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Lutherstadt

Confessio Augustana

Die Confessio Augustana umfaßt 28 Artikel, die Philipp Melanchthon (1497 – 1560), der engste Mitarbeiter Martin Luthers, formulierte und am 25. Juni 1530 auf dem Reichstag in Augsburg an Kaiser Karl V. übergab, während sich Martin Luther (1483 – 1546) im Juni 1530 auf der Veste Coburg befand.

Erst 1555 wurde die Confessio Augustana (auch bekannt als Augsburger Bekenntnis) im Augsburger Religionsfrieden reichsrechtlich anerkannt, nachdem Kaiser Karl V. vergeblich versucht hatte, die kirchliche Einheit durch Waffengewalt wiederherzustellen.

 

Der Augsburger Religionsfrieden, der die Parität zwischen den Konfessionen vereinbarte, war ein erster bedeutender Schritt in Richtung Religions- und Gewissensfreiheit, aber auch eine der Ursachen für den Dreißigjährigen Krieg, der die Stadt hart traf. Die 1648 im Westfälischen Frieden wieder errungene Gleichstellung der Konfessionen wird seit 1650 in Augsburg jährlich am 8. August gefeiert. Seit 1949 ist das Augsburger Hohe Friedensfest als einziger städtischer Feiertag in Deutschland ein Symbol institutionalisierter Toleranz. Seit 1985 vergibt Augsburg alle drei Jahre den mit 12 500 Euro dotierten Friedenspreis für Leistungen zur Förderung der Gemeinsamkeiten unter den Konfessionen.

 

Doch alles begann 1530 in Augsburg – mit der Confessio Augustana, die die Welt veränderte. Heute berufen sich weltweit 540 Millionen Christen auf das Lutherische Bekenntnis, die Confessio Augustana.

 

 

Ein Spaziergang durch die Reformationsstadt Augsburg

St. Anna

Das zu St. Anna gehörige Karmeliterkloster war Ausgangspunkt der Reformation in Augsburg. Luther wohnte hier während seiner Begegnung mit Kardinal Cajetan 1518. Im Westchor Grablege der Fugger.

 

Weihnachten 1525 erstes Abendmahl in „beiderlei Gestalt“. 1634 bis 1648 durften evangelische Gottesdienste nur im Hof unter freiem Himmel abgehalten werden. Ab 1730 Zentrum des Pietismus (Samuel Urlsperger).

 

Jeden Samstag 11.30 Uhr Orgelmusik zur Marktzeit. Lutherstiege. Mittagsgebet in der Goldschmiedekapelle um 12.00 Uhr von Montag bis Samstag.

 

 

Dom „Mariä Heimsuchung“

Erbaut auf einer römischen Hauskirche. Nahe der Südfront Ausgrabungen aus frühchristlicher Zeit. Die Domprediger Oekolampad (1518) und Urbanus Rhegius (1520) wurden maßgebliche geistliche Anführer der reformatorischen Bewegung in Augsburg und weit darüber hinaus.

 

Nach dem fehlgeschlagenen Disput mit Cajetan wurde hier am 22. Oktober 1518 Luthers notariell beurkundete „Appellation von dem nicht gut unterrichteten an den besser zu unterrichtenden Papst“ ans Portal öffentlich angeschlagen. 1537 bis 1547 wichen die Domherren vor der Reformation nach Dillingen aus. Im Dom wurde in dieser Zeit evangelisch gepredigt (u.a. Wolfgang Musculus). 1559 war der Jesuit Petrus Canisius Domprediger.

 

 

Fronhof

In dem ehemaligen bischöflichen Palast, von dem heute nur noch der Turm erhalten ist, wurde am Samstag, 25. Juni 1530 das Augsburger Bekenntnis (Confessio Augustana) durch den sächsischen Kanzler Dr. Christian Beyer vor Kaiser Karl V. und den Reichsfürsten und -ständen in deutscher Sprache verkündet.

 

Vor dem Sitzungssaal – die Fenster waren geöffnet – lauschte das begeisterte evangelische Volk. Fast auf den Tag genau zwölf Jahre vorher hat hier Albrecht Dürer Kaiser Maximilian porträtiert.

 

 

St. Ulrich und Afra

Die Hl. Afra, frühchristliche Märtyrerin (um 300), der Hl. Ulrich, vorbildlicher Bischof und Reichsfürst, siegt 955 über die Ungarn.

 

Der ehemalige Predigtsaal der Abtei, heute evangelisch St. Ulrich, im rechten Winkel zur Basilika in guter ökumenischer Nachbarschaft.