisengeschütteltes Land anschließen. So sind die Länder, die 2014 die meisten Flüchtlinge aufgenommen haben:

  • Türkei (1,59 Millionen Flüchtlinge)
  • Pakistan (1,51 Millionen)
  • Libanon (1,15 Millionen)
  • Iran (982.00 Millionen, Quelle: www.uno-flüchtlingshilfe.de)

Deutschland in Europa an fünfter Stelle

Voraussichtlich werden in diesem Jahr rund 800.000 Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Gemessen an den reinen Zahlen, nimmt Deutschland in Europa derzeit die meisten Flüchtlinge auf. Betrachtet man jedoch die Anzahl der Flüchtlinge proportional zur Bevölkerung, nimmt Schweden die meisten Flüchtlinge in Europa auf. Deutschland folgt erst an fünfter Stelle. Die genauen Zahlen sind:

  • Schweden (nimmt 8425 Flüchtlinge pro eine Million Einwohner auf)
  • Ungarn (7450 Flüchtlinge pro eine Million Einwohner)
  • Österreich (7450 Flüchtlinge pro eine Million Einwohner)
  • Malta (3625 Flüchtlinge pro eine Million Einwohner)
  • Deutschland (3065 Flüchtlinge pro eine Million Einwohner)

Wie viele Asylsuchende derzeit in Augsburg leben, erfahren Sie auf der Seite „Zahlen und Fakten“.

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Welche Rolle hat Bayern?

Viele Flüchtlinge betreten erstmals in Bayern deutschen Boden. Auch die Züge, die aus Ungarn über Österreich nach Deutschland kommen, haben in München Endstation. Daher ist Bayern stärker betroffen als andere Bundesländer, wenn es um die Erstaufnahme und die Registrierung von Flüchtlingen geht.

Nach dem Aufenthalt in der Erstaufnahmeeinrichtung werden Asylsuchende in die Bundesländer verteilt. Der Köngisteiner Schlüssel gibt den Anteil der Bundesländer vor. Reiche Bundesländer und solche mit vielen Einwohnern nehmen mehr Flüchtlinge auf als andere.

 

Kann ich Flüchtlinge bei mir aufnehmen?

Das geht leider nicht. Asylsuchende müssen viele Termine wahrnehmen, beispielsweise um über ihre Fluchtgründe zu berichten. Die Logistik dafür ist in den Erstaufnahmeeinrichtungen vorhanden. Es wäre eine viel zu großer Aufwand, die Asylsuchenden über das gesamte Stadtgebiet zu verstreuen. 

Welche Leistungen erhalten Flüchtlinge?

Hilfsbedürftige Asylbewerber können Leistungen beanspruchen. Wie viel Unterstützung sie erhalten und in welcher Form sie erfolgt, regelt das Asylbewerberleistungsgesetz.

Die Höhe des Bedarfs für den Lebensunterhalt ergibt sich stets aus dem Einzelfall und wird entsprechend berechnet wird. Für die Höhe des Bedarfs ist unter anderem relevant, ob

  • -es sich um einen alleinstehenden Leistungsberechtigten handelt
  • ob der Leistungsberechtigte in einer Gemeinschaftsunterkunft/dezentralen Unterkunft untergebracht ist oder eine Wohnung (mit-)bewohnt
  • ob eine Krankenversicherung besteht
  • ob Einkommen vorhanden ist.

Der Höchstsatz pro Bewerber und pro Monat beträgt für einen Alleinstehenden 399 Euro. Wer in einer Gemeinschaftsunterkunft wohnt oder dezentral von der Stadt Augsburg untergebracht worden ist, erhält 325,61 Euro pro Monat (182,61 Euro für Ernährung, Kleidung und anteilige Gesundheitspflege plus 143,00 Euro Bargeldbedarf). Sofern dem Asylbewerber die Anmietung einer eigenen Wohnung genehmigt worden ist, beträgt die monatliche Unterstützung 389,24 Euro (182,61 Euro für Ernährung, Kleidung und anteilige Gesundheitspflege plus 143,00 Euro Bargeldbedarf plus 63,63 Euro für Wohnen, Energie, Haushaltsinstandhaltung sowie Innenausstattung,Haushaltsgeräte und -gegenstände).

Zuständige Behörde in Augsburg

Dürfen Asylsuchende arbeiten oder eine Ausbildung machen?

Entscheidend ist der Aufenthaltsstatus des Asylsuchenden.

  • Anerkannte Flüchtlinge dürfen jede Beschäftigung aufnehmen. Arbeitgeber müssen nichts gesondert beachten.
  • Solange Asylsuchende in Erstaufnahmeeinrichtungen leben, dürfen sie nicht arbeiten.
  • Asylsuchende, die sich bereits drei Monate im Bundesgebiet aufgehalten haben, dürfen arbeiten. Vorausgesetzt, es liegt keine gleichwertige Bewerbung von deutschen oder anderen vorrangig zu behandelnden Arbeitnehmern vor (Vorrangprüfung). Es liegt im Ermessen der Ausländerbehörde diese Entscheidung zu fällen. Die Ausländerbehörde muss bei der Bundesagentur für Arbeit um Zustimmung bitten.
  • Junge Asylsuchende können eine Ausbildung machen, wenn die Ausländerbehörde zustimmt. 

Zur zuständigen Behörde in Augsburg.

Sie wollen einem Asylsuchenden die Chance auf einen Ausbildungs- oder Praktikumsplatz bieten? Mehr zur Arbeitsvermittlung in Augsburg finden Sie auf der Seite „Ich will helfen: Ich biete einen Job ...“.

Wie lernen Asylsuchende Deutsch?

Anerkannte Asylsuchende nehmen am „Integrationskurs“ teil. Dieser besteht aus einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs. Mit dem neuen Asylverfahrensbeschleunigungsgesetzt werden die Integrationskurse auch für Asylbewerber und Geduldete mit guter Bleibeperspektive geöffnet. Das heißt: Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak, dem Iran und Eritrea bekommen seit November schon sehr früh professionell betreute Sprachkurse.

Zudem gibt es Möglichkeiten, wie Asylsuchende – unabhängig der Herkunft und vor  Deutsch lernen können. Es handelt sich um Initiativen des bürgerschaftlichen Engagements, der Wohlfahrtsverbände, engagierter Einzelpersonen und zahlreicher Vereine.

Sie wollen sich engagieren? In Augsburg werden noch ehrenamtliche Deutschlehrer gesucht. Mehr unter „Ich will helfen: Ich spende Zeit...“

Warum tragen manche Flüchtlinge Markenklamotten?

Die meisten Flüchtlinge, die sich für den gefährlichen Weg nach Europa entscheiden, nehmen kein Gepäck mit. Fast alle Kleidungsstücke erhalten sie nach ihrer Ankunft in Deutschland und anderen europäischen Ländern – aus Spenden engagierter Bürger.

Wo Sie in Augsburg Kleidung und Spielsachen abgeben können, steht hier.

Warum haben so viele Flüchtlinge ein Handy?

Die meisten Asylsuchenden, die in Deutschland ankommen, haben ein Handy aus ihren Herkunftsländern mitgebracht. Der Grund ist die Notwendigkeit und nicht der Luxus:

  • In den meisten Herkunftsländern dient ein Smartphone als der einzig mögliche Ersatz für das Festnetz, das schon lange nicht mehr funktioniert.
  • Mit dem Handy wird oft die Flucht organisiert, werden Absprachen getroffen und Treffpunkte ausgemacht. Es dient zudem als Navigationsgerät auf dem Fluchtweg. 
  • Das Telefon ist die einzige Verbindung zur Familie im Herkunftsland.

Viele Menschen sparen lange, um sich ein Smartphone zu kaufen. Und das, obwohl die Geräte deutlich günstiger sind als in Deutschland. Hersteller bieten günstigere Geräteversionen an.

Mobilfunkkosten: Die Kosten für Mobilfunk müssen durch die Leistungen finanziert werden, die Asylsuchende im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetzes erhalten. Es gibt Anbieter mit kostengünstigen Tarifen ins Herkunftsland. In den Unterkünften besteht kein Anspruch auf Internetzugang. In einigen dezentralen Unterkünften stellt der Vermieter freiwillig einen Internetzugang zur Verfügung und trägt die Kosten.

Muss ich Angst haben, mich bei einem Flüchtling mit einer ansteckenden Krankheit zu infizieren?

Asylsuchende, die in einer Erstaufnahmeeinrichtung ankommen, werden von Mitarbeitern der zuständigen Gesundheitsämter untersucht.

Bei der Erstuntersuchung wird Blut abgenommen und auf Hepatitis B und HIV getestet. Zudem wird die Körpertemperatur mit einem berührungsfreien Fieberthermometer gemessen und der Körper auf übertragbare Krankheiten wie Läuse, Krätze oder Windpocken untersucht. Asylsuchenden ab dem 15. Lebensjahr werden geröntgt. Auf Aufnahmen der Lunge lässt sich eine Lungentuberkulose ausschließen.

In den meisten Fällen sind die Asylsuchenden gesund. Besteht akuter Behandlungsbedarf, wird umgehend eine Behandlung veranlasst. Sollte eine hoch ansteckende Krankheit diagnostiziert werden, leitet das Gesundheitsamt seuchenrechtliche Maßnahmen ein.

Nach der Erstuntersuchung werden Asylbewerber bei Bedarf von niedergelassenen Ärzten gesundheitlich versorgt.

Zuständige Behörde in Augsburg.

Wie entwickeln sich die Straftaten bei Asylsuchenden?

Gegen Asylsuchende wird ermittelt, wenn sie gegen das Aufenthaltsrecht oder Asylrecht verstoßen. Straftaten, die EU-Bürger gar nicht begehen können. 45 Prozent der 2014 in Bayern von Asylsuchenden begangenen Straftaten waren solche Vergehen. Was noch häufig registriert wird, sind Rangeleien zwischen Asylsuchenden in den Unterkünften.

Die Anzahl der von Asylsuchenden begangenen Straftaten ist gestiegen: 2014 wurde bayernweit gegen fast dreimal so viele tatverdächtige Asylbewerber ermittelt wie 2011. Die Anzahl der gestellten Asylanträge hat sich im selben Zeitraum allerdings fast vervierfacht. Von einem Anstieg der Kriminalität kann also nicht gesprochen werden. (Quelle: www.polizei.bayern.de)

Die hohen Flüchtlingszahlen und die damit verbundenen Herausforderungen haben Auswirkungen auf das Sicherheitsempfinden. Das Bundesinnenministerium (BMI) hat dazu ein Lagebild veröffentlicht.

Wie viel Wohnraum steht einem Asylsuchenden zu?

In Bayern gelten Mindeststandards für die Unterbringung von Asylsuchenden in Gemeinschaftsunterkünften und dezentralen Unterkünften. Jeder hat einen Anspruch auf einen 7 Quadratmeter großen Wohn- und Schlafbereich. Pro 10 Personen muss eine Toilette und eine Dusche vorhanden sein. Pro 5 Personen ein Waschbecken.

Die Stadt Augsburg mietet Immobilien für Asylsuchende an. Mehr dazu unter „Ich will helfen: Ich biete Wohnraum...“

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