Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Theatergelände beginnen im Juli

17.07.2017 11:54 | Kategorie: Theatersanierung

Die lange und bewegte Geschichte Augsburgs hat im Boden ihre Spuren hinterlassen. Bevor die Sanierung des Großen Hauses beginnen kann, muss daher zunächst untersucht werden, ob im Erdboden eventuell noch historische Relikte verborgen sind, die sichergestellt werden müssen. Die Vorbereitung für die Grabungsarbeiten der Stadtarchäologie unter Leitung von Dr. Sebastian Gairhos starten am 17. Juli. Danach wird das Gelände sukzessive untersucht und genauestens dokumentiert. Zum Ende des Jahres sollen die Ausgrabungen abgeschlossen sein.


Mit einem Bagger wird begonnen, die Grasnarbe abzutragen. Sobald die ersten Flächen freigelegt sind, startet das Ausgrabungsteam mit anfangs noch kleinerer Besetzung, später dann mit einer Mannschaft von maximal 12 Grabungsarbeitern. So wird bis zum Ende des Jahres allmählich das gesamte Areal untersucht.

Sobald der Bagger in den ersten Bereichen die Vorarbeit geleistet hat, geht es mit Pickel, Schaufel und Schubkarren an die Bearbeitung des Erdreichs. Die Archäologen haben immer das gesamte Spektrum an Instrumenten zur Bodenbearbeitung mit dabei, um unterschiedliche Untergründe oder Funde möglichst effizient freizulegen. Die Wahl des Werkzeugs richtet sich schließlich aber nach der Struktur der freizulegenden Funde. Feinere Geräte wie Kellen oder Pinsel kommen zum Einsatz, wenn sensiblere Schichten oder gar Objekte zum Vorschein kommen.

Von Jung nach Alt

Wie groß die zunächst bearbeitete Fläche sein wird oder wie schnell man vorankommt, das können die Archäologen im Voraus nicht abschätzen. Dies liegt vor allem daran, dass sie sich in drei Dimensionen bewegen. Die Schichten im Boden haben sich über die Jahrhunderte laufend verändert. Die Archäologie startet bei der jüngsten Schicht und arbeitet sich weiter in den Erdboden bis zu den älteren Schichten. Wie lange es also dauert, um einen bestimmten Bereich vollständig zu untersuchen, hängt auch immer von der Tiefe ab, in die gegraben werden muss.

Kein Arbeitsalltag

Generell wird an mehreren Stellen zeitgleich gegraben und dokumentiert. Das Gebiet ist in ein Raster aufgeteilt, dessen Felder systematisch bearbeitet werden. Dabei gibt es im Team unterschiedliche Spezialisten. So wird man in den kommenden Monaten nicht nur die Ausgräber sehen, die mit ihren Werkzeugen die Erde bearbeiten, sondern auch diejenigen, die Abschnitte vermessen und schriftlich, zeichnerisch oder fotografisch dokumentieren. Welche Mitarbeiter wie und wo auf dem Gelände im Einsatz sind, ist von den Funden abhängig und bleibt letztendlich eine Überraschung. Von „Arbeitsalltag“ kann bei der Archäologie somit kaum die Rede sein.

Gegraben wird übrigens bei jedem Wetter. Gegen den Regen schützen mobile Zelte, die über den Ausgrabungsfeldern aufgestellt werden. (kk)




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