Theatersanierung. Foto: Siegfried Kerpf/Stadt Augsburg

Projekt Theatersanierung

Das Münchner Architekturbüro „Atelier Achatz Architekten“, spezialisiert auf Theaterbauten, hat 2014/15 erste Pläne für die Sanierung erstellt. 186,3 Millionen Euro ist das aktuelle Gesamtvolumen. Abzüglich der voraussichtlichen Staatszuschüsse von 105,65 Millionen Euro beträgt der Netto-Eigenanteil der Stadt 90,98 Millionen Euro.

Darin eingerechnet sind die Sanierung des Großen Hauses, sowie der Abriss und Neubau des gesamten Nord-Traktes. Zum Nord-Trakt gehören eine neue multifunktionale Spielstätte („Neues Haus“), sämtliche Werkstätten Proberäume und Büros für die Verwaltung. Zudem soll ein ein Orchesterprobensaal auf dem Platz an der Volkhartstraße entstehen.

Die ursprüngliche Schätzung der Sanierungskosten lag bei rund 235 Millionen Euro. Mit dem Grundsatzbeschluss I vom Juli 2015 konnten Einsparungen festgelegt werden, ohne das Konzept inhaltlich zu ändern und dadurch eine Reduzierung der Sanierungskosten auf 189 Millionen Euro erfolgen. Nähere Informationen dazu lesen Sie in der Meldung Millionen aus München für Theater und Schulen.

Geplanter Termin für den Baubeginn ist 2017. Mit Vorabmaßnahmen wie Befundungen (Archäologie, etc.) kann zuvor gestartet werden. Die eigentlichen Baumaßnahmen beginnen mit dem Großen Haus. Etwas später soll der Nord-Trakt abgerissen und neu gebaut werden. Die Sanierung des Großen Hauses soll etwa vier Jahre dauern. Insgesamt ist für das Gesamtgelände mit einer Sanierungszeit von acht bis zehn Jahren zu rechnen.

Projektgeschichte

  • 2007/08 Erste Arbeitsgruppe: 2007 regt OB Dr. Paul Wengert eine referatsübergreifende Arbeitsgruppe aufgrund der sich gravierend verschlechternden Spiel- und Produktionsverhältnisse beim Theater an. Die Arbeitsgruppe wird schließlich von OB Dr. Kurt Gribl mit Verfügung vom 26. Mai 2008 einberufen.
  • 2009 Erste Planungen: Im Bauausschuss vom 17. September 2009 wird der Auftrag für die Planungsleistungen zur Neukonzeption des Theaters Augsburg vergeben (Arbeitsvergabe, keine Drs.-Nr.). Ziel ist die Entwicklung einer zukunftsweisenden Neukonzeption für das Theater Augsburg mit seinen Produktions- und Spielstätten als Grundlage für Umbau, Modernisierung und ggf. Erweiterung/Neubau (Großes Haus, Komödie, Werkstätten, Probebühne, Freilichtbühne). Im Ergebnis eines europaweiten VOF-Verfahrens (Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen) werden die Planungsleistungen Mitte 2009 an die Arbeitsgemeinschaft PFP Architekten, Prof. Friedrich, nach Hamburg vergeben. Im Rahmen von Workshops werden zwei Problemfelder untersucht:

    • Langfristige Neukonzeption des Theaters Augsburg zur Optimierung/Verbesserung aller Spiel- und Produktionsbereiche
    • Untersuchung von möglichen Interimsspielstätten für die „Komödie“ 

    Das Ergebnis der Studie wird dem Stadtrat am 11. Dezember 2009 durch PFP-Architekten vorgestellt.

  • 2010 Schließung der Komödie: Mitte 2010 muss aus bauordnungs- und brandschutzrechtlichen Gründen die Komödie geschlossen werden. Dringend muss eine Interimsspielstätte eingerichtet werden. Eine Entscheidung hierzu wird deshalb unabhängig von der Neukonzeption Theater Augsburg getroffen (Drs.-Nr. 11/00263).
  • 2011 Grundsatzbeschluss: Grundsatzbeschluss des Stadtrates vom 29. September 2011 (Drs.-Nr. 11/00433) zu Theatersanierung: Die Verwaltung wird beauftragt, die Sanierung des Theaters auf der Basis der Studie zur „Neukonzeption Theater Augsburg“ zeitnah zu realisieren, die notwendigen Verfahrensschritte durchzuführen und erforderliche Fachplanungen zu beauftragen. Aus verfahrensrechtlichen Gründen und Bedingungen des Bauablaufs für das Großprojekt wurde die Maßnahme in „Generalsanierung Großes Haus“ (Bauteil I) und „Planung Gesamtareal an der Kasernstraße“ (Bauteil II) gegliedert.
  • 2013 VOF Wettbewerb zum Großen Haus Bauteil I: Die für die Generalinstandsetzung erforderlichen Leistungen der Objektplanung Gebäude (Architekt) und der Fachplanungen werden im Rahmen von separaten Verhandlungsverfahren nach VOF vergeben. Im Ergebnis der europaweiten VOF-Verfahren werden die Planungsleistungen (Leistungsphasen 1-2 Fachplaner; Leistungsphasen 1-3 Architekt, gemäß HOAI/Honorarordnung für Architekten und Ingenieure), nach den entsprechenden Vergabebeschlüssen im Bauausschuss am 17. Oktober 2013, an die ausgewählten Planungsbüros vergeben.
  • Planung Gesamtareal an der Kasernstraße (Bauteil II): Auf Grundlage der Studie zur „Neukonzeption Theater Augsburg“ sind umfangreiche Planungen zur Neuordnung der Bereiche Verwaltung, Werkstätten, Produktionsstätten (Probebühne, „Kleines Haus“) erforderlich. Schnittstellen zu den Funktionen im Großen Haus sind gemäß den theaterspezifischen Anforderungen zu entwickeln.
  • Zur Entwicklung eines städtebaulich und (hoch)baulich funktionalen Entwurfskonzepts für das Gesamtareal sind zur Fortführung und Konkretisierung der vorliegenden Studien Planungsleistungen erforderlich. Diese wurden in einem weiteren Verhandlungsverfahren nach VOF vergeben. Im Ergebnis des europaweiten VOF-Verfahrens wurden die Planungsleistungen (Leistungsphasen 1-2 Architekt, gemäß HOAI) mit Vergabebeschluss im Bauausschuss vom 12. Dezember 2013 an das ausgewählte Architekturbüro vergeben.
  • 2015 Vorstellung der Planungen und Kosten: Der mit dem Theater inhaltlich abgestimmte Vorentwurf der Planungen „Generalsanierung Großes Haus“  (Bauteil I) mit Kostenschätzung wird dem projektleitenden Hochbauamt Anfang Februar 2015 übergeben und in der gemeinsamen Sitzung des Bauausschusses und des Werkausschusses Theater am 10. Februar 2015 öffentlich vorgestellt. Ebenfalls präsentiert wird eine erste Konzeptstudie für Bauteil II an der Kasernstraße auf der Grundlage des Raumbuches des Theaters Augsburg mit überschlägiger Kostenermittlung. Auf Basis der damalig vorhandenen Planungstiefe (Stand 10.02.2015) wurden Gesamtkosten von rund 222 Mio. Euro (brutto) ermittelt, wobei auf das Bauteil I (Großes Haus) rund 119,5 Mio. Euro (brutto) inklusive Risikoreserve von 25 Prozent und auf das Bauteil II (Gesamtareal an der Kasernstraße) rund 102,5 Mio. Euro (brutto) entfallen.
  • 2015 Verhandlungen mit dem Freistaat und Kostenreduzierungen: Vor dem Hintergrund der mit dem Freistaat Bayern geführten Förderverhandlungen wurden parallel die Planungen durch das Architekturbüro vertieft, auch mit dem Ziel, zu einer Einsparung zu gelangen. Der Freistaat Bayern hat am 1. Juli 2015 im Rahmen einer Pressekonferenz eine bislang nicht dagewesene Förderung in Höhe von 107 Mio. Euro, bezogen auf 189 Mio. Euro Gesamtinvestitionskosten, zugesagt (Kosten siehe Beschluss).
    So kann, nach den erfolgreichen und intensiven Verhandlungen mit dem Freistaat, auch zukünftig in der Metropole Augsburg als drittgrößtem bayerischen Ballungsraum ein Zentrum für Kultur und Theater seine Ausstrahlung in die gesamte Region entfalten.
    Zeitgleich zu den Verhandlungen mit dem Freistaat konnte mit großen, gemeinschaftlichen Bemühungen des Nutzers, der Verwaltung und des planenden Architekten eine enorme, aber planvolle Kostenreduzierung im Konzept vom 10. Februar 2015 erreicht werden (Pläne siehe Beschluss). Dabei ist es trotz der signifikanten Kostensenkung gelungen, unter Berücksichtigung der komplexen, funktionalen Zusammenhänge eines Theaters, das ursprüngliche, auch vom Freistaat Bayern gewürdigte Konzept beizubehalten.
  • 2015 Neuberechnung der Kosten: Im Oktober 2015 haben das Architekturbüro Achatz und das Kulturreferat die Kosten neu kalkuliert – diesmal mit detaillierteren Schätzungen zur Archäologie. Bei den Baukosten ergab sich Einsparpotenzial von 2,5 Millionen Euro. Einschließlich der Interimskosten ergibt sich daraus ein Gesamtvolumen von 196,63 Millionen Euro. Davon entfallen auf Bauteil I und II 186,3 Millionen Euro, auf die Interimslösungen 7,4 Millionen Euro und auf die Archäologie 2,93 Millionen Euro. Abzüglich der voraussichtlichen Staatszuschüsse von 105,65 Millionen Euro beträgt der Netto-Eigenanteil der Stadt 90,98 Millionen Euro.
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