Stadt distanziert sich von ultranationaler türkischer Aufführung: Reiner Erben: „Der Friedensstadt nicht würdig!“

20.01.2017 12:43 | Kategorie: Pressemitteilungen

Am Samstag, 21. Januar, wird das Reese Theater Aufführungsort eines Theaterstücks, das Bezug nimmt auf den Putsch in der Türkei von Juli 2016 und die derzeitige aktuelle Situation in der Türkei. Im Theaterstück werden Minderheiten diskreditiert und als „Volksverräter“ gebrandmarkt. Das türkische Militär wird als eine Elitetruppe dargestellt, die gegen Minderheiten und „ausländische Mächte“ mit Panzern und Sturmgewehren vorgeht.

Zu dem Theaterstück öffentlich eingeladen hat der ultranationalistische türkische Idealistenverein, der laut bayerischem Verfassungsschutz unter Beobachtung steht. In seinem letzten Bericht von 2015 attestiert der Verfassungsschutz dem Idealistenverein und seiner Dachorganisation ein „extrem nationalistisches Gedankengut, das sich gegen den Gedanken der Völkerverständigung oder das friedliche Zusammenleben der Völker richtet.“

Die Überlegenheit der islamisch türkischen Ethnie zieht sich als roter Faden durch das gesamte Theaterstück und spiegelt damit die menschenverachtende Ideologie des ultranationalistischen türkischen Idealistenvereins wider. „Ein solches Schauspiel ist der Friedensstadt Augsburg im höchsten Maße unwürdig und hier nicht erwünscht“, positioniert sich Reiner Erben als Referent für Migration.

Die Stadt distanziert sich in vollem Umfang von dieser Aufführung. „Wir sind immer offen für eine kritische Auseinandersetzung und kontroverse Diskussionen, aber Hass, Häme, Gewalt und Nationalismus möchten wir in unserer Friedensstadt keinen Raum geben“, bekräftigt Dr. Margret Spohn als Leiterin des Büros für Migration, Interkultur und Vielfalt diese Haltung.

Auch das Friedensbüro der Stadt betont: „Augsburg leitet nicht zuletzt aus seiner Geschichte den Auftrag für ein friedliches Miteinander ab. Den Frieden zwischen den Angehörigen unterschiedlicher Religionen zu verteidigen, ist ein hohes Gut und uns sehr wichtig. Veranstaltungen wie diese haben in der Friedensstadt keinen Platz“, so Christiane Lembert-Dobler.




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