Theatersanierung: FAQs. Foto: Siegfried Kerpf/Stadt Augsburg

FAQs – häufig gestellte Fragen

Hier geben wir Ihnen Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Theatersanierung. Bitte klicken Sie auf die jeweilige Frage, dann öffnet sich die dazu gehörende Antwort.

  
Häufig gestellte Fragen rund um die Theatersanierung:
   

Warum muss das Theater im Juni 2016 schließen?

Warum musste das Theater im Juni 2016 schließen?

Bei einer Untersuchung des Theaters entdeckte die Feuerwehr im Mai 2016 eine nicht ausreichend gesicherte Decke zwischen Garderobe und Zuschauerraum. Weitere Untersuchungen folgten. Am 20. Mai stand fest: Der laufende Spielbetrieb im Großen Haus des Theaters endet spätestens nach der letzten Vorstellung im Juni 2016 – und so kam es auch.

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Verrauchungsversuch im Garderobenbereich Großes Haus. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg
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Rauchaustritt im Zuschauerbereich. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg
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Deckenöffnung im Garderobenbereich Großes Haus. Foto: Norbert Reinfuss/Stadt Augsburg
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Deckenöffnung. Foto: Norbert Reinfuss/Stadt Augsburg
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Zwischendecken-Bereich zwischen Garderobe und Zuschauerraum (Abluftkanal). Foto: Norbert Reinfuss/Stadt Augsburg

Warum muss das Theater jetzt saniert werden?

Seit dem Wiederaufbau in den 1950er-Jahren gab es keine großen Sanierungsmaßnahmen mehr. Inzwischen haben sich die baurechtlichen Anforderungen für öffentliche Gebäude deutlich erhöht. Daher besteht ein massiver Nachholbedarf in Sachen Brandschutz. Der Spielbetrieb konnte nur kurze Zeit unter erheblichen Auflagen aufrechterhalten werden. Die endgültige Schließung erfolgte zum Spielzeitende 2016. Mehr zur Frage: Warum sanieren?

Was und wem nützt ein Theater?

Das Theater ist das kulturelle Herz der Stadt. Ein erneuertes Großes Haus und ein neugebautes Schauspielhaus mitten in einem lebendigen Theaterviertel geben viele Impulse in das kulturelle Leben der Stadt – auch finanzieller Natur (Aufträge in die freie Szene, Honorarverträge, Kooperationen etc.).

Dazu gilt das Theater Augsburg als „weicher Standortfaktor“. Die Sanierung bringt wirtschaftliche Vorteile. Mehr dazu in der Prognos-Studie, die der Förderverein „Wirtschaftsregion Augsburg“ (eine Initiative der IHK) in Auftrag gegeben hat.

Wer ist für die Sanierung des Theaters Augsburg verantwortlich?

Die Stadt Augsburg ist der Auftraggeber und das Kulturreferat der Bauherr der Maßnahme. Die baufachliche Projektleitung liegt beim Hochbauamt der Stadt Augsburg. Koordiniert wird das Gesamtprojekt durch das Referat OB.

Wann schließt das Große Haus?

Ursprünglich war geplant den, bereits unter Auflagen, den Spielbetrieb im Großen Haus bis zum Ende der Spielzeit 2016/17 aufrecht zu erhalten und dann zu schließen. Nachdem im Mai 2016 Erkenntnisse aus Voruntersuchungen gewonnen worden waren, die u.a. brandschutztechnische Probleme im Deckenbereich der Garderobe aufzeigten und im Brandfall ein Eindringen von Rauch in den Zuschauerbereich wahrscheinlich machten, wurden durch die Feuerwehr erweiterte Maßnahmen vor Ort ergriffen.

Nach der Durchführung von zerstörenden Untersuchungen im Deckenbereich der Garderobe im Großen Haus, einem Verrauchungsversuch, sowie nach Abwägung aller brandschutztechnischen, bauordnungsrechtlichen und sicherheitsrelevanten Faktoren stand fest: Der laufende Spielbetrieb im Großen Haus des Theaters endet spätestens nach der letzten Vorstellung im Juni 2016.

Alle aktuellen Infos, wie und warum es zur Schließung des Großen Hauses kam, sowie zu den Interimsstätten finden Sie hier.

Wann werden die Sanierungsarbeiten beginnen?

Ein Projektbeschluss für Sanierung des Theaters, Bauteil 1 – Großes Haus, wird vom Stadtrat voraussichtlich im Herbst 2016 gefällt. Erst dann kann ein konkretes Datum genannt werden. Mit dem im Stadtrat am 29.09.2016 gefassten Grundsatzbeschluss III können Vorabmaßnahmen wie Befundungen (Archäologie, etc.) bereits Ende 2016 gestartet werden.

Wann finden die ersten Umzüge statt?

Erste Auszüge aus dem Großen Haus fanden nach Beschluss vom Juni 2015 schon im Sommer 2016 statt. Hierbei handelt es sich unter anderem um die Schneiderei und Teile des Kostümfundus, die sich bereits im Interim, im alten Stadtarchiv, befinden.

Was passiert im Zeitraum zwischen den Auszügen und dem tatsächlichen Baubeginn?

In diesem Zeitraum finden bauliche Voruntersuchungen statt. Diese z.T. lärm- und staubintensiven Arbeiten können nicht im laufenden Betrieb vollzogen werden.

Warum steht das Große Haus unter Denkmalschutz und welche Teile des Gesamtareals stehen unter Denkmalschutz?

Der Denkmalschutz erstreckt sich unter anderem auf sämtliche Fassaden des Großen Hauses und auf den Bühnenturm. Der außerordentlich hoch eingestufte Denkmalwert bezieht sich auf die Architektur aus den Jahren 1953 bis 1956. Auch die Reste des Ursprungsbaus (1876) und der Umbauphase von 1937 bis 1939 gehören dazu. Schwerpunkt des Denkmalwertes und bayernweit einmalig eingestuft sind der Innenraum des Theatersaals, die Foyers, die Garderobe und die Treppenhäuser. Sie verfügen über eine nahezu unveränderte Originalausstattung aus den 1950er-Jahren. Die Bühnen- und Gebäudetechnik sowie die Raumzonen im Hinterbühnen-Bereich müssen nicht vollständig erhalten werden. Mehr zum Thema Denkmalschutz.

Was geschieht mit der brechtbühne?

Die brechtbühne ist eine Interimsspielstätte, die ursprünglich bis 2026 in Betrieb bleiben sollte. Im Zuge des Umbaus wird sie im Sommer 2018 geschlossen. Durch die Baumaßnahmen im Umfeld wird die brechtbühne ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr bespielbar sein. Es ist geplant, so viele Teile des Gebäudes (inklusive Innenausstattung) wie möglich weiter zu verwenden. Die Teile werden voraussichtlich in die Interimsspielstätte auf dem Gaswerk-Gelände eingebaut.

Wird es während der Umbauphase Vorstellungen geben?

Ja! Da das Theater in der Sanierungszeit seine bisherigen Räumlichkeiten nicht mehr nutzen kann, muss es mit dem Spielbetrieb, seinen Werkstätten und den rund 370 Mitarbeitern in Ausweichquartiere ziehen. In der regulären Interimszeit ab 2017/2018 wird im Martinipark das Musiktheater mit Musiktheaterprobebühnen sowie Verwaltung einziehen. Das Schauspiel ist im ersten Jahr der regulären Interimszeit noch in der Brechtbühne. Ab der Spielzeit 2018/2019 wird dann das Schauspiel mit Werkstätten und Verwaltung komplett auf das Gasgelände ziehen. Die Freilichtbühne wird im Sommer ebenso weiter bespielt.

Die Vorstellungstermine zur aktuellen Spielzeit 2016/2017 finden Sie unter www.theater-augsburg.de, weitere Infos dazu hier.

Wenn das Theater so viel kostet, leiden dann nicht die freie Kulturszene oder andere Projekte?

Nein, denn die Gelder für die Sanierung können ausschließlich für den Um- und Neubau verwendet werden. Wird die Sanierung billiger, gibt es nicht automatisch mehr Gelder für andere Projekte. Das Theater als zentrale Stätte Augsburger Kulturproduktionen wird hingegen auch Initiator für Projekte der freien Szene sein. Von dort werden auch wieder Gelder in die freie Szene fließen. Damit profitiert nicht nur das Theater, sondern die gesamte Kulturlandschaft der Stadt Augsburg. Eine Übersicht von Vernetzungen und Kooperationen des Theaters Augsburg mit der freien Kulturszene finden Sie hier.

Was hat der Bürger jenseits des klassischen Theaterbesuchers von der Sanierung?

Der Stadtgesellschaft fehlt ein immer wieder geforderter Saal für etwa 400 Personen. Die zweite Spielstätte wird kein reines Schauspielhaus, sondern ist als Mehrzweckhalle konzipiert. Das Neue Haus kann für Veranstaltungen wie Poetry-Slams, Konzerte, Vorträge und vieles mehr genutzt werden. Ebenfalls geht mit der Sanierung ganz allgemein eine Öffnung und Nutzung auch für andere Zielgruppen einher (Neugestaltung der Foyers im Großen Haus, „sharings space“ im Neubau, etc.). Grundsätzlich wertet eine Sanierung nicht nur die Gegend rund um das Theater auf, sondern ganz Augsburg als Standort. Das Viertel hat sich bereits zu einem Kulturquartier entwickelt. Diese Entwicklung will die Stadt weiter fördern.

Zusätzlich konnte eine Studie zur Wirkung des Theaters Augsburg die regionalwirtschaftlichen und weiteren positiven Effekte für Augsburg und damit für jeden einzelnen Bürger dieser Stadt aufzeigen. Der Förderverein „Wirtschaftsregion Augsburg“, eine Initiative der IHK, hat die Studie beim Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos in Auftrag gegeben.

Warum ist das Geld eigentlich so knapp in Augsburg und wieso ist ein modernes 3-Sparten-Theater gerade deswegen wichtig?

Die Stadt Augsburg hat im Verhältnis zu anderen bayerischen Kommunen ein sehr geringes Steueraufkommen. Aus diesem Grund wird daran gearbeitet, sich als attraktiver Lebens-, Wohn-, Hochschul- und Arbeitsort, aber auch als Wirtschaftsstandort zu positionieren. Dafür ist unter anderem ein reichhaltiges Kulturangebot zwingend notwendig. Für Fachkräfte oder für Unternehmen, die einen neuen Standort suchen, spielt das Freizeitangebot in einer Region eine große Rolle.

Kann das Haus nicht einfach zugesperrt werden?

Es würden trotzdem Kosten anfallen. Für ein ungenutztes, denkmalgeschütztes Gebäude fällt sogenannter Bauunterhalt an. Dieser Bauunterhalt liegt im siebenstelligen Bereich – jährlich. Außerdem wären bei einer Schließung Arbeitsplätze betroffen – nicht nur im Theater selbst, sondern auch in der Kulturwirtschaft insgesamt. Eine hohe Anzahl von Aufträgen könnte vom Theater nicht mehr ausgegeben werden.

Würde die Sanierung billiger, stünde dann das eingesparte Geld für andere Projekte zur Verfügung?

Sollte der Sanierungsbedarf niedriger ausfallen, würden anteilig weniger Fördermittel fließen. Selbstverständlich würde die Stadt in diesem Fall ihre geplante Kreditaufnahme entsprechend verringern. Die Gelder stehen nicht für andere Projekte zur Verfügung, sondern sind zweckgebunden.

Warum gab es für die Planungen keinen Architektenwettbewerb?

Grundlage für die Planungen war die Studie „Neukonzeption des Theaters Augsburg mit seinen Produktions- und Spielstätten“ von 2009. Die Studie zeigte die hohe Komplexität der Sanierungsmaßnahme auf. Deshalb wollte die Stadt die jeweils qualifiziertesten Fachplaner ermitteln. Die Leistungen wurden nach VOF (Vergabeordnung freiberuflicher Leistungen) vergeben. Für das Große Haus und das Gesamtareal wurden getrennte Vergabeverfahren durchgeführt. Die Voraussetzungen für einen Architektenwettbewerb waren dabei nicht gegeben. Die Verfahren wurden mit der Bayerischen Architektenkammer und der Regierung von Schwaben abgestimmt.

   Bürgermeisterin Eva Weber beantwortet die häufigsten Fragen zum Finanzierungskonzept (Videos):
  

Wer zahlt was?



Wie kann sich Augsburg das leisten?



Wurde bei der Finanzierung an alles gedacht?



Was bleibt für andere Projekte?



Warum wollen Sie so viel Geld in Kultur stecken?



  

Weitere häufig gestellte Fragen zu Baukosten und Finanzierung:
   

Wie setzen sich die Baukosten zusammen?

Aktuell beziffern die Pläne die Umbaukosten mit 186,3 Millionen Euro. Der Betrag setzt sich aus zwei Hauptbestandteilen zusammen: Bauabschnitt 1 und 2. Bauabschnitt 1 (Großes Haus) ist mit derzeit 117,05 Millionen Euro veranschlagt. Bauabschnitt 2 (Neues Haus, Orchesterprobensaal, Probebühnen, Werkstätten, Verwaltung) wird mit 69,25 Millionen Euro veranschlagt (Stand Oktober 2015).

Bleibt es bei den 186,3 Millionen Euro oder sind weitere Kostensteigerungen zu erwarten?

Bei einer Baumaßnahme dieser Größenordnung kann dafür keine endgültige Garantie gegeben werden. Für die gesamte Maßnahme wurde jedoch ein großzügiger Puffer einkalkuliert. Aktuell sind die Kosten bereits sehr detailliert berechnet.

Wie wird die Sanierung finanziert?

Die Baukosten für die Theatersanierung betragen vorerst 186,3 Millionen Euro. Davon übernimmt der Freistaat Bayern bis zu 106 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Stadt beträgt aktuell 90,98 Millionen Euro inklusive Interimslösung und Archäologie. Die Stadt hat Dienstag, 20. Oktober 2015, das Finanzierungskonzept  im Finanzausschuss vorgestellt: Bis 2039 soll der städtische Anteil mit jährlich 3,85 Millionen Euro abbezahlt werden. Am 17. November hat dann der Stadtrat im Rahmen des Nachtragshaushalts 2015 darüber entschieden.

Ist die Finanzierung mit einem privaten Immobilienkredit vergleichbar?

Dem Finanzierungskonzept unterliegt die Idee, dass – vergleichbar mit einer privaten Hausfinanzierung – die Sanierung in 15 Jahren nach Abschluss der Bauarbeiten abbezahlt ist. Die Stadt stellt bis 2039 kontinuierlich 3,85 Mio. Euro (Stand November 2015) dafür ein. Die Tilgung läuft ab 2023. Der Vorteil: Durch diese überschaubare jährliche Belastung werden auch andere Investitionsprojekte in der Stadt möglich bleiben. Für die Finanzierung nutzen die derzeit historischen Zinsen, die wir auch über kommunale Förderkredite in Anspruch nehmen können.

Wurde bei der Finanzierung an alles gedacht?

Bei den Baukosten für das Bauteil I und das Bauteil II (siehe Finanzierungskonzept Seite 3, Spalten 2 und 3) handelt es sich um Bruttobaukosten. Darin enthalten ist neben der Umsatzsteuer und den Baunebenkosten eine Risikoreserve in Höhe von 25% für das Bauteil I (Großes Haus). Auch Kosten für Rückverankerungen an den Nachbargebäuden, Abbruchkosten oder die Kosten für die Außenanlagen sind bereits umfasst. Die tatsächlichen Baukosten werden sich aus dem Projektbeschluss im Sommer 2016 ergeben.

Was bedeutet der Begriff „Nebenkosten“ in der Finanzierung?

Der Begriff „Nebenkosten“ in der Überschrift bezieht sich nicht auf die Baunebenkosten, sondern auf die im Finanzierungskonzept (Seite 3) in den Spalten 7 und 8 aufgeführten Kosten für die Interimszeit und für die archäologischen Grabungen. Diese sind extra aufgeführt, da sie nicht vom Freistaat Bayern gefördert werden.

Könnten wir das Geld vom Freistaat nicht für andere Projekte verwenden?

Die Mittel sind nur für die Theatersanierung zugesagt und somit auch zweckgebunden. Gleichzeitig hat der Freistaat Bayern eine Erhöhung der Förderquote für die Sanierung und Modernisierung der Augsburger Schulen von 45% auf 55,5% vorgenommen. Diese Doppelförderung ist das sogenannte Kultur- und Bildungsförderprogramm der Stadt Augsburg. Der Freistaat stellt damit sicher, dass beide Themen gleichermaßen gefördert werden.

Niemand kennt die Zinsentwicklung in 10 Jahren – ein Risiko bei der Kreditaufnahme?

Das Finanzierungskonzept (Stand November 2015) sieht vor, dass bis 2022 Kredite aufgenommen werden, die ab 2023 bis 2039 getilgt werden. Dies bedeutet, dass lediglich bis 2022 ein Zinsänderungsrisiko besteht. Es ist derzeit keine seriöse Aussage zu treffen, wie sich die Zinslasten von künftigen Darlehensabschlüssen gestalten werden. Die Zinssätze sind derzeit aber historisch niedrig und die Signale der Notenbanken weisen auf keine Veränderung hin.

Und wenn die Kredite doch teurer werden oder andere ungeplante Kosten aufkommen?

Sollte der Kostenrahmen, der im Sommer 2016 vom Stadtrat beschlossen wird, nicht zu halten sein, so müsste dies zunächst innerhalb der Baumaßnahme ausgeglichen werden. Bei einzelnen Posten können über Ausschreibungen oft bessere Ergebnisse als berechnet erzielt werden. Sollten die Mittel auch dann nicht ausreichen, müsste der Stadtrat entscheiden, bei welcher der Posten gespart oder ob die Kreditaufnahme modifiziert werden soll.

Gibt es eine kostengünstigere Lösung?

Grundsätzlich vereinen die Pläne zur Sanierung des Großen Hauses nur dringend notwendige Maßnahmen. Das gilt auch für den nördlichen Werkstätten-Bereich.

Ist ein Neubau nicht billiger?

Das Theater ist ein Einzeldenkmal ersten Ranges. Die Stadt Augsburg ist verpflichtet, es zu erhalten. Ein Stadttheater muss nach Auffassung der Stadt Augsburg Teil der Innenstadt sein. Das vorhandene Areal ist das einzige dieser Größe, das lokal zur Verfügung steht. Zudem würden durch einen Neubau weitaus höhere Kosten anfallen.

Wäre die Umwandlung in ein Staatstheater die Lösung?

Nein. Auch in diesem Fall hätte die Stadt Augsburg die Kosten der Renovierung und Sanierung zu tragen.

Kann ich für das Projekt Sanierung spenden?

In der Vergangenheit ist die Stadt Augsburg wiederholt darauf angesprochen worden, wie sich Bürger auch finanziell, in Form einer Spende, einbringen und so die Sanierung mit unterstützen können. Derzeit sind wir dabei, die dafür nötigen Strukturen vorzubereiten.

  

Fragen und Antworten zur Brechtbühne:

Wie viel wird die Stadt voraussichtlich an den Freistaat zurückzahlen müssen, wenn die brechtbühne vorzeitig rückgebaut wird?

In welcher Höhe Fördermittel zurückbezahlt werden müssen hängt davon ab, in welchem Maß Teile der Brechtbühne wiederverwendet werden können. Fest steht: Ein Erhalt der brechtbühne ist teurer als die Summe der Rückzahlungen an den Freistaat.

Wäre es denkbar, die brechtbühne an anderer Stelle als Lager bzw. Spielstätte wieder aufzubauen?

Die brechtbühne kann zerlegt werden und an einem anderen Ort wieder aufgebaut werden. Jedoch können Bauteile wie Außenhaut, Dachabdichtung, Innenausbau sowie haustechnische Anlagen und Einrichtungen zum Teil nicht wirtschaftlich wiederverwendet werden.

Was kosten der Abriss der Brechtbühne und der teilweise Wiedereinbau im Gaswerk?

Ein einfacher Rückbau ist in den Sanierungskosten enthalten. Die exakten Kosten für die Weiterverwendung auf dem Gaswerk werden derzeit von Fachplanern ermittelt.

Könnte der Brandschutz nicht parallel zum Spielbetrieb verbessert werden?

Gemäß dem Brandschutzgutachten von 2010 wurden kurz- und mittelfristige Maßnahmen festgelegt und umgesetzt. Somit kann der Spielbetrieb bis zur baulichen Generalsanierung weiterlaufen. Wesentliche Brandschutzmängel erfordern aber erhebliche bauliche Eingriffe (z. B. zusätzliche Fluchttreppenhäuser, Ausbildung von brandschutztauglichen Konstruktionen, Brandschutzabschottungen etc.). Diese können nur bei geräumtem Gebäude ausgeführt werden.

   

Fragen und Antworten zum Interim:

Wo werden die Interimsspielstätten sein?

Das Schauspiel mit Bühne, das Ballett, die Verwaltung und die Werkstätten werden in der Interimszeit ab 2018 auf dem Gaswerkgelände eine Heimat finden. Dort sollen die Räumlichkeiten später nachhaltig auf dem neuen Kreativareal genutzt werden.

Der Martinipark wird ab 2017 die Spielstätte des Musiktheaters sowie das Orchester und die Verwaltung beherbergen.

In der aktuellen Spielzeit 2016/2017 wird – neben der Brechtbühne und dem Hoffmannkeller als vorläufig bleibende Spielstätten – in folgenden Interimsstätten gespielt:

  • Martini-Park: „Der Jüngste Tag", Schauspiel
  • Schwabenhalle/Messe Augsburg: „Der Nussknacker", Ballett und „Tosca", Musiktheater
  • Parktheater im Kurhaus Göggingen: „Simplicius Simplicissimus", Musiktheater 
  • Konzertsaal der Universität Augsburg: „Idomeneo", Musiktheater und Familienkonzerte
  • Kongress am Park: „Pünktchen und Anton", Schauspiel; Carmen/Bolero, Ballett; Othello, Musiktheater sowie Sinfoniekonzerte und ein Familienkonzert
  • Stadthalle Gersthofen: Sinfoniekonzerte am 14./15.11.2016 und, wie bisher auch, das Familienkonzert Gersthofen

Welche Interimsstandorte wurden geprüft und was hätten sie gekostet?

Es wurden unterschiedliche Flächen im Stadtgebiet geprüft, die aus rechtlichen Gründen nicht genannt werden dürfen. Gegen die jeweilige Nutzung sprach entweder das Platzangebot oder die Kosten, die sich zwischen 4,2 und 8,3 Mio. € bei einer Nutzungsdauer von sechs Jahren belaufen hätten.

Die Kosten für eine Zeltvariante hätten sich brutto auf zwischen 8 und 10 Mio. €. belaufen. Auch hier war die Nutzungsdauer auf sechs Jahre angelegt. Bewertet wurden die Plätze in Bezug auf Verfügbarkeit, Akustische Einflüsse aus dem Umfeld, Erreichbarkeit, Parkplätze, Einflüsse auf die Nachbarschaft.

Weitere Infos dazu finden Sie hier.

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