Die Türme, das Wasser und eine Herzensangelegenheit

„Jeden Tag begeistert und beglückt mich diese Stadt aufs Neue“, sagt Elisabeth Retsch, ihres Zeichens Gästeführerin seit nunmehr 34 Jahre. Seit dieser Zeit führt sie mit großer Begeisterung Touristen durch die Stadt und zeige auch Augsburgerinnen und Augsburgern verträumte und versteckte Winkel und Plätze.

Über die Jahre ist ihr besonders das Thema Wasser ans Herz gewachsen. Und das kam so:“ Es fiel auf, dass bei den Gästen besonders die Augsburger Altstadt mit ihren Kanälen besonders gut ankommt“ und so hat Elisabeth Retsch eine Wasserführung entwickelt – mit allem was dazu gehört: Kanäle und Stadtmauern, Aquädukt, Trinkwasser und Brunnenkunst.

„Die Türme sind mir eine Herzensangelegenheit“

Und als die Wassertürme am Roten Tor saniert wurden, hat sich Elisabeth Retsch sofort auch in dieses Thema eingearbeitet. Das Ensemble am Roten Tor zählt zum ersten Wasserwerk Augsburgs und versorgte bis ins Jahr 1879 die Stadt mit Wasser. Von 2006 bis 2010 wurden die Türme grundlegend saniert und sind seit 2010 im Rahmen von Führungen wieder zu besichtigen.

Die Regio Augsburg Tourismus GmbH ist zuständig für die Wassertürme am Roten Tor und Elisabeth Retsch ist verantwortlich. Das heißt, sie gibt Führungen, ist aber auch für aktuelle Reparaturen und Veranstaltungen in „ihren“ Wassertürmen“ der Ansprechpartner. „Die Türme sind mir eine Herzensangelegenheit“ und man merkt Elisabeth Retsch die Freunde und das Glück über „ihre Türme“ wirklich an.

Wasser ist einfach ihr Thema. Es gibt immer was zu forschen und was Neues zu entdecken. In den sieben Jahren, in denen die Wassertürme am Roten Tor nun schon in Augenschein genommen werden können, hat sich vieles verändert. Auch die Führungen von Elisabeth Retsch sind nicht in Stein gemeißelt – auch hier wird immer weiterentwickelt, verändert und neu zusammengestellt. Die Gäste aus Nah und Fern können jetzt „Augsburger Wasser“ direkt aus dem Brunnen trinken. „Denn erst dann ist es möglich, das Thema komplett und mit allen Sinnen zu erspüren und zu entdecken,“ so Elisabeth Retsch.

Die Augsburger „Frau des Wassers“ bereist Welterbestätten

Die gebürtige Augsburgerin - mit sage und schreibe ca. 4800 Führungen im Rücken – weiß wovon sie spricht, wenn es um „Wasser“ und um „Welterbe“ geht. Seit Jahren bereist sie Welterbestätten in der ganzen Welt, „denn erst durch die Besichtigung kann man die große Vielfalt fremder Länder erkennen und entdecken“, sagt sie. Persönlich hat sie der Aquädukt von Segovia in Zentralspanien besonders fasziniert. Der Aquädukt stammt aus der Blütezeit des römischen Imperiums und führte jahrhundertelang frisches Quellwasser aus den Bergen der Sierra de Fuenfría in ca. 17 Kilometern Entfernung in die Stadt. Seit 1985 ist er zusammen mit der Altstadt von Segovia auf der Liste des UNESCO-Welterbes aufgeführt.

Apropos Welterbe: Dass Augsburg demnächst auch auf der Liste des UNESCO-Welterbes aufgeführt ist, da ist Elisabeth Retsch, die Augsburger „Frau des Wassers“ ziemlich zuversichtlich.

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