Brechthaus. Quelle: S.Kerpf/Stadt Augsburg

Brechthaus – Begegnung mit Augsburgs berühmtestem Sohn

Auf dem Rain 7 ist das Geburtshaus von Bertolt Brecht. Eine Tafel erinnert an den berühmten Sohn der Stadt. Quelle: S. Kerpf/Stadt Augsburg
Auf dem Rain 7 ist das Geburtshaus von Bertolt Brecht. Eine Tafel erinnert an den berühmten Sohn der Stadt. Quelle: S. Kerpf/Stadt Augsburg

Das Geburtshaus von Bertolt Brecht im Lechviertel, einem von Kanälen durchzogenen alten Handwerkerviertel, befindet sich nur wenige hundert Meter vom historischen Rathaus entfernt.

In der Ausstellung sind wertvolle Originale, das Schlafzimmer der Mutter Brechts, Erstausgaben von Brechts Werken, ein Bühnenbild von 1949, Lebend- und Totenmaske und weitere Kunstwerke von Caspar Neher, Paul Hamann und Waldemar Grzimek zu besichtigen. Eine Präsenzbibliothek und eine Videoinstallation mit Dokumentarfilmen runden das Angebot einer Begegnung mit der Persönlichkeit Brechts und seiner literarischen Entwicklung ab.

Brecht verbrachte in dem Haus nur kurze Zeit. Schon 1900 zogen seine Eltern dort aus. Seine gesamte Kindheit und Jugend lebte Brecht in der Bleichgasse 2 am Oblatterwall.

Brechtforschungsstelle

Der Staats- und Stadtbibliothek angegliedert ist die Brecht-Forschungsstätte. Seit den sechziger Jahren baute sie die weltweit bedeutendste Brecht-Sammlung nach der des Bertolt-Brecht-Archivs in Berlin auf. Die Bibliothek mit der Forschungsstätte ist bestrebt, Werke von und über Brecht in allen Sprachen lückenlos zu sammeln und zu erschließen. Der Bestand umfaßt über 3000 Bände, die sich aus ungefähr gleichen Teilen aus Werken Brechts in über zwanzig Sprachen und Sekundärliteratur zusammensetzt. Daneben sind auch Notenausgaben, Tonträger, Filmdokumente, Fotos, Plakate und Programmhefte enthalten. Der für die Forschung zum jungen Brecht wichtigste Grundstock der Brechtsammlung ist der vollständige und einzigartige Zeitungsbestand der Staats- und Stadtbibliothek mit rund 70 Veröffentlichungen Brechts aus den Jahren 1914 bis 1921.

Besonders wertvolle Stücke der Sammlung sind zahlreiche Autographen aus der Augsburger Zeit. Sie reichen von Briefen an Familienmitglieder, Augsburger Jugendfreunde und -freundinnen über Gedichtentwürfe bis zu einem von Brecht ausgefüllten Leihschein der Bibliothek aus dem Jahre 1928. Ein großer Teil des wertvollen Materials, darunter auch Dokumente, Bücher und Fotos aus Brechts Besitz, stammt aus dem Nachlass von Brechts Bruder Walter, aus dem auch das in der Dauerausstellung gezeigte Schlafzimmer der Mutter Brechts kommt.

Herausragende Einzelstücke der Sammlung sind die einzig erhaltene vollständige Serie der Augsburger Schülerzeitschrift „Die Ernte“ mit den ersten Veröffentlichungen Brechts aus den Jahren 1913 und 1914, das einzige Exemplar des Druckes von Brechts erstem großen Drama „Baal“ in der Fassung von 1920 und der kostbare Privatdruck der „Taschenpostille“ aus dem Jahr 1926.

Die Brecht-Sammlung steht zu den üblichen Öffnungszeiten der Staats- und Stadtbibliothek allen am Werk Brechts Interessierten für die Benutzung und Einsicht zur Verfügung. 

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