Stadtwald. Quelle: S. Kerpf/Stadt Augsburg

Stadtwald Augsburg – Erholung rund um Lech und Wertach

Ruhe und Natur genießen – dazu muss in Augsburg keiner aufs Land fahren. Etwa ein Fünftel des Stadtgebiets ist mit Wald bedeckt. Der Siebentischwald und der Haunstetter Wald am Lech sowie der Gögginger und Inninger Wald an der Wertach laden zum Abschalten und zum Sporteln ein.

2000 Hektar Wald im Stadtgebiet

Bereits der Weg in den Stadtwald verspricht Erholung. Über den Siebentischpark ist die Innenstadt direkt mit dem Stadtwald verbunden. Im Siebentischwald angekommen finden Augsburger und Augsburgs Gäste ein Netz aus Rad- und Wanderwegen, die zum Kuhsee und zu den Lechauen führen. Drei Joggingstrecken – mit drei, fünf und acht Kilometern – sind beschildert. Im Winter beleuchtet die Stadt einen Laufpfad und spurt – bei entsprechender Witterung – eine Langlaufloipe. Im Süden grenzt der Siebentischwald an das Revier Haunstetten. Rad- und Wanderwege führen zum Ilsesee und zur Lechstaustufe 23.

Zudem verbessert der Stadtwald das Stadtklima, filtert Schadstoffe aus der Luft, dient als Trinkwasserspeicher und schützt vor Hochwasser. Seine Landschaft – Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten – ist eine echte Besonderheit. Der Stadtwald gehört zu den letzten erhaltenen, naturnahen Landschaften des Lechs. Fast seine gesamte Fläche steht unter Naturschutz.

Naturnahe und nachhaltige Holzproduktion

Aufgrund seiner Funktionen als Erholungs-, Wasser- und Naturschutzgebiet ist im Stadtwald eine Forstwirtschaft mit besonderem Fingerspitzengefühl gefragt. In den Forstrevieren außerhalb der Stadtgrenzen stellt die Holzproduktion dagegen die Hauptfunktion dar. Oberstes Gebot ist eine nachhaltige und naturnahe Forstwirtschaft.



Führungen durch den Stadtwald

Regelmäßig führt die Forstverwaltung durch den Stadtwald. Wer Lust hat, mitzuspazieren, kann sich unter 0821 324-6118 oder waldpaedagogik.forst(at)augsburg.de. Die Teilnahme ist kostenlos (ausgenommen ist die Nachtführung). Bitte bringen Sie festes Schuhwerk mit.

Termine 2016

  • Freitag, 18 .März, 16:00–17:30 Uhr: Radtour in den lichten Kiefernwald
    Im Forstrevier Haunstetten liegen die letzten großen zusammenhängenden lichten Kiefernwaldstrukturen entlang des bayerischen Lechs. Um diese langfristig in ihrem Bestand zu sichern, hat die Forstverwaltung Augsburg ein Konzept zu deren Pflege und Erhalt im Stadtwald entwickelt, das während der Radtour erläutert wird.
    Treffpunkt: Waldeingang am Ende der Krankenhausstraße, Haunstetten
    Streckenlänge: ca. 10 km
    Veranstalter: Stadt Augsburg, Forstverwaltung
    Anmeldung: Tel. 0821 324-6118 oder waldpaedagogik.forst(at)augsburg.de
    Teilnahme: kostenfrei
  • Freitag, 15. April, 16:00–17:30 Uhr: Mischwald gegen den Klimawandel
    Heißere Sommer, milde Winter und mehrere „Jahrhundertstürme“ künden eine sich abzeichnende Klimaveränderung an. Stabile, klimatolerante Mischwälder, wie sie die Forstverwaltung Augsburg kultiviert und bewirtschaftet, wirken dem Klimawandel langfristig wirksam entgegen. Erfahren Sie, welche Strategie die Augsburger Förster bereits seit über zwei Jahrzehnten dem Klimawandel entgegensetzen.
    Treffpunkt: Forstmuseum Waldpavillon, Sportanlage Süd
    Veranstalter: Stadt Augsburg, Forstverwaltung
    Anmeldung: Tel. 0821 324-6118 oder waldpaedagogik.forst(at)augsburg.de
    Teilnahme: kostenfrei
  • Freitag, 3. Juni, 16:00–17:30 Uhr: Radtour zum Niederwald – eine historische Nutzungsform lebt wieder auf
    Die ehemals zur Brennholzgewinnung genutzten Lech-Grauerlenwälder werden aus naturschutzfachlichen Gründen wiederbelebt.
    Treffpunkt: Ende des Ochsenbachwegs (Wendeplatte), Siebenbrunn
    Streckenlänge: 10 km
    Veranstalter: Stadt Augsburg, Forstverwaltung
    Anmeldung: Tel. 0821 324-6118 oder waldpaedagogik.forst(at)augsburg.de
    Teilnahme: kostenfrei
  • Freitag, 24. Juni, 16:00–17:30 Uhr: Windkraft aus dem Wald
    Die Forstverwaltung Augsburg setzt auf regenerative Energie aus dem Stadtwald. Im städtischen Forstrevier Brugger produzieren fünf Windräder klimafreundlichen Strom. Auf einem Spaziergang durch den Stadtwald zeigt Förster Theo Wittmann die imposanten Bauwerke sowie die erfolgten naturschutzfachlichen Ausgleichsmaßnahmen für die verlorenen Waldflächen.
    Treffpunkt: Waldhütte Brugger
    Mitbringen: festes Schuhwerk
    Veranstalter: Stadt Augsburg, Forstverwaltung
    Anmeldung: Tel. 0821 324-6118 oder waldpaedagogik.forst(at)augsburg.de
    Teilnahme: kostenfrei
  • Donnerstag, 14. Juli, 18:00–19:30 Uhr: Exoten gegen den Klimawandel
    Bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde im Forstrevier Diedorf mit exotischen Baumarten experimentiert, die angesichts des sich abzeichnenden Klimawandels zukünftig stärker unser Waldbild prägen werden. Förster Siegfried Knittel führt durch den beeindruckenden Exotenwald und erklärt die Strategie der Forstverwaltung Augsburg, wie der Stadtwald für den Klimawandel fit gemacht wird.
    Treffpunkt: Forstdienststelle Diedorf, Wellenburger Str. 34, Diedorf
    Mitbringen: festes Schuhwerk
    Veranstalter: Stadt Augsburg, Forstverwaltung
    Anmeldung: Tel. 0821 324-6118 oder waldpaedagogik.forst(at)augsburg.de
    Teilnahme: kostenfrei
  • Samstag, 23. Juli, 10:00–11:30 Uhr: Radtour in den lichten Kiefernwald
    Im Forstrevier Haunstetten liegen die letzten großen zusammenhängenden lichten Kiefernwaldstrukturen entlang des bayerischen Lechs. Um diese langfristig in ihrem Bestand zu sichern, hat die Forstverwaltung Augsburg ein Konzept zu deren Pflege und Erhalt im Stadtwald entwickelt, das während der Radtour erläutert wird.
    Treffpunkt: Waldeingang am Ende der Krankenhausstraße, Haunstetten
    Streckenlänge: ca. 10 km
    Veranstalter: Stadt Augsburg, Forstverwaltung
    Anmeldung: Tel. 0821 324-6118 oder waldpaedagogik.forst(at)augsburg.de
    Teilnahme: kostenfrei
  • Donnerstag, 22. September, 19:00–20:30 Uhr: Nächtliches Abenteuer im Siebentischwald
    Bei Dunkelheit erkunden wir das Reich von Fuchs und Eule und erleben mit allen Sinnen den nächtlichen Wald. Treffpunkt: Waldgaststätte Jägerhaus, Siebenbrunn
    Mitbringen: Taschenlampe, feste Schuhe, angepasste Kleidung
    Veranstalter: Stadt Augsburg, Forstverwaltung
    Anmeldung: Tel. 0821 324-6118 oder waldpaedagogik.forst(at)augsburg.de
    Kosten: Familien 7,00 Euro, Erwachsene 2,50 Euro, Kinder 1,50 Euro
    Zielgruppe: Familien
  • Sonntag, 09. Oktober, 14:00–17:00 Uhr: Auf die Pilze, fertig, los!
    Im Waldpavillon dreht sich heute alles um die Pilze. Pilzexperte Günther Groß gibt uns einen Einblick in das Reich dieser geheimnisvollen Lebewesen. Sehen, riechen, schmecken, staunen!
    Treffpunkt: Forstmuseum Waldpavillon, Sportanlage Süd
    Veranstalter: Stadt Augsburg, Forstverwaltung
    Anmeldung: Tel. 0821 324-6118 oder waldpaedagogik.forst(at)augsburg.de
    Teilnahme: kostenfrei
Der Stadtwald: ein Paradies für alle, die Ruhe und Natur suchen
Der Stadtwald: ein Paradies für alle, die Ruhe suchen ...
… und für Radler und Jogger. Fotos: S. Kerpf/Stadt Augsburg
… und für Radler und Jogger. Fotos: S. Kerpf/Stadt Augsburg

So verhalten Sie sich richtig

Hier die wichtigsten Verhaltensregeln für einen unbeschwerten Besuch des Augsburger Stadtwalds:

Bleiben Sie auf den Wegen

Bitte bleiben Sie im Stadtwald auf den vorhandenen Wegen.

Den Erholungssuchenden steht  zwischen Eiskanal und Lechstaustufe 23 ein mit mehr als 60 km Länge gut ausgebautes Wegenetz zur Verfügung. Diese Wege führen dabei durch das Naturschutzgebiet Stadtwald mit wertvollen Biotopen und Ruhezonen für Wildtiere und Pflanzen. Bitte verlassen aus Gründen des Wild- und Naturschutzes die ausgewiesenen Wege nicht.

Das Reiten im Stadtwald ist nur auf den gewidmeten (asphaltierten) Forststraßen  und ausgewiesenen Reitwegen erlaubt (Verweis auf Naturschutzgebietsverordnung Stadtwald Augsburg, § 4 (2) Nr. 2). Bitte nehmen Sie hier Rücksicht auf die Spaziergänger.

Vermeiden Sie Müll

Der Wald ist kein Müllplatz! Umweltschutz geht uns alle an. Deshalb bitten wir Sie und Ihre Familie, ein Auge auf die Grünflächen und die Wälder der Stadt zu richten; schließlich geht es um die Lebensqualität aller.

Vorsorglich weisen wir auf Folgendes hin:

  • Die Beseitigung von Müll außerhalb des städtischen Entsorgungssystems stellt einen Verstoß gegen die  Abfallwirtschaftssatzung der Stadt Augsburg vom 15.05.2003 (ABl. vom 23.05.2003, S. 109) dar. Eine solche Ablagerung kann mit bis zu 2.500 Euro Geldbuße geahndet werden. Strafrechtliche Folgen wegen Verstöße gegen Umweltgesetze bleiben unberührt. 
  • Die Entsorgung von organischen Abfällen außerhalb des Grundstücks, auf dem sie angefallen oder gewachsen sind, ist ein Verstoß gegen die Verordnung über die Beseitigung von pflanzlichen Abfällen außerhalb zugelassener Beseitigungsanlagen (PflAbfV) vom 13. März 1984 (GVBl 1984, S. 100). Nach § 61 Abs. 1 Nr. 5 KrW/AbfG kann dies mit Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden.
  • Die Stadt Augsburg hat gegenüber dem Abfallsünder einen privatrechtlichen Unterlassungs- und Schadensersatzanspruch, welchen wir ggf. auch gerichtlich durchsetzen.

Vermeiden Sie Lärm

Viele Erholungssuchende gehen in den Wald, um dort Stille und Ruhe zu finden. Denken Sie daran, unnötigen Lärm zu vermeiden! Nicht nur ihre Mitmenschen, sondern auch viele Tiere werden es ihnen danken.

Nehmen Sie Rücksicht auf Forstarbeiten

Die Bayerische Verfassung und die Naturschutzgesetze ermöglichen Ihnen das Betreten der freien Natur, soweit nicht Rechte anderer Nutzer oder des Waldeigentümers entgegenstehen.

Eine wichtige Aufgabe der Forstverwaltung sind die Bewirtschaftung und die Pflege des Waldes. Nur so ist auch für Sie ein in aller Regel sicherer Aufenthalt im Wald möglich.

Bitte nehmen Sie Rücksicht und behindern Sie diese Forstarbeiten nicht. Waldarbeit ist gefährlich! Halten Sie deshalb ausreichend Sicherheitsabstand und folgen Sie den Anweisungen des städtischen Forstpersonals.

Das Betreten oder Beschädigen forstlicher Einrichtungen wie Holzpolter, Hochsitze oder abgestellte Maschinen ist nicht zulässig. Die unberechtigte Mitnahme von Holz ist Diebstahl.

Hunde im Wald

Hunde brauchen Auslauf. Auch im Stadtwald Augsburg ist dies grundsätzlich gewährleistet. Voraussetzung für diese Freiheit ist jedoch, dass sich der Hund stets unter der Aufsicht des Hundeführers befindet und sich wirklich jederzeit abrufen lässt. Dies muss selbst dann gewährleistet sein, wenn er auf eine Spur oder auf ein Tier trifft.

Freiwillig an die Leine

Können Sie diesen Gehorsam bei Ihrem Hund nicht unter allen Umständen gewährleisten, nehmen Sie diesen bitte freiwillig an die Leine. Folgt der Hund nicht in jedem Fall, liegt ein Verstoß gegen die Naturschutzgebietsverordnung Stadtwald vor, der mit bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann. Davon ist insbesondere auszugehen, wenn er Wildtiere verfolgt oder gar fängt. Ihr Hund hat nicht mehr Rechte als andere Waldbesucher. Vermeiden Sie durch Ihre verantwortungsvolle Führung, dass andere belästigt oder gar geschädigt werden. 

Kot wieder mitnehmen

Nehmen Sie Ihren Hundekot wieder mit nach Hause. Auch für Ihren Hund eventuell harmlose Krankheitserreger im Kot können bei Menschen und Tieren lebensgefährlich sein. Sie befinden sich im Trinkwasserschutzgebiet von Augsburg. Wiesen und Ackerflächen sind kein Hundeklo! Auch Sie essen die Produkte unserer Landwirtschaft.

Wildtiere in der Stadt

Zahlreiche Wildtierarten leben in der Stadt. Da sich Menschen und Wildtiere den Lebensraum teilen müssen, kann es auch zu Problemen kommen. Für die von Wildtieren angerichteten Schäden besteht außerhalb von Jagdrevieren keine Schadenersatzpflicht. Grundstücke und Gebäude sind vom jeweiligen Eigentümer gegen Wildschaden selbst abzusichern.

In sogenannten befriedeten Flächen ruht die Jagd, somit im größten Teil des Stadtgebietes. Diese befriedeten Flächen sind zum Beispiel Gebäude und Einrichtungen, die zum Aufenthalt von Menschen dienen, Hofräume, Hausgärten, sonstige überbaute Flächen, auch Friedhöfe und Tiergärten. Jedoch kann die Jagdbehörde auf Antrag des Grundeigentümers bei massiven Problemen mit Wildtieren in Einzelfällen eine auf Art, Umfang und Zeit beschränkte Jagdausübung durch geeignete Jäger genehmigen.

Am häufigsten haben Stadtbewohner mit den nachfolgenden Wildtierarten Kontakt. Es soll deshalb kurz über diese Spezies informiert werden. Nähere Informationen erhalten Sie durch Anklicken des Tiernamens.

Rauchen und Feuer im Wald

Wer in einem Wald oder in einer Entfernung von weniger als 100 Meter davon  ein Feuer anzünden oder betreiben will bedarf der vorherigen Erlaubnis. In einem Wald oder in einer Entfernung von weniger als 100 Meter davon dürfen keine Kerzen, Fackeln oder mit Flüssigkeiten betriebene Lampen verwendet, brennende oder glimmende Sachen weggeworfen oder sonst unvorsichtig gehandhabt werden. Ein genehmigtes angezündetes Feuer darf nicht unbeaufsichtigt oder ohne ausreichende Sicherungsmaßnahmen gelassen werden. Grillen Sie nur auf den ausgewiesenen Grillplätzen.

Im Wald darf in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober nicht geraucht werden.
Als Wald gelten dabei auch Waldwege, Waldeinteilungs- und Waldsicherungsstreifen, Waldblößen und Waldlichtungen sowie mit dem Wald räumlich zusammenhängende Pflanzgärten, Holzlagerplätze und Wildäsungsflächen.

Selbst ein fahrlässiger Verstoß gegen die gesetzlichen Verbote kann mit bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Außerdem muss der Verursacher für die Einsatzkosten der Feuerwehr und den Sachschaden aufkommen. 

Gefahren für Ihre Gesundheit

Im Wald lauern viele Krankheiten: Zecken übertragen Lyme-Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis); Füchse können mit Tollwut infiziert sein oder den Fuchsbandwurm verbreiten.

Zum Schutz vor Zecken muss man ihre Lebensweise kennen: Sie halten sich am liebsten in niedrigem Gebüsch und hohem Gras auf und lassen sich abstreifen, wenn ein Warmblüter vorbeigeht.

Deshalb: am besten auf den Wegen bleiben, lange und helle Kleidungsstücke tragen und sich nach dem Aufenthalt im Wald nach Zecken absuchen.

Der Hauptüberträger der Tollwut ist der Fuchs. Hier gilt: verhaltensauffällige Tiere (sie haben die natürliche Scheu vor den Menschen verloren) oder tot aufgefundene Tiere nicht berühren und umgehend der Forstverwaltung melden!

Gegen den Fuchsbandwurm schützt man sich am besten, indem man keine Beeren oder andere Waldfrüchte in der Natur verzehrt und sie zu Hause vor dem Genuss abwäscht und kocht.

Blumen pflücken, Weihnachtsdeko sammeln, Pilze ernten

Die Naturschutzgebietsverordnung zum Stadtwald Augsburg regelt, welche Nutzungen zum Schutz von Flora und Fauna dort gesondert verboten sind.

So weit keine Sonderreglung gilt, erlaubt die bayerische Verfassung die Mitnahme von Naturprodukten (Steine, Pilze, Zapfen, Moos, Zweige etc.) in geringem Umfang.

Dieses Recht wird überschritten, wenn Holz, Blumen oder Zweige nicht mehr zur bloßen Dekoration der eigenen Wohnung  dienen sollen, sondern wenn damit Brennholz gewonnen oder die Mitbringsel verkauft werden. Die Mitnahme von Produkten des Waldes außer zur Erholung und zum Naturgenuss in den eigenen vier Wänden ist Diebstahl.

Die Zustimmung des Waldbesitzers ist auch dann erforderlich, wenn Bäume abgesägt werden oder z.B. Nutzpflanzen durch das Abbrechen von Zweigen geschädigt werden. Gleiches gilt, wenn der Wald Schauplatz von kommerziellen Veranstaltungen oder gewerblicher Tätigkeit wird (z.B. gewerbliche Hundebetreuung, Sportveranstaltungen etc.)

Rechtliche Grundlagen für die Verhaltensregeln sind das Bayerische Waldgesetz, das Bayerische Naturschutzgesetz, das Bayerische Jagdgesetz, die Trinkwasserschutzgebietsverordnung der Stadt Augsburg sowie die Verordnung zum Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“.

Forstmuseum Waldpavillon

Nicht nur die nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Wälder, auch die Umweltbildung liegt der Stadt Augsburg am Herzen. Das Forstmuseum Waldpavillon am Rande des Siebentischwalds wurde 2011 für die vorbildhafte Vermittlung und Weitergabe von Wissen rund um Wald und Natur mit der „Georg-Dätzel-Medaille“ des Zentrums Wald-Forst-Holz in Weihenstephan geehrt. Darüber hinaus nutzen zahlreiche Waldkindergruppen den Stadtwald regelmäßig als Lern- und Spielort.

Produkte aus dem Augsburger Forst

Im Kaminofen oder auf dem Teller: Mit Brennholz oder Wildbret aus dem Augsburger Stadtwald holen Sie sich nachhaltige Produkte aus der Region ins Haus. Voraussetzung für die Brennholzgewinnung ist die erfolgreiche Teilnahme am Kurs zum Führen von Motorsägen.

Geschichte des Stadtwaldes

1249
schenkte der Ritter Siegfried von Bannacker dem Hospital zum Heiligen Geist sein väterliches Erbgut mit einem größeren Waldkomplex. 

1602
erwarb die Stadt Augsburg von Bischof Heinrich von Knoeringen im Tausch gegen Grundbesitz in Anhausen und Eppisburg den Kernbereich des heutigen Siebentischwaldes. Dadurch wurde die Wasserversorgung der Bürger für Jahrhunderte gesichert.

1721
erhielt die Stadt den Haunstetter Wald für 40 Jahre als Pfand für ein Darlehen von 100.000 Gulden an Kurfürst Max Emanuel von Bayern. Damit war sie berechtigt, „die Brunnenquellen zusammenzuführen und in die Stadt zu leiten“ sowie Holz für den Wasserbau am Lech und zum Ausbau der Brunnen zu schlagen. Diese Rechte blieben im Wesentlichen bis zum Ankauf des Haunstetter Waldes bestehen.

1902
erwarb die Stadt das v.-Beck’sche Landgut mit 44 Hektar, richtete dort ab 1907 das Forsthaus Siebenbrunn ein (1995 abgetragen wegen Trinkwasserschutz) und forstete die landwirtschaftlichen Flächen auf.

1924
konnte die Stadt nach mehreren gescheiterten Versuchen den 879 Hektar großen Haunstetter Wald von Kommerzienrat Johann Pfeffer erwerben. Der Haunstetter Wald war bis 1883 im Besitz des kgl. Bayer. Staatsärars. 1883 erwarb ihn Kommerzienrat Georg Käß aus Haunstetten. Seine Tochter, Marie Gräfin von Tattenbach, verkaufte den Wald 1917 an Johann Pfeffer, ein Unternehmer aus Memmingen. Das Tattenbachpalais, ehemals Sitz der Familie Käß/v. Tattenbach, später Rathaus von Haunstetten, beherbergt heute die Stadtforstverwaltung Augsburg.

1927
erhielt die Stadt den Haunstetter Gemeindewald (37 Hektar) als Gegenleistung für den Bau der Straßenbahnlinie 4 nach Haunstetten.

1942
übernahm die Stadt aus politischen Gründen die Wälder der vier städtischen Stiftungen in ihr Eigentum, um sie vor der Vereinnahmung durch den nationalsozialistischen Staat zu schützen.

Es handelte sich um die

  • paritätische St.-Jakobs-Stiftung
  • paritätische Hospital-Stiftung (=Heilig-Geist-Spital)
  • paritätische St.-Martins-Stiftung
  • kath. Studienfonds.

Diese Stiftungen sind heute zu 83 Prozent an den Reinerlösen des Gesamtwaldbesitzes außerhalb der Stadtgrenzen beteiligt. So dient der Waldertrag überwiegend der Erfüllung sozialer und kultureller Aufgaben. Die Stadt erhält 17 Prozent der Erträge, da ein gewisser Anteil seit jeher der Stadt gehört.

1958
übereignete Dr. Wolfgang Freiherr von Schaezler den 139 Hektar großen „Schaezlerwald“ bei Pichl der Stadt Augsburg zur Erinnerung an seine im Krieg gefallenen beiden Söhne. Der Waldertrag dient dem Bauunterhalt des Schaezlerpalais, außerdem wird daraus ein jährlicher Beitrag für Stipendien von Studenten der Forstwissenschaften und der Altphilologie finanziert. Allerdings müssen die Studenten Absolventen des humanistischen Gymnasiums in Ansbach oder des humanistischen Gymnasiums bei St. Anna in Augsburg sein.

1972
wuchs der Stadtwald durch die Eingemeindung der Städte Haunstetten und Göggingen sowie der Gemeinde Inningen um 350 Hektar.

1996
erhielt die Stadt den 50 Hektar großen „Gutmannwald“ nahe Treuchtlingen von ihrem Ehrenbürger Senator Max Gutmann. Die Erträge sind für karitative, sonstige soziale Zwecke und für die Förderung des Sports in der Stadt Augsburg zu verwenden.

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