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Friedensstadt

Der Augsburger Religionsfrieden

 

 

Augsburg ist die Stadt, wo sich die Spaltung der Konfessionen vollzog: 1518 wurde Martin Luther hier vom Kardinallegaten Cajetan verhört. Um der Verhaftung zu entgehen, musste er die Stadt heimlich verlassen.

Mit dem Augsburger Bekenntnis (Confessio Augustana) wurden ebenfalls in Augsburg 1530 die bis heute verbindlichen Grundsätze der evangelischen Lehre formuliert.

Am 25. September 1555 wurde mit dem Augsburger Religionsfrieden (Pax Augustana) eines der wichtigsten Gundgesetze des Alten Reichs verabschiedet. Damit wurde das evangelisch-lutherische Bekenntnis zugelassen und erstmals die Koexistenz zweier unterschiedlicher Glaubensrichtungen im Heiligen Römischen Reich anerkannt. Den Fürsten und Territorialherren wurde das Recht zugebilligt, für sich und ihre Untertanen über die Konfessionen zu entscheiden.

Die damit eingeleitete Periode des Friedens und der Stabilität wurde im Dreißigjährigen Krieg heftig erschüttert. Am 8. August 1629 wurde aufgrund des Restitutionsedikts des Kaisers Ferdinand II. den 14 evangelischen Predigern der Stadt jede weitere Amtshandlung untersagt, die evangelischen Kirchen wurden geschlossen. Im Westfälischen Frieden (1648) wurde die Parität zwischen Katholiken und Protestanten auch für Augsburg festgelegt, danach mussten alle städtischen Ämter gleichheitlich unter den Konfessionen aufgeteilt werden.

In Erinnerung an die endlich errungene Gleichstellung stifteten die Augsburger Protestanten im Jahr 1650 das Augsburger Hohe Friedensfest, das den Augsburgern seit 1950 und bis heute am 8. August einen exklusiven gesetzlichen Feiertag beschert.

 

Im Bewusstsein der historischen Tatsache, dass sich mit Augsburg einerseits die Spaltung, andererseits aber auch die friedliche Zusammenführung der Konfessionen verbindet, begreift sich die Stadt Augsburg als Friedensstadt und begeht das Hohe Friedensfest mit einem interkulturellen und interkonfessionellen Veranstaltungsrahmen. Zur Koordination der Aktivitäten wurde im Kulturamt das Projektbüro für Frieden und Interkultur eingerichtet. Hier wird zur Demonstration des friedlichen Miteinanders und der kulturellen Vielfalt in der Friedensstafdt jedes Jahr ein umfangreiches interkulturelles und interkonfessionelles Rahmenprogramm um den 8. August gestaltet.

Der Augsburger Friedenspreis

Anlässlich des Augsburger Friedensfestes am 8. August wird seit 1985 im Drei-Jahres-Turnus der Augsburger Preis Hohes Friedensfest an Persönlichkeiten verliehen, die sich um ein tolerantes und friedfertiges Miteinander der Kulturen und Religionen verdient gemacht haben.


Link Die Preisträger des Augsburger Friedenspreises

Seit 2005 erhält der Träger des Augsburger Friedenspreises die Skulptur Paxibile – Frieden ist möglich. Gestiftet, gestaltet und hergestellt wird sie von Christof Lachenmann, dem Inhaber der Augsburger Goldschmiede Fries-Arauner. Seine Idee war, für die Preisverleihung auch eine sichtbare Verbindung von Augsburg und Frieden zu schaffen. Die Skulptur, die jeweils neu angefertigt wird, besteht aus Bronze, ist emailliert und vergoldet. Die nach oben geöffneten Engelsflügel sind dem Friedensengel in St. Anna nachempfunden. Der blaue Planet Erde wird von einem Spiralband umfasst, auf dem in 71 Sprachen das Wort „Friede“ zu lesen ist. Der Name des Friedenspreisträgers wird in den Sockelumlauf eingemeißelt. „Kernaussage der Skulptur ist: Frieden ist die Sehnsucht aller Menschen, ist Aufgabe – und ist möglich“, erklärt der Künstler.

 

Link www.fries-arauner.de