Zukunft der Theaterlandschaft
Newsletter vom 30. September 2016

Newsletter für Interessierte der Augsburger Theaterlandschaft

Grundsatzbeschluss III zur Generalsanierung und Neukonzeption des Theaterstandortes Augsburg

In der Stadtratssitzung vom 29. September 2016 wurde der Grundsatzbeschluss III mit sechs Gegenstimmen gefasst. Er beinhaltet folgende Punkte:

1. Zustimmung der bereits in der Stadtratssitzung vom 12. Juli vorgestellte und zur Kenntnis genommene Konzeptplanung zum Bauteil I (Großes Haus) und Bauteil II (Neubau Gesamtareal) mit festgestellten Gesamtkosten in Höhe von 186,3 Mio. EUR als verbindliche Planungsgrundlage für alle weiteren Schritte.

2. Ermittlung von entsprechend erforderlichen Fachplanern für Bauteil II über ein VgV-Verfahren. Dieses läuft analog zu Bauteil I, bei dem derzeit die Entwurfsplanung vorbereitet wird. Baureferent Gerd Merkle betont: "Für die vielen Schnittmengen zwischen den beiden Bauteilen ist es wichtig, dass wir die Vergabe jetzt europaweit starten". Die Beauftragung der entsprechenden Fachplaner wird dann über Vergabebeschlüsse in den zuständigen Gremien erfolgen.

3. Umsetzung aller erforderlichen Schritte für die vorgezogene Maßnahme der Archäologie im Bereich an der Volkhartstraße. Der Beginn der Grabungen ist für Ende 2016 vorgesehen. Hintergrund: Unterirdisch sollen Technikräume für das Große Haus und ein Löschwasserbecken an der Volkartstraße entstehen. Genau an dieser Stelle befindet sich jedoch teilweise historisches Material: "Wir wissen exakt, wo die Stadtmauer mit ihren Wehrtürmen unterirdisch verläuft", erklärt Baureferent Gerd Merkle. Es werde versucht, die Stadtmauer zu erhalten und diese vielleicht sogar in die unterirdischen Baumaßnahmen zu integrieren.

Erste Information für ein neues mögliches Finanzierungmodell zur Theatersanierung

Ebenfalls in der Stadtratssitzung am 29. September berichtete Bürgermeisterin sowie Wirtschafts- und Finanzreferentin Eva Weber über ein neues, mögliches Finanzierungsmodell für die Theatersanierung, um weitsichtig Risiken einer eventuellen zukünftigen Zinserhöhung auf dem Kreditmarkt auszuschließen.

Die Idee: Das aktuell niedrige Zinsniveau zu nutzen und die anstehenden städtischen Investitionen in diesem und dem nächsten Jahr generell über Kredite zu finanzieren. Die dann nicht mehr für diese Investitionen benötigten Haushaltsmittel könnten so einer zweckgebundenen Rücklage zugeführt werden, aus deren Mitteln die mehrjährigen Baumaßnahmen der Theatersanierung bestritten würden. Das bisherige Finanzierungsmodell sah mehrere einzelne Kreditaufnahmen während eines mehrjährigen Zeitraums (bis ca. 2022) vor, um die jeweils ungedeckten jährlichen Baukostenbedarfe abzudecken. Das Risiko zukünftiger Zinserhöhungen könnte man mit dem neuen Modell umgehen.

Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl nannte in der Pressekonferenz am gestrigen Vormittag bereits ein Beispiel: "Die Brandsanierung der FOS/BOS ist nicht aufzuschieben. Wir finanzieren sie jetzt durch einen Kredit. Dadurch müssen wir die dafür vorgesehenen Mittel in der Zukunft nicht angreifen." Diese würden dann die Rücklagen bilden.

Nach Vorstellung dieses möglichen Finanzierungsmodells im gestrigen Stadtrat, soll das Konzept am 18. Oktober 2016 im Finanzausschuss nochmals genauer erläutert werden, damit es dann im Nachtragshaushalt 2016 verankert werden kann.

Interimsspielstätten für das Theater Augsburg

Nach der Schließung des Großen Hauses im Juni dieses Jahres hat das Kulturreferat bis jetzt unter Hochdruck nach praktikablen Lösungen für den Vor-Interimsspielbetrieb der Spielzeit 2016/2017 und die nachfolgende Gesamtsanierungszeit des Theaters gesucht.

Neben der Brechtbühne und dem Hoffmannkeller als vorläufig bleibende Spielstätten wird in der Spielzeit 2016/2017 in folgenden Interimsstätten gespielt:

  • Martini-Park: "Der Jüngste Tag", Schauspiel
  • Schwabenhalle/Messe Augsburg: "Der Nussknacker", Ballett und "Tosca", Musiktheater
  • Parktheater im Kurhaus Göggingen: "Simplicius Simplicissimus", Musiktheater
  • Konzertsaal der Universität Augsburg: "Idomeneo", Musiktheater und Familienkonzerte
  • Kongress am Park: "Pünktchen und Anton", Schauspiel; "Carmen/Bolero", Ballett; "Othello", Musiktheater sowie Sinfoniekonzerte und ein Familienkonzert
  • Stadthalle Gersthofen: Sinfoniekonzerte am 14./15. November 2016 und (wie bisher auch) das Familienkonzert Gersthofen

Zum Verlauf

Mit der Aufhebung der Entscheidung, die fünfjährige Interimszeit des Musiktheaters im Kongress am Park (KaP) zu verbringen, und stattdessen für das Musiktheater eine große Spielstätte, die nötigen Probenräume, Musik- und Stimmzimmer, sowie Verwaltung, Industriehallen und Räume im Martinipark anzumieten, steht nun das Gesamtkonzept für das Interim der zwei Spielstätten und insgesamt 360 Mitarbeitern fest:

  • Das Schauspiel mit Bühne, das Ballett, die Verwaltung und die Werkstätten werden in der Interimszeit ab 2018 auf dem Gaswerkgelände eine Heimat finden. Dort sollen die Räumlichkeiten später nachhaltig auf dem neuen Kreativareal genutzt werden.
  • Der Martinipark wird ab 2017 die Spielstätte des Musiktheaters sowie das Orchester und die Verwaltung beherbergen.

Bereits im Sommer 2016 sind die Schneiderei und der Fundus für die Interimszeit in das Gebäude des ehemaligen Stadtarchivs gezogen.

Die Flächen im Martini-Park wurden dem Kulturreferat nach der Schließung des Großen Hauses angeboten. Bis zu diesem Zeitpunkt standen sie durch anderweitige Planungen der Martinipark GmbH nicht zur Verfügung. Ein vergleichendes Gutachten ergab jedoch, dass unter den zur Verfügung stehenden Spielstätten der Martini-Park von den Anforderungen an Publikums- und Spielflächen sowie Produktionsmöglichkeiten am besten geeignet ist. Näheres dazu finden Sie ausführlicher hier auf der Theatersanierungsseite.


Alle weiteren Infos rund um das Thema Theater, darunter auch erweiterte Infos zur Schließung des Großen Hauses, finden Sie unter: www.augsburg.de/theatersanierung.


Stadt Augsburg
Kulturreferat

 

Copyright Homepage Kontakt Impressum Newsletter ändern/abbestellen