Der "Fuggerpreis für die Wissenschaft 2012" geht an den Informatiker und Historiker Dr. Maximilian Kalus
Der Informatiker und Historiker Dr. Maximilian Kalus erhält für seine 2010 unter dem Titel "Pfeffer Kupfer Nachrichten" erschienene Dissertation über "Kaufmannsnetzwerke und Handelsstrukturen im europäisch-asiatischen Handel am Ende des 16. Jahrhunderts" und seine auf dieser Studie aufbauenden weiteren Forschungsziele den mit 10.000 Euro dotierten "Fuggerpreis für die Wissenschaft". Der Preis wird in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben. Nach Auffassung der fünfköpfigen Jury entsprechen die bisherigen wissenschaftlichen Leistungen von Kalus sowohl hinsichtlich ihres Erkenntnisinteresses als auch unter dem Gesichtspunkt ihrer Qualität hervorragend den Zielsetzungen und Ansprüchen des "Fuggerpreises für die Wissenschaft", der 2009 errichtet und 2010 erstmals verliehen wurde.

Der "Fuggerpreis für die Wissenschaft 2012" der der Universität Augsburg und der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen geht an den Informatiker und Historiker Dr. Maximilian Kalus. Bild: Universität Augsburg.
Dr. Maximilian Kalus erhält den Fuggerpreis für Wissenschaft 2012
Dr. Maximilian Kalus (Jahrgang 1975) arbeitet seit 2002 als selbstständiger Entwickler und IT-Berater. Er studierte von 1996 bis 2003 Mittelalterliche Geschichte, Bayerische Landesgeschichte, und Politikwissenschaft an der Universität Augsburg, daran anschießend bis 2008 Informatik an der Fernuniversität Hagen. Von 2005 bis 2009 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena, an der er 2009 mit der Studie "Pfeffer Kupfer Nachrichten. Kaufmannsnetzwerke und Handelsstrukturen im europäisch-asiatischen Handel am Ende des 16. Jahrhunderts" promovierte. In dieser Studie analysiert Kalus frühneuzeitliche Handelsnetzwerke mit einer von ihm entwickelten computergestützten Methode, der semantischen historischen Datenbank "histcross".
"Ich gratuliere meinem ehemaligen Studenten Maximilian Kalus herzlich zu dieser Auszeichnung und freue mich über die mit dem Fuggerpreis verbundene Anerkennung bzw. Förderung seiner bisherigen und weiteren Forschungsarbeiten. Die von Kalus entwickelte Methode, Verflechtungen und Kommunikationsstrukturen zu analysieren, ist ein wichtiger Beitrag, um die Entstehung und Errichtung des Welthandels durch europäische Kaufleute rekonstruieren zu können", so Prof. Dr. Johannes Burkhardt, bis 2008 Augsburger Ordinarius für Geschichte der Frühen Neuzeit und nach wie vor Direktoriumsmitglied des Instituts für Europäische Kulturgeschichte der Universität Augsburg sowie Wissenschaftlicher Leiter des Fugger-Archivs Dillingen.
In der Doktorarbeit, für die er 2010 als erster mit dem "Fuggerpreis für die Wissenschaft" ausgezeichnet wurde, lieferte der Wirtschaftsinformatiker Dr. Maximilan Röglinger "Beiträge zur Anforderungsanalyse im Rahmen der Entwicklung betrieblicher Anwendungssysteme aus Sicht der Wirtschaftsinformatik". "Mit Röglingers Thema kontrastiert", betont Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl, der Leiter des Augsburger Kernkompetenzzentrums Finanz- und Informationsmanagement, "markiert die historisch ausgerichtete Arbeit von Kalus, die jetzt gewürdigt wird, das denkbar breite Spektrum von Fragestellungen aus den Bereichen der Wirtschaftswissenschaften, der Wirtschaftsinformatik, des Wirtschaftsingenieurwesen und der Wirtschaftsgeschichte, das sich Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Universität Augsburg bietet, die mit außergewöhnlichen Forschungsleistungen in den Wettbewerb um den Fuggerpreis eintreten wollen."
Fuggerpreis in Fuggertradition
Der Preis soll alle zwei Jahre an eine Nachwuchswissenschaftlerin bzw. an einen Nachwuchswissenschaftler der Universität Augsburg gehen, die oder der sich in herausragenden Forschungsarbeiten auch mit Nachhaltigkeit und der sozialen Komponente in der Wirtschaft auseinandersetzt. Sein so ausgerichtetes wissenschaftsförderndes Engagement sieht das Haus Fugger in der Tradition der von Anton Fugger in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts begründeten Studienstiftungen, deren Ziel bis in die Napoleonische Zeit hinein es war, die junge Intelligenz aus den Fuggerschen Herrschaftsgebieten zu fördern und ihr Studien an damals führenden Universitäten wie Ingolstadt, Dillingen oder Löwen zu ermöglichen. In dieser Traditionslinie gesehen werden kann auch jene Initiativsitzung zur Gründung der Universität Augsburg, zu der Joseph Ernst Fürst Fugger von Glött im Frühjahr 1966 in die Leonhardskapelle der Fuggerei einlud, in der im November 2010 auch die erstmalige Verleihung des neuen "Fuggerpreises für die Wissenschaft" gefeiert wurde.
Die Preisverleihung mit Festvortrag von Prof. Dr. Johannes Burkhardt findet am 20. Juni 2012 um 19.00 Uhr im Kernkompetenzzentrum Finanz- und Informationsmanagement statt.
- Links:
- Mehr zum Gewinner des Fuggerpreises 2012 auf der Homepage der Universität Augsburg: www.uni-augsburg.de/upd/2012/april-juni/2012_098/
- Pfeffer – Kupfer – Nachrichten: Kaufmannsnetzwerke und Handelsstukturen im europäisch-asiatischen Handel am Ende des 16. Jahrhunderts.Wißner Verlag, 296 Seiten, 17.11.2010 [ISBN: 978-3-896-39797-3]. Link zum PDF-Dokument: www.google.de/url
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