Kanustrecke am Eiskanal. Foto: Siegfried Kerpf/Stadt Augsburg

Wassererlebnis heute

Augsburg lebt und liebt das Wasser. Heute genauso wie vor 500 Jahren. Die Olympische Kanustrecke am Eiskanal ist weltberühmt und machte Augsburg zum Sitz des Kanu-Bundesleistungszentrums. Wer es ruhiger mag, findet Erholung am Kuhsee, am Hochablass oder auf einer unzähligen Kiesbänke und Uferstellen an Lech und Wertach. In den letzten Jahren eroberten die Bürger immer mehr Kanalufer und verwandelten sie in Stadtstrände. Und sogar im tiefsten Herzen der Stadt spielt das Wasser eine große Rolle.

  Die Olympia-Kanustrecke am Eiskanal

Für die Olympischen Spiele 1972 in München sollte auch Augsburg ein sportlicher Schauplatz werden. Der Eiskanal (eigentlich ein Umleitungskanal für Eisschollen, um das Wasserwerk am Hochablass zu schonen) wurde in die erste künstliche Wildwasser-Kanustrecke der Welt umgewandelt. Im Juli 1970 begannen die Bauarbeiten, ein gutes Jahr später fand bereits der erste Wettkampf statt.

Mit einem Abfluss von rund 10 Kubikmetern Wasser pro Sekunde gleicht die Olympiastrecke einem reißenden Wildbach. Auf rund 660 Metern Länge finden sich zahlreiche Hindernisse aus Beton. Diese sind im Gegensatz zu natürlichen Felsen aber abgerundet und damit weniger gefährlich für die Athleten. Entlang der Strecke können rund 24.000 Zuschauer auf den terrassierten Rängen die Wettkämpfe verfolgen. Noch heute finden die besten Kanusportler den Weg zum Eiskanal zu den jährlichen Weltcup-Rennen oder auch immer wieder zu Welt- und Europameisterschaften (zuletzt Kanuslalom-EM 2012).

Dieses Jahr findet der ICF Weltcup Kanuslalom vom 23. Juni bis 25. Juni 2017 statt.
 

Naherholung am Kuhsee und Hochablass

An den Wochenenden zieht es die Augsburger manchmal zu Tausenden dorthin, wo das Wasser zum Schauspiel wird. An der Wehranlage Hochablass stürzt der Lech in die Tiefe. Gleich nebenan, am Kuhsee, zeigt sich das Wasser von seiner stillen Seite: Spaziergänger, Jogger und spielende Kinder genießen die Idylle, die an einen Bergsee erinnert. An kalten Wintertagen tummeln sich oft Hunderte Schlittschuhläufer und Eishockeyspieler auf der Eisfläche des zugefrorenen Sees.
 

Strand-Feeling in der Stadt

Am Eiskanal fing es an: Auf einer Wiese im Spickel, schräg gegenüber dem Schwaben-Center, fanden sich immer mehr Sommerfrischler ein. Irgendwann eröffnete hier ein Kiosk, auch die Wasserwacht richtete sich ein. So entstand Augsburgs erster Stadtstrand, der rasch viele Nachfolger fand. Nur wenige Hundert Meter nördlich erfrischen sich vor allem die Pächter der Kleingartenanlage im Herrenbach. In Göggingen lockt das Luftbad an die Wertach. Und bei der Sanierung des Proviantbachquartiers und der Neuplanung des Textilviertes durften Stadtstrände am Schäfflerbach und dem weiteren Lauf des Proviantbachs nicht fehlen. 
 

Wasser in der Innenstadt

Man muss aber gar nicht in die Stadtteile gehen, um die Bedeutung des Wassers in Augsburg zu spüren. Selbst im tiefsten Herzen der Stadt ist es gegenwärtig. Dafür sorgen die drei Prachtbrunnen mit den manieristischen Figuren des Stadtgründers Kaiser Augustus auf dem Rathausplatz sowie der römischen Götter Merkur und Herkules in der Maximilianstraße. Sie entstanden um 1600 als Zeugnisse des Augsburger Reichtums. Die Stadt war reich an Geld, aber auch reich an bestem Trinkwasser, das auch aus den Prachtbrunnen sprudelte – jedoch nur zur Belustigung der Menschen, denn der Zugang zu den Brunnenbecken war durch schmiedeeiserne Gitter versperrt.

Wer sich die Zeit nimmt, durch die Altstadt zu spazieren, den begleiten zahlreiche Lechkanäle auf Schritt und Tritt. Sie wurden einst für das florierende Handwerk in der Unterstadt angelegt. Im Lauf der Jahrhunderte verschwanden einige Kanäle unter Straßendecken. Zur 2000-Jahr-Feier Augsburgs im Jahr 1985 wurden sie jedoch wieder aufgedeckt und sorgen heute für das unvergleichliche Flair des Lechviertels.

Die Augsburger UNESCO-Welterbe-Bewerbung wird unterstützt von

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