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13. August 2012

Stadt Augsburg ausgezeichnet: OB Dr. Gribl nimmt Manhae-Friedenspreis 2012 entgegen

Mit einer beeindruckend festlichen Zeremonie in der Festhalle der Manhae-Stiftung (Baekdamsa Manhae Maul) in der südkoreanischen Provinz Ganwon-do ist die Stadt Augsburg am Sonntag, 12. August 2012, mit dem 16. Manhae-Friedenspreis ausgezeichnet worden. Vor rund 1000 geladenen Gästen – darunter eine Vielzahl buddhistischer Mönche, sowie Vertreter der südkoreanischen Regierung - erhielt Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl den 16. Manhae –Friedenspreis der Manhae-Stiftung. Die Laudatio auf Augsburg und den OB hielt Chunsuk Kang, Verleger einer Medienfirma in Seoul. Die Gesamtlaudatio auf alle sieben Preisträger, die in diesem Jahr ausgezeichnet wurden, hielt der Leiter der Manhae-Stiftung und oberster Priester des Jogye-Ordens, Abt Jaseung.

Die Preisträger des Manhae-Friedenspreises 2012 (v.l.): Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl; Otani Monshu Koshin - Minister für Buddhismus der Landesregierung von Uttarakhand/Nordindien; René Dupont – Altbischof der südkoreanischen Diözese Andong; Song Wol Joo – buddhistischer Priester und Präsident der Vereinigung „Gute Hände“; Aki Ra – kambodschanischer Friedensaktivist; Souad Mohammed Al Sabah – kuwaitischer Dichter; Kim Jay Hong – Literaturkritiker und ehemaliger Literaturprofessor an der Kyung Hee Universität/Südkorea.

Die Preisträger des Manhae-Friedenspreises 2012 (v.l.): Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl; Otani Monshu Koshin - Minister für Buddhismus der Landesregierung von Uttarakhand/Nordindien; René Dupont – Altbischof der südkoreanischen Diözese Andong; Song Wol Joo – buddhistischer Priester und Präsident der Vereinigung „Gute Hände“; Aki Ra – kambodschanischer Friedensaktivist; Souad Mohammed Al Sabah – kuwaitischer Dichter; Kim Jay Hong – Literaturkritiker und ehemaliger Literaturprofessor an der Kyung Hee Universität/Südkorea.



„Der Manhae-Preis ist eine Auszeichnung, bei der man spürt, dass sie auch bei der Bevölkerung Südkoreas in hohem Maß beachtet und anerkannt wird“, zeigte sich OB Dr. Kurt Gribl beeindruckt von der Atmosphäre der Preisverleihung im fernen Korea. Augsburg erhält den Preis, der mit 25 000 Euro dotiert ist, für die vorbildliche Gestaltung des interreligiösen Dialogs und das damit verbundene beispielhafte Engagement für ein friedliches Zusammenleben der Augsburger Bevölkerung in ihrer vielkulturellen Stadt. „Es ist ein Preis, der den Einsatz der Augsburger Bürger für Frieden und Ausgleich zwischen den Religionen würdigt. Augsburg kann auf diesen Preis und mit allen damit verbundenen Werten wirklich stolz sein“, sagte der OB im Anschluss an die Verleihungszeremonie.
Neben seinem persönlichen Referenten Ulrich Müllegger wird der Augsburger OB in Südkorea von Kultur- und Sportreferent Peter Grab sowie Genpo Döring – Tempelleiter des Shoboji Zen-Tempels in Dinkelscherben – begleitet.


Manhae – Mönch, Freiheitskämpfer und Poet


Manhae (1879-1944) wurde mit 26 Jahren im Baekdamsa-Tempel (Provinz Gangwon) zum buddhistischen Mönch geweiht und nahm den Namen Han Young-un an. Den Namen Manhae verwendete er als Künstlername und literarisches Pseudonym.
Manhae war eine führende Figur im passiven Widerstand gegen den wachsenden Einfluss des japanischen Kaiserhauses in Korea und die japanische Besatzungsmacht von 1905 bis 1945. In der Auseinandersetzung um die koreanische Unabhängigkeit wurde er 1919 verhaftet. Doch selbst drei Jahre Gefängnis und Folter konnten seinen Widerstand nicht brechen.

Vor allem durch sein literarisches Werk, das sich mit Liebe, Natur aber auch Nationalismus auseinandersetzte, gab Manhae dem koreanischen Volk Hoffnung. 1926 schrieb er die Gedichtsammlung „Nimui Chimmuk“ („Dein Verstummen“). Sie beschäftigt sich mit den Ideen von Gleichheit und Freiheit und inspirierte den passiven Widerstand in der koreanischen Unabhängigkeitsbewegung. Das Werk thematisiert aber auch die Rolle der Buddhisten in der Welt.

Sein Engagement als Freiheitskämpfer für Fortschritt und Frieden und sein Wirken als Reformer des koreanischen Buddhismus waren die geistigen Grundlagen für die demokratische Volksbewegung in Korea von heute. Seine Vorstellungen von der Liebe zum Leben in seinem literarischen Werk beeinflusste auch die moderne koreanische Literatur.

 


Chunsuk Kang, Verleger der Medienfirma „Chosun-Media“ in Seoul überreichte Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl in der Festhalle der Manhae-Stiftung den Manhae-Friedenspreis.


Stiftung zur Pflege des Manhae-Gedankens


Auf dieser Basis wurde in Verbindung mit dem Wunsch für ein besseres Verständnis und der stärkeren Verbreitung dieses Gedankenguts 1996 die Manhae-Stiftung als Gesellschaft zur Förderung des Manhae-Gedankens gegründet. Stiftungssitz ist der Baekdamsa-Tempel im Inneren des Seorak-Gebirges (Naeseorak), wo Manhae seinerzeit zum Mönch geweiht wurde. In der ihm gewidmeten Gedenkhalle wird sein Wirken und Werk öffentlich lebendig gehalten.


Zur Pflege des Andenkens an Manhaes Wirken für Freiheit, Fortschritt und Frieden verleiht die Stiftung jedes Jahr den Manhae-Friedenspreis an Personen, dies sich unter anderem in den Bereichen Wissenschaft, Kunst und Friedensarbeit verdient gemacht haben. Zu den internationalen Preisträgern zählen unter anderem der koreanische Präsident und Friedensnobelpreisträger Kim Dae-jung (2003), der ehemalige Südafrikanische Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela (2004), der Dalai Lama (2005) und der kanadische Schriftsteller und Präsident von PEN International John Ralston Saul (2010).

 

Besuch der Partnerstadt Jinan

 

Im Anschluss an die Preisverleihung reiste der Augsburger Oberbürgermeister weiter nach China, wo er unter anderem die Augsburger Partnerstadt Jinan besuchte. Mit den Vertretern der dortigen Stadtregierung wurden die bisherigen Kooperationen in den Bereichen Bildung, Kultur und Wirtschaft sowie der Möglichkeit der Vertiefung diskutiert. So haben sich die Austauschbeziehungen zwischen dem Maria Theresia-Gymnasium, dem Holbein-Gymnasium und der Universität mit ihren jeweiligen Partnereinrichtungen in Jinan bestens bewährt. Im Herbst werden drei Augsburger Literaten beim Kulturfestival in der chinesischen Partnerstadt mit dabei sein, um den kulturellen Austausch der beiden Städte weiter zu fördern. Zudem steht im Raum, dass Jinan sich in die Mozartfeste einbringt.

 

Der wirtschaftliche Austausch kann etwa in den Bereichen Energieeffizienz und ökologisch verantwortungsvoller Industrie für Jinan und Augsburg positiv auswirken. Für diese Herausforderungen der heutigen Zeit könnten deutsche und chinesische Unternehmen Erfahrungen austauschen und Probleme diskutieren.


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