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19. Juni 2012

Stramme Waden für den Klimaschutz: Augsburg macht mit beim Stadtradeln 2012

Welche Stadt tritt innerhalb von drei Wochen am meisten in die Pedale für ein gutes Klima? Das ist das Konzept von Stadtradeln – einer bundesweiten Aktion des Klima-Bündnis. Augsburg macht in diesem Jahr bereits zum dritten Mal mit: von 7. bis 27. Juli können Augsburgs Radler Kilometer sammeln.

Rad an Rad für den Klimaschutz. Für ein besseres Klima wird in Augsburg im Rahmen der bundesweiten Aktion Stadtradeln vom 7. bis 27. Juli 2012 geradelt. Bild: Stadtradeln in Augsburg 2011.

Rad an Rad für den Klimaschutz. Für ein besseres Klima wird in Augsburg im Rahmen der bundesweiten Aktion Stadtradeln vom 7. bis 27. Juli 2012 geradelt. Bild: Stadtradeln in Augsburg 2011.

 

 

Bundesweiter Wettbewerb


Am 1. Juni fiel der Startschuss des Stadtradelns 2012 , das seit 2008 vom Klima-Bündnis koordiniert wird. Jede Kommune kann mitmachen und innerhalb von 21 Tagen Rad-Kilometer für den Klimaschutz sammeln. Den Zeitraum legt jede Stadt selbst fest. Augsburg hat sich für die drei Wochen vor den Sommerferien entschieden und radelt nun von Samstag, 7. Juli, bis einschließlich Freitag, 27. Juli, zum dritten Mal mit. Gewonnen werden kann in drei Kategorien: fahrradaktivste Stadt mit den meisten Radkilometern, fahrradaktivste Stadt mit den meisten Radkilometern pro Einwohnern und fahrradaktivstes Kommunalparlament. Augsburgs Radverkehrsbeauftragter Thomas Hertha sieht in "Stadtradeln" auch einen Teil der Öffentlichkeitsarbeit für den Radverkehr. "Wir wollen mit der Teilnahme an dieser bundesweiten Aktion auch auf den Augsburger Radverkehr aufmerksam machen und zeigen, dass in der Stadt viele Kilometer mit dem Rad zurückgelegt werden."

 

"Verdoppelung" heißt das Ziel


827 Teilnehmer, 173408 geradelte Kilometer: das Ergebnis des Stadtradelns 2011 soll in diesem Jahr verdoppelt werden. Thomas Hertha (Radverkehrsbeauftragter) ist zuversichtlich – schließlich gibt es einen Plan: "Wir haben alle Teilnehmer des letzen Jahres angeschrieben, um sie zu bitten wieder mitzumachen und eine zusätzliche Person zum Mitradeln zu motivieren." Rein rechnerisch geht das auf. Um weitere Augsburger auf die Aktion aufmerksam zu machen, werden spezielle Flyer  verteilt und mit Plakaten für die Aktion Stadtradeln geworben. Angemeldet haben sich bislang schon über 55 Rad-Gruppen mit über 550 Radlern:  mit dabei sind zum Beispiel das Team der Handwerkskammer Schwaben, das Stadtwerke Augsburg-Team oder das Team des Augsburger Tiefbauamts. Für Einzelpersonen, die nicht extra ein Team bilden möchten, gibt es die Möglichkeit sich dem offenen Team "Augsburgs Radler" anzuschließen. Die Anmeldung ist auch noch während des dreiwöchigen Aktionszeitraums auf der Homepage des Stadtradelns  über den lokalen Koordinator Augsburgs – Thomas Hertha – möglich. Wie viele Augsburger dieses Jahr beim Stadtradeln mitmachen, wird sich am Samstag, 7. Juli zeigen: Um 11 Uhr findet im Parkhäusl im Siebentischwald eine Auftaktveranstaltung statt, in deren Anschluss viele Teams zu einer gemeinsamen Fahrradtour aufbrechen.

 

Jeder Kilometer zählt


Ob es der tägliche Weg zur Arbeit ist, der Fahrradausflug am Wochenende oder die Fahrt zum Bäcker: Jeder Kilometer kann ab dem 7. Juli für das Stadtradeln angerechnet werden. Für ganz kurz entschlossene Radler sogar rückwirkend bis zum Ablauf des Augsburger Aktionszeitraums. Kräftig in die Pedale treten lohnt sich nicht nur für das Klima und die Fitness –  es gibt auch was zu gewinnen. Neben Fahrrädern verleiht das Klima-Bündnis vor allem Zubehör rund um's Rad, beispielsweise Brillen, Helme oder Fahrradtaschen. Auch die Stadt Augsburg zeichnet ihren aktivsten Einzelradler, ihr aktivstes Team oder ihre aktivste Stadträtin mit Preisen aus. Diese werden am 23. Oktober – nach dem bundesweiten Ende des Stadtradelns 2012 –  ab 18 Uhr im Rathaus verliehen.


Radeln in Augsburg

 



Mit seinem Trekking-Bike legt Augsburgs Radverkehrsbeauftragter täglich etwa 6,5 km auf dem Weg in die Innenstadt zurück. Er freut sich auf das Stadtradeln 2012 und hofft auf die Verdoppelung der Teilnehmerzahl und der geradelten Kilometer. Bild: Stadt Augsburg, 2012.

 

Die Situation der Radfahrer wird, laut Augsburger Radverkehrsbeauftragten Thomas Hertha, schlechter wahrgenommen als sie eigentlich sei. Der 38-Jährige fährt selbst jeden Tag mit seinem Trekking-Bike von Friedberg in die Innenstadt, kennt aber auch die Abschnitte über die sich viele radelnde Bürger beschweren. Das sind vor allem die Karlsstraße und die Grottenau (Teil der Ost-West-Achse) und die Pferrseer Unterführung – beides stark befahrene Straßen ohne Radverkehrswege. Konkrete Pläne gibt es, die Haushaltslage lies die Umsetzung bisher leider nicht zu. In den letzten Jahren hat sich aber auch etwas im Radverkehr getan. So wurden zum Beispiel auf der Gabelsberger- und der Von-Cobres-Straße Radfahrstreifen eingerichtet und auch auf der Friedberger Straße ist das Radfahren auf einem Radweg möglich. Im Zuge des Kö-Umbaus wurden auch die Radler berücksichtig: im Baustellenbereich wurde Radwege eingerichtet und die Seiten der Ladehofstraße eigens für Fahrradfahrer asphaltiert. Und auch in den nächsten Jahren wird sich einiges im Radverkehr ändern, denn Augsburg ist seit diesem Februar Mitglied in der "Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern". Ziel ist es, durch den Ausbau der Infrastruktur und die Bewerbung des Fahrradfahrens, das Radverkehrsaufkommen in Augsburg zu erhöhen. Auch der Austausch mit  anderen Verkehrsteilnehmern ist dabei wichtig, denn Thomas Hertha beobachtet in Augsburgs Verkehr leider immer weniger "miteinander". Zudem hat die lokale Agende 21 der Stadt die Radler im Blick: sie setzt sich für Nachhaltigkeit ein – und das ist das Radeln. Großes Ziel: bis 2020 soll Augsburg eine Fahrradstadt sein.

 

 


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