Am 8. August, dem Tag des Augsburger Hohen Friedensfestes, verkündete Oberbürgermeister Dr. Paul Wengert in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste und Bürger von Augsburg die Namen der diesjährigen Träger des „Preises Augsburger Friedensfest“.
Den Preis, der wegen des 450-jährigen Jubiläums der Verkündung des Augsburger Religionsfriedens ausnahmsweise bereits nach zwei Jahren verliehen wurde, sprach die Jury unter Vorsitz von Regionalbischof Dr. Ernst Öffner dem früheren Präsidenten der UdSSR, Michael Gorbatschow, sowie dem Pfarrer der Nikolai-Kirche in Leipzig, Pastor Christian Führer, zu.
In einer ersten Würdigung begründete Dr. Öffner die einmütige Entscheidung der Jury mit folgenden Worten: „In entscheidenden, kritischen Momenten der Weltgeschichte bedarf es sowohl der mutigen Entscheidung einzelner Persönlichkeiten an den Schalthebeln der Macht – als auch des Mutes der Menschen der Völker – bisweilen unter Einsatz ihres Lebens – zu einem gewaltfreien, friedlichen Wandel und für Freiheit.
Beides kam an jenem 9. Oktober 1989 glücklich zusammen und stützte sich gegenseitig: die politische Friedensbereitschaft und Bereitschaft zur Gewaltlosigkeit „von oben“ und der Friedensmut und die Freiheitssehnsucht des Volkes „von unten“, gefördert und genährt nicht zuletzt von den Christen in der DDR, die die biblische Friedensvision „Schwerter zu Pflugscharen“ zum bildhaften Leitmotiv machten. Beide „Friedens-Bewegungen“ zusammen: die „von oben“ und die „von unten“, ermöglichten erst den friedlichen Wandel hin zu einem neuen Europa.“
Am 5. Oktober 2005 wurde den beiden Preisträgern in einem Festakt im Goldenen Saal des Rathauses der mit je 10.000 Euro dotierte Preis überreicht. Der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher gab den Preisträgern und der Stadt Augsburg die Ehre der Laudatio.
Begründung durch den Vorsitzenden der Jury, Regionalbischof Dr. Ernst Öffner | |
Rede des Oberbürgermeisters Dr. Paul Wengert zur Bekanntgabe der Preisträger des Augsburger Friedenspreises 2005 |
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