Das Stadttheater. Foto: Stadt Augsburg

Denkmalschutz & Baugeschichte – Rücksicht bei Sanierung

Das gesamte Areal des Großen Hauses mit der Brückenverbindung über die Kasernstraße und der anschließenden Fassade des Werkstattgebäudes steht als Einzeldenkmal in der Bayerischen Denkmalliste. Der Denkmalschutz erstreckt sich somit auf sämtliche Fassaden des Gebäudes, einschließlich Bühnenturm.

Der außerordentlich hoch eingestufte Denkmalwert bezieht sich auf die Architektur des Wiederaufbaus aus den Jahren 1953 bis 1956. Er beinhaltet auch die komplette Gestaltung des seinerzeit neu errichteten Bühnenturms mit den Medaillons, dem Kranzgesims und der sehr aufwändigen Kleinstein-Mosaik-Verkleidung zwischen den Betonrisaliten. Aber auch die Reste des Ursprungsbaus von 1876 und der Umbauphase von 1937 bis 1939 sind Bestandteil des Baudenkmals.

Der gesamte Innenraum des Theatersaals, der Foyers, der Garderoben und Treppenhäuser mit der nahezu unveränderten Originalausstattung aus den 1950er-Jahren ist dabei Schwerpunkt des Denkmalwertes und in seiner Gestaltqualität bayernweit als einmalig eingestuft.

Im Rahmen der Vorplanung gab es bisher drei Abstimmungstermine mit dem Landesamt für Denkmalpflege, dem Stadtheimatpfleger und der Unteren Denkmalschutzbehörde. Dabei wurden Schwerpunkte formuliert, die in der Planung berücksichtigt werden sollen. Hierbei erfolgte auch eine differenzierte Betrachtung der Gebäudeteile und einzelner baulicher Eingriffe. Mit den bisher abgestimmten Maßnahmen wird eine dekmalgerechte und funktionale Instandsetzung des Großen Hauses möglich.

Das Landesamt für Denkmalpflege hat verlautbart, dass die komplett zu erneuernde Bühnen- und Gebäudetechnik und die im Hinterbühnen-Bereich neu zu strukturierenden Raumzonen nicht als Bestandteil des Baudenkmals im Bestand komplett erhalten werden müssen – trotz den Status als Einzelbaudenkmal in allen Facetten. Hier seien Spielräume einer sinnvollen technischen und funktionalen Erneuerung gegeben.

Alle Änderungen in diesem Bereich unterliegen einer intensiven Abstimmung mit den Denkmalbehörden und einer entsprechenden denkmalrechtlichen Genehmigung.

Die äußere Erscheinungsform des Großen Hauses soll unverändert bestehen bleiben. Eine Ausnahme sind künftige, hinter dem Bühnenturm angeordnete neue Fluchttreppenhäuser. Sie sind eine unabdingbare Voraussetzung des Brandschutzes für einen Theaterbetrieb. Ebenfalls ausgenommen sind untergeordnet integrierte Technikflächen auf den seitlichen Flachdachflächen neben dem Dach des Zuschauerhauses.

Eine umfangreiche Zeitdokumentation über das Theater Augsburg, seine Spielstätten und ihre Geschichte finden Sie auf der Webseite des Theater Augsburg.

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