Coming home: Kanu-WM 2022 in Augsburg

Augsburg richtet 2022 die Kanuslalom-Weltmeisterschaft am Eiskanal aus. Dies gab am 23. März die Internationale Kanuföderation (ICF) bei ihrem Treffen in Tokio (Japan) bekannt.

Unterstützt wird die Stadt vom Augsburger Kajakverein und Kanu Schwaben Augsburg als lokale Ausrichter. Über den Deutschen Kanuverband wurde die offizielle Bewerbung bei der Internationalen Kanuföderation (ICF) abgegeben.

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Bekanntgabe am 23. März in Tokio

Augsburg wird 2022 die Kanuslalom-Weltmeisterschaft am Eiskanal ausrichten. Dies gab am Freitag, 23. März, die Internationale Kanuföderation (ICF) bei ihrem Treffen in Tokio (Japan) bekannt.

Im Lager der deutsche Delegation in Japan herrscht nach der heutigen Entscheidung große Begeisterung. Nach Japan gereist sind der DKV-Generalsekretär Wolfram Götz, Dirk Wurm (Sportreferent der Stadt Augsburg), Horst Woppowa (Kanu Schwaben Augsburg), Melanie Martin (Augsburger Kajak Verein) und Hans-Peter Pleitner (Präsident des TSV Schwaben Augsburg). Am Dienstag, 27. März, kommt die Delegation zurück nach Augsburg – mit der Entscheidung im Gepäck.

„Es ist ein herausragender Tag für die Sportstadt Augsburg, es ist eine Chance für Augsburg auf internationaler Ebene noch bekannter zu werden. Wir hoffen auf viele Gäste, die unsere tolle Stadt kennen lernen wollen“, so Bürgermeisterin Eva Weber, die krankheitsbedingt nicht mit nach Japan fahren konnte. Sportreferent Dirk Wurm betonte nach der Bekanntgabe: „Es wird ein großer Moment sein, wenn bei den Weltmeisterschaften 2022 – zum 50. Olympia Jubiläum – erneut Sportlerinnen und Sportler aus der ganzen Welt bei uns in Augsburg um Edelmetall kämpfen.“

 

„Wir freuen uns natürlich riesig“, sagte Hans-Peter Pleitner, Präsident des TSV Schwaben Augsburg, der nun die Organisationsleitung der WM übernehmen soll. „Die Chancen standen schon im Vorfeld gut, aber nun sind wir alle überwältigt, endlich wieder eine Weltmeisterschaft in Augsburg ausrichten zu können. Besonders schön dabei ist natürlich, dass wir nach den Olympischen Spielen 1972 den 50. Geburtstag des Eiskanals bei diesen Weltmeisterschaften feiern werden. Es wird sicherlich ein ganz großes Kanu-Fest.“

„Das war eine super Präsentation der Augsburger“, so DKV-Präsident Thomas Konietzko, der als Vizepräsident des internationalen Verbandes direkt die gute Botschaft via Social Media kommunizierte. „Der Sportdezernent der Stadt Augsburg Dirk Wurm begeisterte alle mit seiner Präsentation. Die Vertreter vom DKV, Schwaben Augsburg und AKV gaben Alles, um für die WM 2022 in Augsburg zu werben.“

Die Augsburger Delegation in Tokio freut sich über die Entscheidung des Kanu-Weltverbands, von links: Horst Woppowa (TSV Schwaben Augsburg), Hans-Peter Pleitner (TSV Schwaben Augsburg), Melanie Martin (Augsburger Kajak Verein), Dirk Wurm (Ordnungs- und Sportreferent Stadt Augsburg) und Wolfram Götz (Deutscher Kanu Verband). Foto: privat

 

 

Augsburg – Kanusport-Stadt mit Tradition

Olympische Spiele 1972 in München – vor 50 Jahren schlug in Augsburg die Geburtsstunde für den Kanusport als olympische Disziplin. Dies war auch die Geburtsstunde für den Augsburger Eiskanal als internationale Wettkampfstrecke von Weltrang.
Der Geist der Olympischen Spiele von 1972 auf dem Augsburger Eiskanal ist seitdem ununterbrochen spürbar. 1985 und 2003 war Augsburg Austragungsort einer WM.  

Der Kanusport ist seitdem eine festverwurzelte Tradition in Augsburg, vor allem auch wegen der  Wassersicherheit des Lechs (gegenüber der Isar und damit München hat dies den Ausschlag zugunsten Augsburgs für den Bau der Kanuslalomanlage gegeben.

Augsburg hat mit engagierter, internationaler Offensive für die Beibehaltung als olympische Sportart gekämpft und mit einem Riesenfeuerwerk am Eiskanal gefeiert, als es endlich geglückt war.

Die Erfolge unserer Sportlerinnen und Sportler waren das schönste Dankeschön: Augsburger Kanutinnen und Kanuten gewannen Olympische Goldmedaillen, unzählige Weltmeister-, Europameister- und Deutsche Meistertitel.

Zusammen mit den anderen Spitzensportlerinnen und -sportlern ist Deutschland eine der führenden Nationen in dieser Sportart – Augsburg leistet auch in Zukunft mit dem Bundes- und Landesleistungszentrum dazu einen wichtigen Beitrag.

Die Olympia-Kanustrecke am Eiskanal

Für die Olympischen Spiele 1972 in München sollte auch Augsburg ein sportlicher Schauplatz werden. Der Eiskanal (eigentlich ein Umleitungskanal für Eisschollen, um das Wasserwerk am Hochablass zu schonen) wurde in die erste künstliche Wildwasser-Kanustrecke der Welt umgewandelt. Im Juli 1970 begannen die Bauarbeiten, ein gutes Jahr später fand bereits der erste Wettkampf statt.

Mit einem Abfluss von rund 10 Kubikmetern Wasser pro Sekunde gleicht die Olympiastrecke einem reißenden Wildbach. Auf rund 660 Metern Länge finden sich zahlreiche Hindernisse aus Beton. Diese sind im Gegensatz zu natürlichen Felsen aber abgerundet und damit weniger gefährlich für die Athleten. Entlang der Strecke können rund 24.000 Zuschauer auf den terrassierten Rängen die Wettkämpfe verfolgen. Noch heute finden die besten Kanusportler den Weg zum Eiskanal zu den jährlichen Weltcup-Rennen oder auch immer wieder zu Welt- und Europameisterschaften.

Kanustrecke und UNESCO Welterbe

Wasserbau und Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst - unter diesem Dach bewirbt sich die Stadt Augsburg um den Titel UNESCO-Welterbe. Die Olympische Kanustrecke am Eiskanal ist ein Teil der Augsburger Bewerbung.

Die Bewerbung wurde Anfang Februar im UNESCO-Welterbe-Zentrum in Paris abgegeben und die weiteren Planungen für 2018 laufen auf vollen Touren.

Grundlage der Bewerbung als UNESCO-Welterbe  ist das System der Wasserwirtschaft vom Beginn des 15. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts. So früh wie wahrscheinlich in keiner anderen Stadt wurde in Augsburg das Trinkwasser vom Treibwasser getrennt, was vor allem in hygienischer Hinsicht ein enormer Fortschritt war.

Weitere Informationen zur Augsburger Bewerbung gibt es hier  

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